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Oschatz Mit dem Wilden Robert auf Wodkafahrt
Region Oschatz Mit dem Wilden Robert auf Wodkafahrt
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15:47 28.02.2018
Seit es den Russischen Sonntag bei der Döllnitzbahn gibt, sind Patrice Kötz (vor sitzend) aus Glossen mit seine Freunde nicht nur Mitfahrer, sondern werden Akteure. Stets lassen sie sich eine besondere Kostümierung einfallen.  Quelle: Fotos: Bärbel Schumann
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Mügeln

 Der Nebel ist verschwunden. Die Sonne beginnt zu lachen, als freue sie sich über das Wetter. So sorgt sie für gute Stimmung bei Jungen wie Alten, die sich an diesem Sonntagmorgen auf dem Mügelner Bahnhof eingefunden haben. Eine Dampflok steht mit Waggons bereit. Mehr als sonst, denn Gruppen haben ihr Kommen am Russischen Sonntag bei der Döllnitzbahn angemeldet.

Auf dem Bahnsteigt wartet auch der Trebsener Hans-Jürgen Müller auf die Abfahrt des Zuges in Richtung Oschatz. Mit einem Freund sei er unterwegs und für Spaß zu haben, was er auch als Mitglied der Himbeerband unter Beweis stelle. Spaß heißt an diesem Sonntag für ihn, sich mit Schapka und dazugehöriger Jacke dem Zugmotto anzupassen.

Vom Reisebus in die Döllnitzbahn

Unterdessen strömen die Passagiere eines Reisebusses dem Zug entgegen. Kaum haben sie einen Platz im Inneren gefunden, kreisen kleine Wodka-Flaschen und Russischbrot.

Mit eingestiegen ist der Mügelner Christoph Lobe. Wie in den Vorjahren verkörpert er diesmal wieder einen Russischen Armeeangehörigen. Das Mitglied eines historischen Traditionsvereins nutzt Veranstaltungen wie den Russischen Sonntag, um sein Hobby in der Öffentlichkeit zu pflegen. Diesmal entscheidet er sich für einen Zollbeamten, die Uniform samt aller Ausrüstungsteile ähnelt dem Original. Sogar an Kleinigkeiten, die für Augenzwinkern bei so manchem Passagier sorgen, hat er gedacht: Wodka in einer Feldflasche, ein Glas russisch eingelegter Kürbis und einiges andere mehr. Als der Zug schon eine Weile in Richtung Oschatz unterwegs ist, stimmt spontan ein Mitglied der Reisegruppe ein russisches Lied an. Es dauert nicht lange, bis daraus ein vielstimmiger Chor wird. Während drinnen gesungen und gescherzt wird, eilt die Winterlandschaft einem Film gleich vor den Fenstern vorüber.

Beliebtes Fotomotiv

Immer wieder sind an der Strecke Fotografen und Kameraleute zu sehen. Bei dem Winter-Bilderbuch-Wetter kein Wunder. An den Haltepunkten steigen immer wieder Passagiere zu, doch nur ganz selten ist jemand dabei, der sich entsprechend des Mottos kostümiert hat. Schade eigentlich, auch die typisch russischen Folkloreklänge vermissen einige Mitreisende. „Ich hatte mir russisches Feeling mit dampfenden Samowaren in den Zugabteilen und typisch russische Speisen vorgestellt. Meine Erwartungen nach den Ankündigungen sind nicht so ganz erfüllt“, bemerkt eine der Frauen aus Reisegruppe. Am Packwagen bildet sich unterdessen eine Warteschlage. Glühwein, Tee, Grog und natürlich Wodka sind hier zum Wärmen die Renner. Ute Müller und Anne Kathrin Fischer vom Bahnteam haben alle Hände voll zu tun. Die Pause in Oschatz ist länger, als an anderen Haltepunkten, schließlich wartet der Wilde Robert auf mögliche Passagiere des Regionalexpresses aus Leipzig. Die stellen sich ein, sind voller Erwartung. Zurück geht es Minuten später in Richtung Mügeln. Angekommen, herrscht hier emsiges Treiben zwischen Ankunft und der Abfahrt nach Glossen.

Soljanka köchelt im Kessel

Viele Gäste haben Hunger. Vorgesorgt ist, so brodelt zum Beispiel im Kessel über dem offenen Feuer am Rande der Gleise mit russischer Soljanka. Maximilian Küster vom Förderverein ist dafür verantwortlich. Unter den neuen Gästen auf dem Bahnhof tragen einige echt russische Fellmützen oder haben einfach eine der alten Uniformen übergestreift. Für manchen Fototouristen ist das natürlich ein willkommenes Motiv. Doch dann setzt sich die Zugschlange in Bewegung, steuert Glossen an. Dort wartet Patrice Kötz bereits mit Freunden. Sie sind Stammgäste beim Russischen Sonntag und waren in der Vergangenheit immer für eine Überraschung in Sachen Kostüme gut. Diesmal tragen sie alte Armeeuniformen, haben sogar ein historisches Fahrrad dabei, was belächelt wird.

Von Bärbel Schumann

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