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Oschatz Modellprojekt in der Region Oschatz: Junge Flüchtlinge werden fit für die Lehre gemacht
Region Oschatz Modellprojekt in der Region Oschatz: Junge Flüchtlinge werden fit für die Lehre gemacht
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06:00 14.09.2016
Heike Schmidt Quelle: Foto: Landratsamt
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oschatz

Die Flüchtlinge in Nordsachsen sollen in die Gesellschaft integriert werden. Darin waren sich die Teilnehmer des nordsächsischen Flüchtlingsgipfels einig (wir berichteten). Dafür sollen neue Struktuern geschaffen werden. In der Region Oschatz ist zum Beispiel geplant, ein Modellprojekt zur Förderung minderjähriger Ausländer ohne Familien zu starten. Die OAZ befragte dazu die zuständige Sozialdezernentin Heike Schmidt.

Warum wurde genau die Region Oschatz für das Projekt ausgewählt?

Die Schulpflicht konnte bisher in Oschatz nicht in der erforderlichen Weise sichergestellt werden, so dass wir uns dem Problem im Gegensatz zu den anderen Regionen im Landkreis besonders zugewandt haben. Da sich das Projekt besonders den unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden widmet und ein Bildungsträger in Dahlen gleichzeitig auch 36 von ihnen untergebracht hat, wollten wir diese Situation ausnutzen. Im Sozialraum Oschatz sind das jetzt etwa 65 Jugendliche, die an drei Standorten in Wohngruppen untergebracht sind und durch Träger der Jugendhilfe betreut werden.

Wie viele Jugendliche können an diesem Projekt teilnehmen?

Wir gehen davon aus, dass das Interesse sehr groß ist, da alle eine Ausbildung in Deutschland machen wollen. Deshalb versuchen wir, alle Betroffenen an das Projekt zu vermitteln. Es gibt also keine speziellen Auswahlkriterien.   Die Grundlagen müssen schnell und zügig und so intensiv wie möglich gelegt werden. Zur Zeit leben in Oschatz ausschließlich männliche unbegleitete Minderjährige, generell könnten aber auch Mädchen teilnehmen. Da werden keine Unterschiede gemacht.

Warum richtet sich das Angebot nur an jugendliche Ausländer ohne Familie?

Wir sind erst mal auf Grund der bereits erwähnten Situation nur von dieser Gruppe von Jugendlichen ausgegangen. Sie sind allein hier, haben keine familiäre Unterstützung. Sie so schnell als möglich mit Blick auf das 18. Lebensjahr und der danach folgenden Eigenverantwortlichkeit zu fördern und zu fordern, ist unser Auftrag. Möglicherweise, wenn das Projekt greift, könnte dies auch ein Projekt für alle minderjährigen Asylsuchenden und -bewerber werden.

Wie genau wird das Projekt ablaufen?

Die konkreten Vorbereitungen sollen bis  Mitte Oktober – so der Plan – abgeschlossen werden. Es sollen in der Woche im Wechsel zwei Klassen in den Bereichen Schulpflicht und Lebensalltags-/Praxiskompetenzvermittlung unterrichtet werden. Dies bedeutet eine intensive und hoffentlich nachhaltige Förderung zur Vorbereitung der Aufnahme von Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit zur weiteren Feststellung von Kompetenzen zur Aufnahme einer Ausbildung beziehungsweise weitergehender berufsvorbereitender Maßnahmen.

Was kostet das Ganze?

Dies ist noch nicht abschließend entschieden, soll aber eine Maßnahme im Rahmen der Fachkräfteallianz Nordsachsen werden.

Wie realistisch ist es, dass die jungen Menschen nach eineinhalb Jahren wirklich in der Lage sind, eine Ausbildung in Deutschland zu absolvieren – auch im Hinblick auf die Sprache?

Ziel ist es, wie bereits gesagt, sie im Rahmen eines Intensivkurses zu befähigen, neben der Schulpflicht, bei der sie Deutsch lernen, gleichzeitig auch in anderen Bereichen ihre erlernten Sprachkenntnisse anzuwenden und zu verbessern und dadurch zu erkennen, welche der jungen Leute für welchen weiteren Werdegang geeignet sind. Es wird auf jeden Fall nicht so einfach, wie es sich manche vorstellen. Aber wir müssen es versuchen, um so wenigstens einen gewissen Anteil der Jugendlichen in Richtung Ausbildung zu bringen. Motiviert sind jedenfalls die meisten.

Über was für Ausbildungen reden wir?

Ich denke, es handelt sich hauptsächlich um Berufe im handwerklichen Bereich.

Interview: Nathalie Rippich

Von Nathalie Helene Rippich

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