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Oschatz Michael Trischan in Oschatz über Schreihälse, Pubertierende und Widerworte
Region Oschatz Michael Trischan in Oschatz über Schreihälse, Pubertierende und Widerworte
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15:23 10.10.2016
Michael Trischan liest in der Stadthalle Oschatz. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Oschatz

Das Sofa wird zum Trampolin, Schlaf wird zum Fremdwort und das begleitete Fahren wird zur Zerreißprobe für das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn. Mit solchen Erkenntnissen unterhielt Schauspieler Michael Trischan am Sonnabendabend eine überschaubare Anzahl Besucher im musikalisch-literarischen Programm „Windeln, Pickel, Psychiatrie“. In letztere führte keine der Geschichten diverser deutscher Gegenwartsautoren, die Trischan vorlas. Allerdings, daran ließ die Textauswahl von Trischans Frau Ditte keinen Zweifel, so mancher Protagonist ist nach den geschilderten Erlebnissen mit dem Nachwuchs reif für einen Aufenthalt in einer Anstalt.

Das Gros der Texte stammte aus der Feder von Jan Weiler, Lisa Seelig und Lotte Kühn – allesamt Autoren, die es verstehen, Lesern und Zuhörern anschaulich, unterhaltsam und mit dem Aha-Effekt den Generationenzwist zu präsentieren – die meisten der geschilderten Episoden und Dialoge hatten die im Saal sitzenden selbst schon erlebt. Heiß geliebte Schreihälse, die sich von heute auf morgen verhalten, als kämen sie von einem anderen Stern. Drohungen, die ins Leere laufen oder die Nachteile des eigenen Nachwuchses gegenüber Pflanzen („Narzissen geben keine Widerworte.“) – Michael Trischan gelingt es, diese Details mit Leben zu erfüllen. Wenn er von Limonade oder Erdbeerkonfitüre spricht, überkommt einen das Verlangen nach beidem. Der Vater berichtet oft vom ersten Mal: das erste Haustier, der erste Elternabend und das erste Mädchen, das der Pubertierende mit nach Hause bringt. Stationen, die einen Bogen spannen – und nicht jedem Besucher gefallen. Wer ein heiteres Zwiegespräch zwischen Trischan und Sohn Attila erwartete, war enttäuscht.

Der Junior und sein Kommilitone Johannes Dau sind für die Zwischenspiele zuständig. Musikalisch umrahmen sie das Vorgetragene auf Klarinette und Klavier mit einem Medley bekannter Kinderlieder, „Männer“ von Herbert Grönemeyer oder dem Bodo-Wartke-Lied „Teenager zu sein“, das ironisch mit dem Erinnern der Eltern an die eigene Jugend spielt. Vom Können der beiden Musiker könnte das Programm noch mehr vertragen, das Hauptaugenmerk liegt auf den Texten und auf Trischan senior.

Von Christian Kunze

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