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Mit Raupe, Dumper und Bagger in die Sandgrube

Mit Raupe, Dumper und Bagger in die Sandgrube

Früher besaß fast jeder Ort eine oder mehrere kleine Sandgruben. Mit kleinen Traktoren oder Pferdegeschirren wurde der Sand abgeholt, um meist beim Hausbau Verwendung zu finden.

Mit der Gründung der LPG, der Erweiterung der Betriebe und mit dem verstärkten Bau von Wohnungen reichten die vorhandenen kleinen Sandgruben nicht mehr aus, um den gestiegenen Sand- und Kiesbedarf zu decken. Die Beschaffenheit des Sandes erfreute jedoch nicht immer die Bauleute. Viele Verunreinigungen minderten die Qualität des Sandes.

 

So ging man in den Jahren um 1960 auf die Suche nach größeren und qualitativ besseren Kieslagerstätten. Der Leiter der Sandgrube Altoschatz befuhr die Straße von Luppa nach Dahlen. Am Ortsausgang wurden neue Wohnhäuser gebaut. Die Kräne, welche die Baugruben aushoben, brachten herrlichen Kies zu Tage. Die anwesenden Brunnenbauer förderten gleichfalls Sand aus noch größerer Tiefe.

 

So wurden die Geologen beauftragt, im Raum Luppa, Malkwitz nach Kies zu bohren. Dabei wurden in diesem Raum größere Kiessandlager entdeckt. Die Geologen errechneten, dass bei einer Fördermenge von 150 000 Kubikmeter pro Jahr die Kiesgewinnung weit über 30 Jahre möglich wäre.

 

Der Altkreis Oschatz brauchte größere Mengen Kies. Man hatte sich schon damit befasst, diese Mengen aus anderen Kreisen zu beziehen. Die riesigen Lager von Kies im Luppaer Raum, die durch die Eiszeit hier entstanden waren, machten ab 1962 die Förderung durch die Sandgrube Luppa möglich.

 

Mit Raupe, Dumper und Bagger wurde die Mutterbodenschicht abgetragen und man stieß auf eine durchschnittliche Kiessandschicht von bis zu 18 Meter Höhe. Gemäß geologischen Gutachten konnten davon 15 Meter genutzt werden.

 

Davon stehen etwa sechs Meter oberhalb des Grundwasserspiegels, welcher nicht abgesenkt werden darf. Mittels großer Eimerkettenbagger wurde der Kies gefördert. Das Abbaufeld I (heute Naturbad) wurde zuerst aufgeschlossen. Der Abbau war bis zur Straße Dahlen-Malkwitz vorgesehen. Wegen Braunkohle im Kies, wodurch der Kies zum Betonieren ungeeignet war, begann man das zwischen Abbaufeld I und Luppaer Ortsrand gelegene Abbaufeld II zu erschließen. Als dieses zum größten Teil erschöpft war, begann man links der Straße Luppa-Dahlen, unmittelbar hinter dem Ortsrand, mit dem Abbaufeld III und später noch mit dem Abbaufeld IV in Richtung Dahlen. Hier war der Abbau bis zur Eisenbahnstrecke Leipzig-Dresden vorgesehen. Im Jahr 2000 wurde nur noch in den Feldern III und IV gefördert. Aus dem Jahre 1986 wird berichtet, dass die Kiesgrube Luppa in zwei, ja oft sogar in drei Schichten arbeitet, dass etwa 30 Belegschaftsmitglieder hier arbeiten und etwa 470 000 Tonnen Sand pro Jahr gefördert werden.

 

Saugspülbagger in den Feldern III und IV sollen den Sand aus bis zu 25 Meter Tiefe gewinnen. In zwei Schichten wird der Kies zum Betonwerk Oschatz, nach Wurzen, Leipzig und anderen Orten durch große Lkw transportiert.

 

Nach 1980 begann man mit der Bahnverladung von Kiesganzzügen, die vom Bahnhof Dahlen nach Berlin und zu anderen Wohnungsgroßbaustellen, rollten.

Arndt Schuster

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