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Mit dem Wilden Robert nach Kemmlitz

OAZ-Gewinner Mit dem Wilden Robert nach Kemmlitz

Siegfried Liehr hatte bei der OAZ eine Tageskarte für eine Fahrt mit dem Wilden Robert nach Kemmlitz gewonnen. Und er ist von der neuen Strecke begeistert.

Siegfried Liehr ist begeistert von der Natur entlang der Strecke

Quelle: Bärbel Schumann

Mügeln. Eigentlich hätte Siegfried Liehr in Oschatz in die Schmalspurbahn steigen können, da er eine der beiden Tageskarten für die Sonderfahrten des „Wilden Robert“ bis nach Kemmlitz an diesem Wochenende gewonnen hatte. „Das war mir aber zu riskant, denn ich habe mich darauf gefreut, im Panoramawagen Collmblick mitzufahren. Der verkehrt nur von Mügeln bis Kemmlitz. Ich hätte in Mügeln umsteigen müssen. Das Risiko, keinen Platz zu finden, war mir als Bahnfan einfach zu hoch“, erklärte der Oschatzer. Zudem hatte er so noch genügend Zeit zuvor und danach, um auf dem Mügelner Bahnhof Schnappschüsse von den Loks und der Atmosphäre auf dem Bahnhof anzufertigen. Schließlich sicherte sich der 64-Jährige einen der schönsten Plätze im Panoramawagen.

Sonderfahrt nach Prag

Auf die Abfahrt wartend, gestand er, dass er ein Fan der Schmalspurbahn sei. „Ich stamme aus Naundorf. Vom Dachgarten unserer Wohnung konnte ich auf die Bahnlinie schauen und die Züge beobachten“, so Liehr. Vor vier Jahren habe er sogar eine Dampfloksonderfahrt bis nach Prag mitgemacht, das sei ein super Erlebnis gewesen.

Unterdessen ist der Zug aus Oschatz angekommen, das Wettrennen um die letzten Plätzte unter freiem Himmel ist zu Ende. Kaum wird das Signal an diesem Sonntagmorgen zur Abfahrt gegeben, setzt sich der Zug in Bewegung. Diesmal ist der Lichtenauer Werner Springer der Lokführer. Ehrenamtlich, genauso wie sein Spannemann im Führerstand, Matthias Müller. Beide gehören dem Förderverein Wilder Robert an. Flott geht die Fahrt mit der 574er Dampflok voran. Stadtkirche, Schloss Ruhetal und andere markante Bauten Mügelns sind in Sichtweite. Wer im „Collmblick“ sitzt, bekommt im Fahrtwind nicht nur die Dampfwolke zu spüren. „Man riecht auch den Wilden Robert, das gehört dazu“, bemerkt Liehr, während der Zug sich Nebitzschen genähert hat. Von hier bis nach Kemmlitz ist die Strecke nach zehn Jahren an diesem Wochenende wieder in Betrieb genommen worden.

Poppitz grüßt Mügeln

Die ersten Streckenmeter fährt bis zum Abzweigung nach Glossen ein Triebwagen nebenher. „Das bekommt man nicht alle Tage geboten“, meint der Oschatzer und macht ein Foto. Kurz darauf sind die ersten Häuser von Poppitz in Sicht. Eine Familie hat sogar ein Transparent am Haus mit dem Schriftzug „Poppitz grüßt Mügeln“ aufgehangen. Das kommt an. „Die Strecke bis nach Kemmlitz ist einfach Natur pur“, schwärmt der Oschatzer in Kemmlitz, Bahnhof Ort angekommen. Hier heißt es aussteigen, denn die Dampflok muss umspannen. Unzählige Fotoapparate werden gezückt. Fahrtgäste wie Liehr, Anwohner und Bahntouristen kommen dabei ins Gespräch. Zu ihnen gehört auch Detlef Koltermann, der an der Bahn wohnt. Der ehemalige Dresdner gehört zu den Gründern der Glossener Feldbahnanlage und zog – auch wegen seines Hobbys Bahn – in die Region, an die Bahnlinie.

Ex-Reichsbahnrat kontrolliert

Dann heißt es wieder einsteigen. Kaum sind die Sitzplätze belegt, kommt Mario Schöning, ein ehemaliger Reichsbahnrat aus Berlin, und kontrolliert die Fahrkarten. Der Senior in ehemaliger Reichsbahn-Dienstbekleidung erklärt, dass an diesem Wochenende etliche Mitglieder anderer Interessengemeinschaften und Schmalspurvereine die Döllnitzbahn unterstützen. Entlang der Strecke stehen zig Bahnfans und andere Neugierige, um den Panoramawagen in Aktion zu erleben. Unterdessen sinnt Siegfried Liehr darüber nach, dass es sich lohne, eine Tour mit der Bahn zu fahren und dann mit dem Rad den Rückweg anzutreten. „Schade, dass es zur Strecke des Wilden Robert kaum einen Radweg parallel gibt“, meint der leidenschaftliche Radfahrer. Wieder in Mügeln angekommen, steht für den Oschatzer fest, dass es die nächste Fahrt mit dem Panoramawagen schon bald folgen soll. „Dann nehme ich aber meine Familie mit. Die muss das auch mal erleben.“

Von Bärbel Schumann

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