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Oschatz Michael Böhm liest zur Buchmesse aus seinem neuen Krimi in Wermsdorf
Region Oschatz Michael Böhm liest zur Buchmesse aus seinem neuen Krimi in Wermsdorf
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06:00 27.03.2017
Michael Böhm signierte nach der Lesung und der Diskussionsrunde seinen neuen Band. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
wermsdorf/leipzig

Die am Sonntag zu Ende gegangene Leipziger Buchmesse offerierte nicht nur die neusten Bücher und stellte Autoren mit ihren Werken vor. Die Messe brachte auch Leser und Autoren zusammen – und kam auch zu den Lesern. Seit Jahren auch zu jenen, etwas fern der Messestadt. Auf Schloss Hubertusburg war so schon möglich, Bekanntschaft mit Autoren zu schließen.

Diesmal war Michael Böhm, ein hoch dekorierter Krimiautor, zu Gast. Im vergangenen Jahr erhielt er den Friedrich-Glausner-Preis, die höchste Auszeichnung, die ein Krimischriftsteller für sein Werk in Deutschland erhalten kann. Böhm, Jahrgang 1947 und in der Dachauer Region zu Hause, bekam den Preis für den 2. Band seiner Petermann-Trilogie. Inzwischen ist der dritte Band geschrieben. Auf der Leipziger Buchmesse präsentierte der Haus-Verlag des Dachauers, der Bookspot-Verlag, das Buch „Quo vadis, Herr Petermann?“. Daraus las der Autor in Wermsdorf.

Eine seiner berühmten Autorenkolleginnen, Petra Mattfeldt, alias Caren Benedict, sagt über Böhms Begabung, Krimis zu schreiben: „Petermann, als ‚freundlicher Nachbar‘ dargestellt, mordet ganz ruhig ‚dahin‘. Als Leser ist man so ‚mittendrin‘, dass man selbst diesen Mord als schlüssig, als das einzig Richtige und Normale ansieht.“

Bücher von Benedict und Böhm erscheinen im gleichen Verlag, doch bisher begegneten sie sich noch nie. Das änderte sich nun Dank des Fördervereins Schloss Hubertusburg, denn auch Caren Benedict reiste an, um bei Michael Böhms Lesung dabei zu sein.

Hauptfigur aller drei Böhm-Krimis ist Dr. Leo Petermann, Privatier und kultivierter Genussmensch, ein freundlicher und konsequenter Zeitgenosse. Ein Suchender – nach Stille, Ruhe und der unbedingten Sehnsucht danach. Er nimmt jeden Tag in seinem Haus über dem See als Geschenk. Petermann verbringt Zeit mit seiner Geliebten, sitzt mit seinen Nachbarn zusammen, ist auf der Suche nach Erinnerungen an die Kindheit und Jugend. Da geschieht auf dem Gornergrat über Zermatt ein Mord, der dem berühmten Maler Paul Tulipan zur Last gelegt wird, und der auch Petermann tangiert. Etwa zur gleichen Zeit wird er von einem jungen Fotografen verfolgt, der ihn bedroht und mit angedeutetem Wissen über dunkle Flecken auf Petermanns weißer Weste erpresst. Fatales Wissen, das zu einem Menetekel für ihn wird.

So beschäftigt er sich mit den Spuren des Erpressers, jenen von Tulipan und seinen eigenen aus der Vergangenheit. Sie führen ihn unausweichlich zu der Frage: Quo vadis, Herr Petermann?

Die Zuhörer der Lesung in Wermsdorf zeigten sich angetan von den Auszügen aus dem neuen Buch. Böhm gelingt es, durch seine feine umfassende Beschreibung der Lebenswelt und des Umfeldes seiner Akteure – von der Naturbeschreibung vor der Haustür des Herrn Petermann angefangen bis hin zur bildlichen Beschreibung des Autoinnenlebens des jungen Fotografen – dem Leser nicht nur eine spannende Krimihandlung zu erzählen, sondern auch Lebenswelten darzustellen.

Der wahre Mörder wird, wie auch in den beiden vorangegangenen Büchern der Trilogie, nie gefasst. Ein Umstand, den schon mancher Leser ihm übel genommen habe, erzählte Böhm. Denn dann sei es, so die Leser, kein wahrer Krimi. Dem wollten die Zuhörer auf Schloss Hubertusburg nicht zustimmen. Böhms Werk sei nur anders. Aber gerade das mache es aus, lasse es sich doch wie ein Roman lesen. Lob, für das Böhm eine ungewöhnliche Antwort parat hatte: „Ich bin nur das Medium. Leo Petermann schreibt alles selbst in ein rotes Buch mit grüner Tinte.“

Von bärbel schumann

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