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Mit GPS auf Schatzsuche in der Region Oschatz

Bildung und Natur Mit GPS auf Schatzsuche in der Region Oschatz

Geocaching liegt seit Jahren im Trend und verbindet moderne Technik mit der Bewegung in der Natur. Pädagogen nutzen das Hobby inzwischen für Umwelt- und Geschichtsbildung – auch in und um Oschatz wird der wissbegierige Geocacher fündig.

Der Oschatzer Rosensee hält einige Geheimnisse für Geocacher bereit.

Quelle: Christian Neffe

Collm-Region. Am Sonntag begeben sich die Kleinen und Großen wieder auf die Wiesen und in die Gärten, um der alljährlichen Suche nach Ostereiern zu frönen. Wer von der Schatz-Hatz im Grünen nicht genug bekommt, der kann sich schon seit geraumer Zeit beim Geocaching ausprobieren. Diese moderne Form der Schnitzeljagd erfreut sich schon länger enormer Beliebtheit – und wird inzwischen auch von Pädagogen genutzt.

Wer bisher noch nichts von den GPS-Schatzsuchern mitbekommen hat, muss sich nicht wundern: Die Geocacher (Aussprache: Geokäscher) sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die ihre Aktivitäten vor „Uneingeweihten“ geheim halten. Eines ihrer Gebote: Die Muggel – so werden in „Harry Potter“ sämtliche Nicht-Zauberer bezeichnet – sollen möglichst nichts von der Schatzsuche mitbekommen. Die Eingeweihten wiederum verstecken kleine Pakete in Nischen, unter Steinen oder in Baumhöhlen – zum Beispiel am Oschatzer Rosensee – und versehen das Ganze oft noch mit kleinen Rätseln und veröffentlichen die GPS-Koordinaten im Internet. Andere Geocacher sollen diese Verstecke dann suchen, sich in das darin befindliche Logbuch eintragen und den Fund melden. Das Sammeln von Punkten ist dabei nur ein netter Nebeneffekt: In erster Linie geht es um die intellektuelle Herausforderung, das Gemeinschaftsgefühl und die Aktivität im Freien.

Pädagogische Ziele für beliebte Freizeitaktivität

Dazu gehört auch, dass Geocaches zu kommerziellen, religiösen, politischen, karitativen oder sozialen Zwecken ungern gesehen sind. Das hält progressive Geister aber natürlich nicht davon ab, die vor allem in den USA, Tschechien und Deutschland sehr beliebte Freizeitaktivität für pädagogische Ziele zu nutzen. Einer dieser Vordenker ist Kay Meister. Der Diplom-Biologe ist Lehrer in einer Einrichtung für Drogentherapie und leitet außerdem die Naturschutzstation in Pobershau im Erzgebirge. Dort organisiert er jährlich 30 bis 40 Ökorallyes für Schulklassen. Mehrere Gruppen werden dabei zu einem Punkt gelotst und sollen dort simple Fragen beantworten (Wie viele Buchen stehen hier? Welches Tier lebt hier?), deren Beantwortung die Koordinaten der nächsten Station ergibt. Spiel, Bildung und Technik werden miteinander verwoben. „Im besten Fall bemerken die Kinder den Bildungsaspekt gar nicht. Es wird eher als sportliche Aktivität wahrgenommen“, so Meister.

Die Erfahrung aus diesem Programm, das die sächsische Landesstiftung 2012 gemeinsam mit tschechischen und polnischen Partnern entwickelte, gibt Meister regelmäßig an Umweltpädagogen aus dem Freistaat weiter – zuletzt in der Ökologischen Station Naundorf. Dort suchte die 13-köpfige Truppe aus ganz Sachsen mit GPS-Geräten nach Geocaches. „Das Feedback ist immer sehr positiv.“

Heimatgeschichte mit Geocaching vermitteln

Auch Heimatgeschichte lässt sich vortrefflich mittels Geocaching vermitteln. So finden sich in Oschatz sechs Stationen, die Einheimischen und Touristen nicht nur Wissen über die St.-Aegidien-Kirche oder die Stadtmauer vermitteln, sondern die Sucher auch zwingen, diese selbstständig zu erkunden.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und die verborgenen Geheimnisse der Collm-Region erkunden will, braucht nicht viel: Ein kostenfreies Konto auf www.geocaching.com, ein GPS-Gerät oder modernes Handy sowie ein wenig Einarbeitungszeit in das Vokabular. Für Langzeitmotivation ist gesorgt, versichert Meister, denn: „Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem nicht so ein Paket liegt.“

Von Christian Neffe

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