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Mügelner Feuerwehrchef brennt für Feuerwehrautos

Feuerwehr Mügelner Feuerwehrchef brennt für Feuerwehrautos

Ingo Fischer ist nicht nur Feuerwehrmann mit Leib und Seele, sondern auch ein leidenschaftlicher Sammler. Der 52-jährige Mügelner besitzt über 300 kleine Feuerwehrfahrzeuge.

Ingo Fischer hat die kleinen Autos gut geordnet.

Quelle: kristin engel

Mügeln. Überall an den Wänden seines Hauses kann man kleine Feuerwehren erkennen. In der Wohnstube sind beleuchtete Regale in die Wand eingebaut, wo die kleinen Fahrzeuge Platz finden. Etwa 150 Stück in den unterschiedlichsten Formen und Ausführungen befinden sich im Haus. „Draußen, in Kartons verstaut, sind mindestens genauso viele, die noch keinen Platz im Haus gefunden haben“, sagt Ingo Fischer. Was ihn mit den kleinen Feuerwehren verbindet? Der Mügelner ist selbst Feuerwehrmann mit Leib und Seele. In Leipzig arbeitet er bei der Berufsfeuerwehr. In Mügeln ist er Stadtwehrleiter und stellvertretender Ortswehrleiter.

Die meisten seiner Modelle sind aus der Reihe des Herstellers Siku (Sieper-Kunststoffe). Das sind nun auch die einzigen Modelle, von denen er sich auch jetzt noch welche anschaffen würde. „Ich muss langsam etwas kürzer treten mit meiner Sammlung, oder ein zweites Haus bauen, um überhaupt Platz für sie zu schaffen“, sagt er mit einem Lachen. Da kommt ihm ein Gedanke. Er hat noch das aller erste Matchboxfahrzeug – natürlich als Leiterwagen der Feuerwehr – das er bereits als Kind bekam. „Dieses wurde damals noch in England hergestellt. Meine Eltern hatten es mir im Intershop gekauft – für zwei D-Mark. Ich denke, zu dieser Zeit fing alles an. Im Osten haben wir damals kaum solche Spielzeuge bekommen. Ich habe einige Modelle, auf denen vermerkt ist ‚Made in W-Germany‘.“

Nach der Wende Matchbox-Autos gesammelt

Nach der Wende begann er damit, Matchbox beziehungsweise Metallmodelle zu sammeln. „Das hab’ ich mir einfach gegönnt“, erinnert sich der 52-Jährige. Damals habe er aber den Fehler begangen, die Kartons wegzuwerfen. Das passiert ihm heute nicht mehr. Entweder die Spielzeuge bleiben darin verpackt, oder sie werden separat aufbewahrt. Denn in Kombination mit den Kartons können die kleinen Fahrzeuge später mal einiges Wert sein. Jeder Spielzeughersteller aus den unterschiedlichsten Ländern kreiert eigene Fahrzeuge. Auch die Modelle der amerikanischen Firma Corgi faszinierten ihn. „Es gibt heute mehrere Verlage, die Sammel-Abos für Feuerwehrfahrzeuge aus aller Welt anbieten. Die sind sehr detailgetreu, dann aber wirklich nur zum Anschauen. Aber wie gesagt: Der Platz ist begrenzt.“

Doch auch wenn sie „Spielzeug“ genannt werden, wird mit ihnen nicht gespielt. Und wenn das siebenjährige Töchterchen Helene und ihre Freunde Ingo Fischer doch mal dazu überredet haben, mit den Fahrzeugen zu spielen, dann nur mit einem und nur unter Aufsicht. Er hat somit einige, die er in einem guten Zustand verkaufen könnte. Doch sich zu trennen würde ihm leicht fallen.

Mercedes-Rundhauber als Drehleiter

In seiner Sammlung befinden sich zwei Fahrzeuge, die die Kleinformate alter Feuerwehrwagen darstellen. „Die sogenannten ,Rundhauber’. Diese Oldtimer gefallen mir am besten.“ So bekam er auch von seiner großen Tochter einen Mercedes-Rundhauber als Drehleiter geschenkt. „Um diesen zu bekommen, musste sie den eigentlichen Besitzer ziemlich lange überreden. Sie wusste genau, dass mich diese Modelle von SIKU aus den 1960iger Jahren faszinieren“, erinnert er sich.

Über 300 kleine Feuerwehrfahrzeuge hat Ingo Fischer gesammelt

Über 300 kleine Feuerwehrfahrzeuge hat Ingo Fischer gesammelt.

Quelle: kristin engel

Wer jetzt denkt, dass Ingo Fischer an allen Feiertagen – egal ob Weihnachten, Geburtstag oder Ostern – nur Spielzeugfeuerwehren geschenkt bekommt, der irrt. „Ich kaufe mir die Modelle meistens selber. Nur ich weiß, welche ich bereits besitze und welche ich noch unbedingt in meiner Sammlung haben möchte.“ Ausgestellt hat Ingo Fischer seine Modelle noch nicht oft. Einmal befanden sie sich – zur 125-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Mügeln – im ehemaligen Spielzeuggeschäft Kotschi in Mügeln. Damals hatte er die ganze Sammlung hier aufgereiht. Im vergangenen Jahr wurden einige seiner kleinen Feuerwehren im Schlecker-Geschäft gezeigt. „In Mügeln gibt es ein Feuerwehr-Museum. Hier würden meine Modelle natürlich auch sehr gut rein passen, aber ich denke, sie würden den Rahmen sprengen.“

Seit 1981 bei der Feuerwehr aktiv

Der 52-Jährige ist bereits seit 1981 bei der Feuerwehr aktiv. Es war seine Mutter, die in der Frauengruppe der Feuerwehr Mügeln war. „Mein Vater hätte lieber gewollt, dass ich Jäger werde. Doch die Feuerwehr hat es mir schon zeitig angetan.

Schon als Kind war er bei den „Jungen Brandschutzhelfern“. „Viele meiner Klassenkameraden waren hier mit dabei. Doch ich bin leider der Einzige, der noch übrig geblieben ist.“ Mit 16 Jahren trat er in die Feuerwehr ein und seitdem auch nicht wieder aus.

1986 wurde er Berufsfeuerwehrmann. Mügelns Stadtwehrleiter wurde er schließlich im Jahr 2012. „Damals gab es noch die Satzung, dass nur ein Ortswehrleiter zum Stadtwehrleiter gewählt werden kann. Und da ich damals noch Ortswehrleiter war, fiel die Entscheidung auf mich. Die nächsten Wahlen stehen im September an.“ Als Ortswehrleiter trat er jedoch Anfang 2017 zurück und übernahm stattdessen die Rolle des stellvertretenden Ortswehrleiters.

Die beiden großen Kinder von Ingo Fischer haben beide einen anderen Berufszweig gewählt, auch wenn sein Sohn einst Mitglied bei der Jugendfeuerwehr war. „Doch das ist völlig in Ordnung. Es ist wichtig, dass sie ihre ganz eigenen Wege gehen, obwohl mein Sohn Paul während seiner Tätigkeit im Qimonda-Chip-Werk Dresden Mitglied in der Betriebsfeuerwehr war“

Auch Tochter Helene und Frau Kerstin sind Mitglied der Feuerwehr

Auch Töchterchen Helene und Frau Kerstin sind Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Mügeln. Kerstin Fischer trat 2006 in die Wehr ein, als sie ihren Mann Ingo kennen gelernt hat. Die siebenjährige Tochter Helene ist seit zwei Jahren in der Kinderfeuerwehr. Dass die Feuerwehr im Leben der Familie eine wichtige Rolle einnimmt, sah man besonders bei der Hochzeit des Paares im Juni 2015. „Es war eine richtige Feuerwehrhochzeit. Als wir aus dem Standesamt traten, wurden wir von Kameraden der Wehr empfangen, die mit luftgefüllten Schläuchen Spalier standen“, erinnert sich Kerstin Fischer. Mit einer Drehleiter wurde das frisch gebackene Brautpaar in die Höhe befördert, wo sie auf ihre Gäste und den voll gefüllten Marktplatz der Stadt Mügeln blicken konnten. „Der Markt musste damals extra gesperrt werden. Die Fahrzeuge haben so laut gehupt – da war ganz Mügeln munter“, so die Feuerwehrfrau. Ein unvergesslicher Tag. „Wir wollten keine Geschenke. Schließlich hatten wir bereits alles, was wir uns wünschten. So haben wir uns nur Geld schenken lassen. Dieses investierten wir schließlich in eine Feuerwehrbank, die für das Bankenzentrum Mügeln auf dem Feuerwehrareal ihren Platz fand“, sagt Ingo Fischer.

Auch wenn dieser Tag nun bereits einige Jahre zurückliegt, sehen sich beide noch immer gerne die Bilder an. Die Feuerwehr gehört zu ihrem Leben – egal ob mit großen oder kleinen Fahrzeugen. Bei letzteren gibt es schon noch das eine oder andere Modell, das Ingo Fischer gerne in seiner Sammlung wüsste. Vielleicht wird man diese auch bei der 145-Jahr-Feier im Jahr 2018 in Mügeln erblicken.

Ingo und Kerstin Fischer mit Tochter Helene

Ingo und Kerstin Fischer mit Tochter Helene.

Quelle: Bärbel Schumann

Von Kristin Engel

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Mügeln
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