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Mediziner-Mangel: Mügeln und Wermsdorf hoffen auf Modellprojekt

Mediziner-Mangel: Mügeln und Wermsdorf hoffen auf Modellprojekt

Akute Medizinernot: In der Stadt Mügeln gibt es viel zu wenig Hausärzte. "Wir haben im Stadtgebiet nur noch zwei Allgemeinmediziner und sind damit zu 49 Prozent unterversorgt", weiß Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln).

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Mügeln und Wermsdorf hoffen, dass neues Projekt der Region mehr Hausärzte beschert.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Zusätzlich seien Ärzte im Außenbetrieb in den Ortsteilen stundenweise zur Aushilfe im Einsatz.

 

Die angespannte Versorgungssituation ist auch der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen seit Jahren bekannt. Ein Modellprojekt soll jetzt schnell Abhilfe schaffen.

 

"Für den ehemaligen Landkreis Torgau-Oschatz, zu dem auch Mügeln zählt, wurde bereits 2005 durch den Landesausschuss eine drohende hausärztliche Unterversorgung festgestellt. Seit 2012 gilt dies nicht mehr für den gesamten Altkreis, aber weiterhin für Wermsdorf und Mügeln sowie seit 2014 für die gesamte Region Oschatz". offenbart Ingo Mohn von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Die prekäre Lage habe dazu geführt, dass die KV Sachsen nunmehr neue Wege geht und ein Modellprojekt ins Leben ruft. "Zum Jahresbeginn 2016 soll eine Eigeneinrichtung in der Stadt Mügeln eröffnet und betrieben werden", informiert der Pressesprecher dazu und betont ausdrücklich, dass es sich dabei nicht um ein herkömmliches medizinisches Versorgungszentrum handelt. "Der Unterschied zu diesem besteht darin, dass speziell junge Absolventen oder Ärzte, die das finanzielle und unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis scheuen, sich von der KV über zwei Jahre lang anstellen lassen können." Es sei geplant, dass ein oder mehrere Ärzte die hausärztliche Versorgung gemeinsam mit den Kollegen vor Ort sicherstellen. Dafür will die KV eine Praxis einrichten und die Infrastruktur sowie das nichtärztliche Praxispersonal stellen. Die Eigeneinrichtung soll eine Übergangslösung sein - mit dem Hintergedanken, dass sich möglicherweise später doch noch Ärzte entscheiden, eine Praxis zu übernehmen.

 

Gesucht würden zurzeit Hausärzte, die sich vorstellen können, allein oder gemeinsam mit anderen Ärzten an einem oder mehreren Tagen in der Woche im Rahmen der Eigeneinrichtung der KV in Mügeln tätig zu werden. Dies könne für bereits niedergelassene Kollegen der Region als Zweigpraxisstandort erfolgen oder in Form einer Anstellung, auch für neue Kollegen sowie ebenso aus anderen Regionen.

 

"Wir haben aus diesem Grund in verschiedenen ärztlichen Medien eine Ausschreibung veröffentlicht und das Projekt auch bei den hausärztlichen Kollegen und Krankenhäusern der Region vorgestellt", informiert der Pressesprecher weiter. Unmittelbar nach Ablauf der Bewerbungsfrist sollen dann zeitnah erste Gespräche mit den Bewerbern stattfinden.

 

Mohn weiter: "Für die Umsetzung des Vorhabens ist uns ein gemeinsames Agieren mit der Stadt Mügeln wichtig. Deshalb haben wir die Stadtverwaltung frühzeitig in unsere Pläne eingebunden und Unterstützung, unter anderem bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, erhalten."

 

"Die Stadt arbeitet daran. Wir können Bedingungen schaffen, die den Ärzten entgegenkommen, eventuell Gebäude der Stadt sowie Parkflächen zur Verfügung stellen", versichert Bürgermeister Ecke und fügt hinzu: "Wir haben verschiedene Räume angeboten, auch in Zusammenarbeit mit den Vermietern. Allerdings ist derzeit noch nicht klar, wofür sich die KV entscheidet. Die Vorschläge unsererseits sind da, wir warten jetzt auf den Startschuss."

 

Die KV betrachtet die Stadt auf dem weiteren Weg des Projektes als wichtigen Partner, der bei der Information der Einwohner sowie der Beratung der künftigen Ärzte helfend zur Seite steht, fasst Mohn das Anliegen der gemeinsamen Bemühungen zusammen.

Heinz Großnick

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