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Oschatz Mügelner Ehepaar für Flüchtlingshilfe ausgezeichnet
Region Oschatz Mügelner Ehepaar für Flüchtlingshilfe ausgezeichnet
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15:43 28.03.2017
Engagieren sich für Flüchtlinge: Für Holger Marx und seine Frau Ines ist dies zur Herzenssache geworden. Quelle: Bärbel Schumann
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Mügeln

Einmal in der Woche kommen Lehrerin Ines Marx und ihr Mann Holger zum Mügelner Pfarramt. Nicht etwa eine kirchliche Veranstaltung steht dann auf dem Programm, sondern das Grauschwitzer Ehepaar hilft in Mügeln und in den Ortsteilen lebenden Flüchtlingen bei ihrem Start in einem für sie fremden Land.

Auch an diesem Nachmittag ist das so. Doch diesmal wird nicht nur gelernt, sondern auch Kreatives steht auf dem Programm. Kreativpädagogin Annegret Kaiser aus Querbitzsch will mit den Frauen und Männern Filzschmuck anfertigen. Während die Jüngeren unter den Asylsuchenden schnell Kontakt zu Gleichaltrigen bekommen, fällt das den Frauen und Männern jenseits der 40 schon schwerer. Deshalb hat das Mügelner Bündnis für Toleranz, Menschlichkeit und Barmherzigkeit, das sich 2015 fand, um Asylsuchende und Flüchtlinge zu unterstützen, nicht nur eine Möglichkeit zum Lernen der deutschen Sprache organisiert. Es unterbreitet den Menschen aus den anderen Kulturen verschiedenste Angebote.

Als sich in Mügeln 2015 das Bündnis gründete, um Asylsuchende zu unterstützen, war es für Ines (52) und Holger (57) Marx selbstverständlich, sich hier zu engagieren. Beide sind Menschen, die keine großen Reden schwingen. In ihrem Wesen ruhig und bescheiden, handeln sie einfach. So erklärte sich die Lehrerin für Russisch, Französisch und Religionspädagogik bereits bei Ankunft der ersten Asylsuchenden bereit, ihnen beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen. Seitdem findet regelmäßig in Mügeln einmal in der Woche, auch mit Unterstützung anderer Helfer, ein Unterrichtsnachmittag statt. Individuell wird hier vor allem Erwachsenen geholfen. Holger Marx bringt sich hier ebenso ein. So konnten die beiden Grauschwitzer ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu vielen Asylsuchenden aufbauen. Fahrten zum Arzt, die Begleitung zu Behördenterminen, das Mitnehmen zu Veranstaltungen, beratende Worte in Notsituationen sind für die Familie ebenso selbstverständlich bei ihrer Hilfe geworden. Oft kommen dabei die eigenen Autos zum Einsatz, werden Flüchtlinge beispielsweise auch beim eigenen Besuch von Kulturveranstaltungen mitgenommen. Das schafft Vertrauen und so erfährt das Ehepaar auch viele Details der Lebensgeschichte dieser Menschen.

„Es ist schon erstaunlich, was die Familien in ihrem Heimatland durchmachten oder was sie bei ihrer Flucht erlebten“, erzählt Ines Marx. Da erscheinen Sorgen und Probleme bei uns vielfach banal.

Ines Marx und ihr Mann Holger wuchsen nahe Lommatzsch auf. Nach dem Studium kam Ines Marx nach Wermsdorf an die Oberschule, wechselte später an das Harthaer Gymnasium, wo sie derzeit unterrichtet. Ihr Mann musste seinen Klempnerberuf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und engagierte sich seitdem sozial. Zwei ihrer drei Kinder machten sie inzwischen zu sechfachen Großeltern. Als Christen bringen sie sich in der Kirchgemeinde und darüber hinaus ein. So war Ines Marx über zwölf Jahre lang Mitglied der Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Aber auch in Kirchenvorständen engagieren sie sich.

Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke ehrte das Grauschwitzer Ehepaar auf dem Frühlingsempfang der Stadt mit der „Goldenen Gans“, einer 2013 geschaffenen Auszeichnung der Stadt für bürgerschaftliches Engagement. Zudem dankte Ecke auch Dieter Winkler und Sebastian Herbst vom Bündnis für ihren Einsatz bei der Betreuung der in Mügeln lebenden Flüchtlinge.

Von Bärbel Schumann

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