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Mügelner Maschinenbau GmbH will im Gewerbegebiet Niedergoseln neu bauen

Wirtschaft Mügelner Maschinenbau GmbH will im Gewerbegebiet Niedergoseln neu bauen

Die Mügelner Maschinenbau GmbH (Maba) verabschiedet am Jahresende ihren langjährigen Geschäftsführer Siegfried Goihl. Das Unternehmen, das in Mügeln seit 100 Jahren ansässig ist, exportiert seine Produkte in 50 Länder in alle Erdteile der Welt. Die 35 Mitarbeiter erwirtschaften im Jahr sechs Million Euro.

Siegfried Goihl geht Ende des Jahres in den Ruhestand und übergibt die Geschäftsführung der Mügelner Maschinenbau GmbH an Ariane Jobst und Frank Maucher (von rechts).

Quelle: Dirk Hunger

Mügeln. Die Mügelner Maschinenbau GmbH (Mafa) verabschiedet zum 31. Dezember ihren langjährigen Geschäftsführer Siegfried Goihl. Der 64-Jährige blickt auf eine 47-jährige Tätigkeit im Unternehmen, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, zurück.

1916 als Deutsche Baumaschinen Gesellschaft Rammer & Co gegründet, wurde der Betrieb 1972 als VEB Maschinenfabrik Mügeln verstaatlicht. Die Wende führte auch im Mügelner Unternehmen, das am 31. Mai 1990 zunächst als ein Betrieb des Flachglaskombinates Torgau privatisiert worden war, zu einschneidenden Veränderungen. Als zukunftsweisend erwies sich laut Goihl der Kauf des Unternehmens durch die Firma Zippe Industrieanlagen GmbH aus Wertheim im Dezember 1992. Denn wie zahlreiche ostdeutsche Betriebe auch, bangte man in Mügeln um den Fortbestand. „Da hat uns der Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe damals geholfen und die Geschichte in Fahrt gebracht. Er schrieb einen Brief an die Treuhandchefin Birgit Breul“, erinnert sich Goihl. Danach sei der Verkauf an Zippe als Mehrheitsgesellschafter gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Rolf Peege und Siegfried Goihl vollzogen worden.

Das Zusammengehen mit Zippe habe dem Mügelner Unternehmen den Zugang zum Weltmarkt ermöglicht. Immerhin sei Zippe Weltmarktführer im Glasmaschinen- und Anlagenbau. Allerdings mussten auch Federn gelassen werden, denn die Belegschaft schrumpfte von 50 auf 25 Mitarbeiter. Für die westlichen Investoren zudem völlig untypisch die Auflage der Treuhand, die 25 Arbeitsplätze mindestens sieben Jahre lang zu sichern. Das sei zum Glück gelungen. „Das Schlimmste war, die Entscheidung zu treffen, wer gehen muss. Hinzu kam die Ungewissheit, ob die Privatisierung funktioniert oder nicht“, erinnert sich Goihl an die schwere Zeit.

Inzwischen stehen wieder 35 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Seit der Wende sind nach Unternehmensangaben zwei Millionen Euro in den Standort investiert worden. Die Produktpalette umfasst die Fertigung von fördertechnischen Anlagen für die Kaolin- und Quarzsandaufbereitung, Glas- und Scherbentransportsysteme sowie Anlagen für die Recyclingwirtschaft und vibrationstechnische Maschinen. Schwerpunkt sei ebenfalls die Instandhaltung und Wartung solcher Anlagen.

Erwirtschaftete die Mügelner Maschinenbau GmbH 1993 einen Umsatz von 1,3 Millionen Euro, sind es aktuell sechs Millionen Euro im Jahr. Als exportorientiertes Unternehmen werden Maschinen und Anlagen in 50 Länder in alle Erdteile der Welt geliefert. „Vor zwei Jahren war unser exportstärkstes Jahr. Da haben wir 50 Stück 40-Fuß-Überseecontainer mit Maschinen und Anlagen an verschiedene Kunden der Glasindustrie geliefert“, resümiert der Mügelner Geschäftsführer.

Von Seiten der Stadtverwaltung Mügeln habe es jederzeit die notwendige Unterstützung gegeben. „Wir haben zur Stadt ein sehr gutes Verhältnis. Der damalige Bürgermeister Herr Deuse war und auch jetzt Herr Ecke ist bemüht, uns als Betrieb zu erhalten, zum Beispiel durch unbürokratische Erteilung von Baugenehmigungen.“ Mittlerweile sei die Produktionsstätte viel zu klein und deshalb ist ein kompletter Neubau im Gewerbegebiet Niedergoseln geplant.

Nicht unerwähnt möchte Goihl die Tatsache lassen, dass er auf eine Super-Stammbelegschaft stolz sein kann. „Alles Fachkräfte, die wirklich von Anfang an mitgezogen haben und Spezialisten auf ihrem Gebiet sind.“ In der Firma sei kein einziger Hilfsarbeiter beschäftigt.

Wenn sich Goihl demnächst in den Ruhestand verabschiedet, dann kann er ruhigen Gewissens seinen neuen Lebensabschnitt genießen. Denn seine Nachfolger Frank Maucher und Ariane Jobst haben sein vollstes Vertrauen. Auch auf seine wertvollen Erfahrungen müssen beide nicht verzichten. „Ich stehe dem Unternehmen bei Bedarf beratend zur Verfügung und wünsche meinen Nachfolgern viel Erfolg und alles Gute.“ Er selbst blickt auf jeden Fall gern auf seine berufliche Karriere zurück und resümiert: „Ich habe für meinen Beruf gelebt und er hat mich mit Erfolg belohnt.“

Von Heinz Großnick

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