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Maiglöckchen und Co. verursachen Unbehagen in der Collm-Region

Tierwelt Maiglöckchen und Co. verursachen Unbehagen in der Collm-Region

Im Frühjahr legt die Vegetation wieder richtig los. Doch nicht alle Pflanzen, die derzeit ihre Blüten in den Himmel strecken sind ungefährlich für Mensch und Tier. Tierärztin Eileen Heinrich verrät OAZ, worauf Tierbesitzer derzeit ganz besonders achten sollten, wenn sie mit ihrem Vierbeiner unterwegs sind.

Maiglöckchen sind giftig. Darauf sollten Hundehalter achten, wenn sie mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen.

Quelle: Stauden-Jentsch

Oschatz. Auch wenn die Blumen, die jetzt auf den Wiesen blühen, nicht nur gut aussehen, sondern für ein paar tierische Mitbewohner auch köstlich sein können, ist hier jedoch Obacht geboten. Einige Pflanzen können für Haustiere giftig sein und schwere Schäden verursachen. Die OAZ sprach mit der mobilen Tierärztin für Torgau-Oschatz, Eileen Heinrich, über Frühblüher, die unsere Haustiere eher meiden sollten.

Gibt es Pflanzen, die sich nun wieder an die Oberfläche kämpfen, die für Hund, Pferd und Co. gefährlich sein können?

Ja, gibt es! Unter anderem sind hier die Osterglocke, die Tulpe und das Maiglöckchen zu nennen. Hunde sind ja allgemein Fleischfresser, doch knabbern auch sie gern mal an grünem Gras.

Gibt es hier Pflanzen, auf die die Menschen unterwegs aufpassen sollten?

Hunde und Katzen nehmen sehr gerne Gras auf, wobei immer noch nicht herausgefunden wurde, aus welchem Grund diese Fleischfresser das tun. Generell sollte das andere Ende der Leine immer auf seinen Hund achten, insbesondere wenn es sich um Junghunde handelt, da diese schnell etwas probieren, was sie lieber lassen sollten.

Welche Pflanzen sind das? Können auch durch den Kontakt mit einer Pflanze schon Reizungen oder ähnliches entstehen?

Die allseits beliebten Osterglocken führen bei Verzehr zu Schleimhautreizungen, so dass die Hunde sehr speicheln. Außerdem leiden die Hunde dann auch an Bauchkrämpfen. Bei der Aufnahme von Tulpen ist das ebenso! Wenn ein Hund am Maiglöckchen knabbert, kommt es drauf an, wie viel er erwischt. In leichten Fällen führt es zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelattacken, in schweren bis hin zum Herzstillstand.

Pferde sind ja Pflanzenfresser. Gibt es hier Pflanzen, die gefährlich werden können? Kann es passieren, dass Pferde diese fressen? Sollte man daher regelmäßig an der Koppel entlang gehen und nach einem solchen Gewächs Ausschau halten?

Die oben genannten Frühblüher können auch Pferde schädigen, auch hier drohen Darmreizungen, Koliken und Kreislaufprobleme. Da junge Pferde ebenso wie junge Hunde sehr neugierig sind, sind sie auch stärker gefährdet, sich zu vergiften. Zusätzlich sollte man beim Pferd das Buschwindröschen – als Teppich im Wald und am Waldesrand) nennen, was ebenfalls zu Kolik bis hin zur Herzschwäche führen kann, ähnlich dem Maiglöckchen.

Im Sommer (Juni/Juli) ist dann wieder die Blütezeit des bei Pferdebesitzern gefürchteten Jakobskreuzkrautes, eine zweijährige Pflanze, welche als sogenannte Pionierpflanze gerne nicht intensiv genutzte Koppelareale neu besiedelt. Sie ist in jeder Form, auch getrocknet, gefährlich für Pferde und führt sehr häufig zum Tode des Pferdes. Die Symptome sind ja nach Aufnahmemenge unterschiedlich – Verstopfung, Durchfall und Erblindung gehören dazu.

Aus diesem Grund sollten Pferdebesitzer regelmäßig ihre Koppeln – insbesondere dort, wo Wasser länger gestanden hat und an den Kotabsatzstellen) – und auch ihre Wiesen die der Heugewinnung dienen, auf diese Pflanzen abgehen.

Welche Pflanzen sollten Tierbesitzer lieber nicht in den Garten pflanzen?

Generell gilt ja für viele Hunde: entweder man hat einen Hund oder einen Garten! Ich denke, gerade bei den Frühblühern lässt sich eine gewisse Gefährdung nicht vermeiden, da diese überall vorkommen. Ich persönlich würde auf das Maiglöckchen und den Fingerhut verzichten, da beide in relativ kleinen Mengen zum Herzstillstand führen können und auch für kleine Kinder durch Geruch und Gestalt sehr interessant sein können.

Ansonsten gilt, dass ein gut informierter Tierbesitzer, der seinen Hund gut kennt und dessen persönliches Risiko einschätzen kann, Gold wert ist.

Von Kristin Engel

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