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Oschatz Mehr Gülle aus Gaunitz für Biogasanlage?
Region Oschatz Mehr Gülle aus Gaunitz für Biogasanlage?
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17:23 21.01.2013
Die Schweinezuchtanlage am Ortsausgang in Gaunitz soll erweitert werden. Möglicherweise ,um mehr Gülle für die Biogasanlage Terpitz zu produzieren. Quelle: Dirk Hunger
Gaunitz

Von CHRISTIAN KUNZE

Geplant ist eine Steigerung der Kapazität von derzeit 1479 auf 8280 Tiere. Dafür sollen vorhandene Ställe modernisiert und erweitert werden. Über das Vorhaben informierte Bürgermeister Karl-Heinz Börtitz (CDU) die Gemeinderäte zur Dezember-Sitzung. Bauamtsleiter Christian Fischer erklärte auf OAZ-Nachfrage, dass die Mitglieder des Technischen Ausschusses in ihrer Sitzung am 15. Januar erneut über den aktuellen Stand informiert wurden. Gegenwärtig laufe das sogenannte Scoping-Verfahren. Dies ist Bestandteil der Umweltprüfung nach Baugesetzbuch. "Beim Scoping-Verfahren handelt es sich um die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange", so Christian Fischer. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Genehmigung nach den Richtlinien des Bundesimmissionsschutz-Gesetzes (Bimsch) sind erforderlich.

Laut Roland Einsiedel vom Landesvorstand Sachsen des Bund (Bund für Umwelt und Naturschutz) könnte ein Zusammenhang zwischen der geplanten Biogasanlage der Pro Natur GmbH in Terpitz und der Erweiterung der Schweinezucht bestehen. Jana Wilhelm von der Bund-Regionalgruppe Leisnig sieht dies ähnlich. "Es ist gang und gäbe, Schweinezuchtanlagen zu erweitern oder neu zu planen und zu bauen, zeitgleich und in unmittelbarer Nähe zu geplanten oder bestehenden Standorten für Biogasproduktion", sagt sie und nennt Reichenbach, Waldheim und Seifersdorf als Beispiele. Tatsächlich soll in der Biogasanlage Terpitz neben pflanzlichen Stoffen Schweinegülle verarbeitet werden (wir berichteten).

Region wird benachteiligt

Der Bund lehnt die Erweiterung ab, Roland Einsiedel prognostiziert immense Steigerung vorhandener Geruchsbelastung. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung beträgt 78 Meter. Die geplante Baufläche von 14 500 Quadratmetern und die Steigerung des Tierbestandes führten zu "erheblichen Mehrtransporten, Lärm- und Geruchsbelästigungen rund um das Landschaftsschutzgebiet Liebschützberger Höhenzug durch die Großbiogasanlage und die Mega-Schweinezuchtanlage". All dies erwecke den Eindruck, "dass das Gebiet um die Gemeinde Liebschützberg und die Stadt Oschatz mit künftigen demografischen Auswirkungen in der Bevölkerung zugunsten des Profits einzelner Unternehmen benachteiligt wird."

Die Quickhof Wendisch GmbH hat ihren Sitz in Wendisch Priborn (Mecklenburg-Vorpommern). Laut Bauamtsleiter Christian Fischer sei der jetzige Betreiber der Schweinezuchtanlage nicht Olaf Kranen, Geschäftsführer der Pro Natur GmbH mit Sitz Am Stützpunkt 1 in Gaunitz. Die Internetseite http://schweinerei.blogsport.de legt jedoch einen Zusammenhang nahe: Unter "Anlagen" ist die Euroschwein GmbH, Altenhoferweg 1, Wendisch Priborn gelistet. Diese ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der Quickhof GmbH (gleiche Anschrift), der Schweinezucht Gaunitz GmbH (Am Stützpunkt 1, Gaunitz) und der Schweinemast Lonnewitz GmbH, Bornaer Straße 4, im Oschatzer Ortsteil Lonnewitz.

Laut Antje Brumm. Leiterin des Umweltamtes Nordsachsen, ist die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Vorhaben gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz mit vorzulegen. "Behörden und Naturschutzverbände werden um Stellungnahmen gebeten. Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt erst im Rahmen des Genehmigungsverfahrens", erklärt Brumm auf Nachfrage.

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