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Oschatz Mücken außer Rand und Band
Region Oschatz Mücken außer Rand und Band
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16:41 09.07.2013

Die Quälgeister haben sich im feuchten Frühjahr und nach dem Juni-Hochwasser stark vermehrt und machen jetzt Jagd auf ihre Opfer.

Als Jan Petersen gestern Früh im Wald bei Luppa unterwegs war, kam er den Brutstätten der Stechmücken ganz nah. "Der Kiefernwald steht hier noch unter Wasser. Und in diesen Tümpeln vermehren sich die Mücken", weiß der Oschatzer Revierförster. Nach seiner Einschätzung haben sich die Insekten in den vergangenen Wochen außergewöhnlich stark vermehrt und sind ungewöhnlich aggressiv. "Die setzen sich auf die Haut und stechen sofort. Das ist schon extrem mittlerweile", hat der Förster beobachtet. Besonders schlimm sei es, wenn er sich in den Abendstunden auf die Jagd begebe. Petersen schützt sich mit langer Kleidung vor den Quälgeistern. "Am besten mit mückensicher gewebten Sachen." Und auf die freien Hautstellen sprüht er Spray gegen die Plagegeister.

Ganz so schlimm wie im Wald ist es in der Oschatzer Gartensparte "Erich Billert" nicht. "Zu unserem Gartenfest am vergangenen Wochenende haben wir das schon bemerkt - es ist aber noch nicht unerträglich", sagt der Vereinsvize Horst Schulz. Betroffen sind vor allem Kleingärtner, die ihre Idylle mit einem Teich geschmückt haben. Wasser zieht die Mücken an. Und es gibt noch eine andere Flüssigkeit, die Mückenangriffe garantiert. "Die Damen sollten auf keinen Fall Parfüm verwenden, dann wird das alles nur noch schlimmer", weiß Horst Schulz. Wer sich der Plagegeister nicht erwehren kann, für den hat der Kleingärtner einen ganz praktischen Tipp: "Dann muss man eben nach Hause gehen."

Bei Cerstin Bochenek suchen die Oschatzer Hilfe, die sich nicht rechtzeitig aus dem Staub machen konnten. "Ich habe deutlich mehr Patienten mit Mückenstichen - die Entzündungen sind so aggressiv, wie wir das sonst nicht kennen", sagt die Hautärztin und Allergologin. Ein Betroffener habe eine Woche nicht arbeiten können. Nach einem Mückenstich, so die Fachärztin, habe sich sein Bein derart entzündet, dass er nicht mehr laufen konnte. Wer auf die Insektenstiche allergisch reagiert, dem verordnet Cerstin Bochenek antiallergische Medikamente. Auch Antibiotika hat sie schon verschrieben.

In der Löwen-Apotheke am Neumarkt sind Mückensprays seit Tagen der Verkaufsschlager. "Wir haben eine sehr hohe Nachfrage. Nach dem Hochwasser 2002 war das genauso", erinnert sich die Pharmazie-Ingenieurin Sabine Schöne. Neben Mückensprays können sich die Kunden der Apotheke auch mit Lavendel- oder Teebaumöl eindecken, um sich gegen die angriffslustigen Insekten zu schützen. "Der Geruch des Öls überdeckt den Körpergeruch - und soll so Mücken vom Stechen abhalten", weiß Sabine Schöne. Hilft das alles nichts, und an den Einstichstellen ist es zu größeren Hautreaktionen gekommen, dann empfiehlt die Fachfrau: "In solchen Fällen sollte man eine Creme, die etwas Cortison enthält, auf die betroffenen Stellen auftragen."

Frank Hörügel

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