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Matthias Espig – der Kuppel-König von Mügeln

Singletreff Matthias Espig – der Kuppel-König von Mügeln

Wenn Matthias Espig zum ungezwungenen Beisammensein lädt, dann kommt so mancher Single nach Mügeln, um hier die große Liebe zu suchen und auch zu finden. Denn Espig ist der Kuppel-König der Stadt. 75 Paaren hat er bei seinen Singletreffs schon zum Glück verholfen. Dabei betont er jedoch immer wieder: „Wir sind hier keine Partnervermittlung!“

Jeden Samstag lädt Matthias Espig Singles zu sich nach Mügeln ein. Hier haben sie die Möglichkeit, sich ungezwungen kennenzulernen.

Quelle: Kristin Engel

Mügeln. Er hat ein großes Ziel: In zwei Jahren, wenn Matthias Espig sein zehnjähriges Jubiläum feiert, möchte der Mügelner 100 Paare zusammengebracht haben. Bisher liegt seine Quote bei 75 Paaren, die durch ihn ihr Glück gefunden haben. Denn Matthias Espig ist der Kuppel-König von Mügeln. Einen Singletreff wie bei ihm gäbe es in ganz Deutschland kein zweites Mal, sagt er.

Jeden Sonnabend öffnet Espig für Singles seine Türen. Hier können sich die Teilnehmer ungezwungen unterhalten und näher kennenlernen. „Die Leute bekommen hier etwas zu Essen, sie können Tanzen und Spaß haben. Gelegentlich organisieren wir Grillabende, Live-Musik, Kremserfahrten oder auch einen Ausflug zum Piratenschiff auf dem Goitzsche-See. Wir sind auch mal spontan zum Weinfest nach Kleinböhla gefahren“, berichtet der Mügelner. Er betont aber immer wieder: „Wir sind keine Partnervermittlung!“ Denn mit solchen hätten schon einige Teilnehmer zuvor Schwierigkeiten gehabt. „Sie mussten Unmengen an Geld bezahlen, aber zu einem Partner kamen sie damit nicht.“

Etwas Besonderes anbieten

Aus diesem Grund kam der Mügelner einst darauf, einen Singletreff zu organisieren. Denn auch seine Mutter sei bei einer solchen Partnervermittlung übers Ohr gehauen worden. „Ich wollte etwas ganz anderes anbieten: Eine Gelegenheit für Singles, in einer angenehmen Atmosphäre sich selbst zu finden. Es gibt auch bei mir einen Mitgliedsbeitrag, aber meine Ausgaben müssen ja auch gedeckt werden. Andersherum achte ich darauf, dass sich niemand anmeldet, der einfach nur auf ein kurzes Abenteuer aus ist. Somit nehmen an den Veranstaltungen auch nur Leute teil, die ein Interesse an einer echten Partnerschaft haben.“

Und das mit Erfolg – belegen die Zahlen. „Ich habe damals, bei dem ersten Versuch am 7. März 2009, mit sieben Leuten angefangen. Sie kamen aus Nordsachsen und dem Dresdener Land.“ Heute hat er Kapazität für etwa 30 Teilnehmer. Dann braucht Matthias Espig jedoch Unterstützung. Doch meistens sind es zwischen 15 bis 25 Personen, die sich an den Sonnabenden zusammenfinden. Sie kommen vorwiegend aus der Region. Dann werden auch mal Fahrgemeinschaften gebildet. „Dass es mal so gut läuft, hätte ich am Anfang nicht gedacht. Doch für die Teilnehmer ist es wichtig, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und keine Angst zu haben. Es ist erstaunlich, wie viele auch an den Feiertagen wie Weihnachten und Silvester hier sind. Dann gibt es auch mal Gänsebraten mit Klößen. Es sind immer sehr schöne Abende.“

Partner und Freund statt Ehepartner

Auch wenn von den Paaren, die sich durch Matthias Espig kennengelernt haben, noch niemand geheiratet hat, gründete bereits ein Paar eine Familie. „Die Mitglieder, die herkommen, sind meist bereits etwas älter. Sie suchen keinen neuen Ehepartner, sondern jemanden, der einfach nur an ihrer Seite ist und dem sie ihre Gefühle anvertrauen können. Bei anderen baut sich eine gute Freundschaft auf. Das entscheidet jeder ganz für sich allein.“ Der jüngste Teilnehmer, der bereits eine Partnerin gefunden hat, ist 27 Jahre alt. Der Älteste ist 89. „Er war früher Discjockey und spielt auch bei unseren Treffen oft auf dem Keyboard. Er will nur hier sein, um Spaß zu haben. Ein wirklich toller Mann!“

Die Paare, die es geschafft haben, eine echte Partnerschaft einzugehen, besuchen die Gruppe gelegentlich noch einmal, um den anderen Teilnehmern Mut zu machen. Zudem gibt es seit zwei Jahren auch einen Pärchenabend bei Matthias Espig. Doch sein Hauptaugenmerk liegt immer bei denjenigen, die noch nach einer neuen Liebe suchen. So bleibt es also spannend, ob in den nächsten zwei Jahren noch weitere 25 Paare durch Matthias Espig zusammenfinden.

Einsamer Abend vor dem Fernseher

Wie schwer das sein kann, das weiß auch Hermann (Name geändert) aus Wermsdorf. „Es sind die Samstage, an denen einem die Zimmerdecke auf den Kopf fällt“, sagt der 58-Jährige. Einen Ausgleich zum einsamen Abend vor dem Fernseher bot da das Angebot des Mügelner Kuppel-Königs. „Es ist eine gute Sache. Man weiß gleich, woran man ist, da man der Person gegenübersitzt und sich mit dieser auch unterhalten kann. Bei manchen ist es dann sogar Liebe auf den ersten Blick.“ Obwohl er selbst nicht den Versuch einer Partnervermittlung über das Internet gewagt hat, hat er einen Bekannten, der nach einem solchen Versuch ziemlich enttäuscht war. „Durch die Anonymität des Internets wird viel geschummelt. Sei es beim Alter oder beim Foto. Im Rahmen eines persönlichen Treffens wie bei Matthias Espig ist dies nicht möglich. Dort ist es einfach alles ehrlich.“

Hermann selbst hat die Woche über viel zu tun. Nach einer zwölf-Stunden-Schicht ist nur wenig Zeit dafür, sich einsam zu fühlen. Und auch am Sonntag rufen Haushalt und Grundstück. Denn auf seinem 1000-Quadratmeter-Grundstück fällt genug Arbeit an. Doch Samstag? „Ich denke, Frauen fällt es einfacher, alleine irgendwohin zu gehen. Sie schnappen sich eine Freundin und ziehen los. Doch bei Männern ist das anders. Sie besuchen nur selten mit einem Freund zu zweit ein Volksfest oder fahren zusammen in den Urlaub. Doch gerade in der dunklen Jahreszeit, die bald wieder vor der Tür steht, möchte man nicht den ganzen Samstag alleine sein. So kam ich nach Mügeln zum Kuppelkönig.“

Keine verschwendete Zeit

Auch wenn er eine lange Zeit über keine Frau gefunden hat, die ihm gefiel, konnte er hier mit anderen Menschen angenehme Gespräche führen. „Die Leute, die dort hinkommen, haben ja bereits einiges an Lebenserfahrung. Es muss also gemeistert werden, sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen und zu versuchen, flexibel zu sein.“ So fand auch er eine neue Partnerin, mit der er zwei Jahre lang viel unternahm, auf Reisen ging und die gemeinsame Zeit genoss. Doch da es für beide zu schwierig war, das eigene Leben, welches sie sich aufgebaut hatten, aufzugeben, um bei dem Partner zu sein, ging die Beziehung wieder auseinander. „Für mich war es aber keine verschwendete Zeit. Wir haben viele schöne Monate miteinander verbracht und viel erlebt. Matthias Espig hat immer gesagt: ,Lasst es langsam angehen – in jeder Beziehung’. Da hat er absolut recht. Auch wenn einem in unserem Alter irgendwie die Zeit wegrennt.“

Der 58-Jähirge stellte fest, dass es auch viele alleinstehende Frauen gibt. Einfach jemanden anzusprechen, fällt ihm dennoch nicht leicht. „Es kommt immer auf den Menschen an. Wie man aussieht, wie man sich bei anderen gibt, ob man weltgewandt ist oder wie man eine Frau umschwärmt.“

Erneut beim Mügelner Kuppel-König Matthias Espig melden wird er sich jedoch nicht. Auf die Frage nach dem „Warum“ lächelt er leicht. Sein Schweigen verrät, dass es bereits wieder eine Dame in seinem Leben gibt.

Von Kristin Engel

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