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Mügeln bangt bei Starkregen vor Hochwasser

Infrastruktur Mügeln bangt bei Starkregen vor Hochwasser

Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes sind dabei, die Straßeneinläufe und Gullideckel auf freien Ablauf von Regenwasser zu überprüfen. Denn schüttet es in Mügeln vom Himmel wie aus Eimern, besteht Hochwassergefahr. Doch das erforderliche Hochwasserrückhaltebecken bekommt die Stadt nicht.

Wenn es in Mügeln stark regnet, müssen die Einwohner mit Hochwasser in den Straßen der Stadt rechnen.

Quelle: Dirk Hunger (Archiv)

Mügeln. Die Region Mügeln blieb zum Glück vom jüngsten Starkregen und damit vom Hochwasser verschont. Damit das möglichst auch in Zukunft so bleibt, sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes derzeit dabei, die Straßeneinläufe und Gullideckel auf freien Ablauf des Regenwassers zu kontrollieren.

Das soll nach und nach geschehen, wie Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) informiert. „Wir können aber nicht gleichzeitig überall sein“, so Ecke, der in diesem Zusammenhang die Bürger bittet, Hinweise zu geben, wo es möglicherweise Probleme an Brücken, Durchlässen und Einläufen gibt. Auch das Regenrückhaltebecken, das sich im Zuständigkeitsbereich der Stadt befindet, soll laut Ecke kontrolliert werden.

Bauhofmitarbeiter haben viel zu tun

Am Dienstag sorgten die Bauhofmitarbeiter für freie Straßeneinläufe in Crellenhain, in der Südstraße, Nordstraße und Altmügeln. Am Mittwoch soll es in Mügelns Hauptstraße, der Friedhofsstraße und Rosa-Luxemburg-Straße weiter gehen. Danach folgen die Nebenstraßen. „Wir haben auf alle Fälle bis einschließlich Ende nächster Woche voll zu tun und hoffen, dass es nicht regnet“, sagt Rico Müller vom städtischen Bauhof. Problematisch sei der Mühlgraben, der bei Starkregen nicht so viel Wasser aufnehmen könne und dringend geräumt werden müsse.

Starkregen führt in Mügeln zu einer Zitterpartie

„Den Mühlgraben zu räumen, ist eine notwendige Gewässer-Unterhaltungsmaßnahme, aber sie löst das Hochwasserproblem von Mügeln nicht“, verdeutlicht Mügelns Bauamtsleiterin Karin Uhde. „Starkregen führt in Mügeln jedes Mal zur Zitterpartie. Sind Döllnitz und Mühlgraben voll, können die Kanäle nicht mehr ausschütten. Wenn der Hasenbach viel Wasser bringt, trägt auch er erheblich zur Hochwassersituation der Döllnitz im Stadtgebiet bei. Das Wasser muss vor der Stadt zurückgehalten werden, doch der Freistaat übernimmt den Bau eines Hochwasser-Rückhaltebeckens für den Hasenbach nicht, weil es sich beim Hasenbach um ein Gewässer 2. Ordnung handelt“, ist die Bauamtsleiterin sauer.

Hochwasser-Rückhaltebeckens scheitert

Dabei nimmt der Hasenbach unter anderem auch Oberflächenwasser von der A 14 auf und bringt es nach Mügeln. Bereits nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 wurde ein Hochwasserschutzkonzept für die Döllnitz erarbeitet, das den Bau eines Hochwasser-Rückhaltebeckens hinter dem Stadtbad für den Hasenbach vorsah. Doch das Fünf-Millionen-Projekt sei dann mit der Begründung nicht zustande gekommen, dass der Freistaat nur Hochwasserprojekte für Gewässer 1. Ordnung selber baue. Für Gewässer 2. Ordnung sei die Stadt zuständig.

„Natürlich könnten wir Fördermittel beantragen, müssten aber dennoch einen Eigenanteil von etwa 500 000 Euro tragen. Und das Rückhaltebecken müsste anschließend auch von Fachleuten unterhalten werden, was ebenfalls erhebliche Kosten verursacht.“ Eine Lösung des Problems sei derzeit nicht in Sicht.

Von Heinz Großnick

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Mügeln
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