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Oschatz Mehr Wohnungen für Flüchtlinge in Nordsachsen
Region Oschatz Mehr Wohnungen für Flüchtlinge in Nordsachsen
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18:19 02.12.2013

Im nächsten Jahr werden 300 weitere Flüchtlinge dazukommen. In der Region Oschatz wohnen bisher nur zehn Asylsuchende.

Warum im südlichen Zipfel des Landkreises relativ wenige Flüchtlinge untergekommen sind, dafür hat Michael Czupalla eine einfache Erklärung: "Die Asylsuchenden im Kreis zieht es in die Nähe von Leipzig", sagt der CDU-Landrat von Nordsachsen. Die meisten Familien wohnen deshalb in Delitzsch, Eilenburg, Taucha und Schkeuditz - und nur wenige im Altkreis Oschatz.

Zusätzlich zu den Familien oder Alleinstehenden mit Kindern, die in Wohnungen untergebracht sind, beherbergt der Landkreis noch 244 Männer. Die wohnen in der zentralen Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises in Spröda bei Delitzsch, deren Kapazität von 250 Personen damit fast ausgelastet ist. Weitere Heime für Asylbewerber gibt es im Landkreis Nordsachsen nicht mehr, nachdem die Unterkünfte in Oschatz und Dahlen in den vergangenen Jahren geschlossen wurden (wir berichteten). Angesichts des zunehmenden Flüchtlingsstromes nach Deutschland sucht der Landkreis seit etwa einem Jahr eine weitere Gemeinschaftsunterkunft - bisher allerdings ohne Erfolg. Mehrere Ausschreibungen für eine zweite Flüchtlings-Unterkunft seien erfolglos geblieben, da die Angebote nicht gewertet werden konnten. "Wir sind in der Prüfung, ein Standort steht noch nicht fest. Ein Schwerpunkt ist deshalb für uns, dass Oberbürgermeister und Bürgermeister Wohnungen bereit stellen", sagte Landrat Czupalla auf OAZ-Anfrage. Die kommunalen Wohnungen werden dann vom Landkreis angemietet und den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt.

Auf Initiative des Chefs der Kreisbehörde fand in der vergangenen Woche die Aktion "Die Würde des Menschen ist unantastbar" mit Kreispolitikern, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Vereinen statt. Czupalla will mit dem sensiblen Thema Asyl in die Öffentlichkeit gehen, damit es nicht wie in anderen Kommunen wegen unzureichender Informationen zu Protesten gegen die Flüchtlinge kommt. "Wir sind aufgerufen, hier das Fremde nicht als fremd zu erklären, sondern aufzuklären und bei anderen Bürgern um Akzeptanz zu werben", so Czupalla.

Laut Landesdirektion Sachsen wird in diesem Jahr bundesweit mit 110 000 Menschen, die einen Asylantrag stellen und mit 15 000 Menschen, die einen Folgeantrag auf Asyl stellen, gerechnet. Damit erhöht sich die Zahl der Asylsuchenden, die Sachsen in diesem Jahr laut gesetzlicher Quote aufnehmen muss, auf 5800. Im Vorjahr lag diese Zahl knapp über 3000. Laut Pressesprecher Holm Felber habe die Landesdirektion die Landräte und Bürgermeister über den steigenden Flüchtlingsstrom informiert. "Damit sind sie frühzeitig in die Lage versetzt, entsprechende Kapazitäten zu schaffen", so Felber.

Frank Hörügel

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