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Oschatz Mügelner wollen Flüchtlingen helfen
Region Oschatz Mügelner wollen Flüchtlingen helfen
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00:29 18.06.2015
Quelle: Sven Bartsch
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Dabei handelt es sich um eine Initiative, die Asylsuchenden im Stadtgebiet das Ankommen und heimisch werden erleichtern, ihnen Hilfe im Alltag und bei der Integration geben will. "Ich freue mich, dass sich so viele Menschen gefunden haben, die sich dafür einsetzen wollen, Asylsuchenden ein würdevolles Leben in Mügeln zu ermöglichen", sagte Carsten Bräuer (Freie Wählervereinigung Mügeln), stellvertretender Bürgermeister der Stadt, bei der Begrüßung. CDU-Stadträtin Stefanie Schwaiger informierte, dass einige Vertreter aus den Kirchgemeinden sich getroffen hätten, um zu überlegen, wie man analog zu der Oschatzer Initiative in Mügeln agieren könnte. Das Ergebnis sei nun die Gründung des Mügelner Bündnisses.

Als Gast in der Runde konnte an diesem Abend der Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises Nordsachsen Sven Kyselt begrüßt werden. Er gab einen Überblick über die Situation der Asylsuchenden im Landkreis. Derzeit seien 0,2 Prozent der Bevölkerung in Nordsachsen Asylsuchende. Er sprach über Maßnahmen der Behörde, um deren Integration zu erleichtern. "Das wichtigste ist die Sprache zu erlernen", erklärte der Amtsleiter. Im Stadtgebiet von Mügeln leben derzeit vier junge Männer, die Asyl suchen, in Wohnungen. Sie kommen aus Marokko, Tunesien und aus Libyen.

In der Runde wurden dann erste Überlegungen und Angebote entwickelt. Pfarrerin Judith Krautkrämer berichtete, dass in Oschatz gute Erfahrungen mit einem Willkommensnachmittag und monatlichen Treffen gemacht worden sind. Sie schlug vor, nun Ähnliches in Mügeln zu praktizieren.

Erika Däberitz, Vereinsvorsitzende des Mügelner Döllnitztalchores, erklärte, dass im Chor jederzeit Männer wie Frauen zum Mitsingen willkommen sind. "Über diesen Weg lässt sich dann vielleicht auch die Sprache leichter erlernen", mutmaßte sie.

Holger und Ines Marx aus dem Ortsteil Grauschwitz boten ebenso ihre Unterstützung an. "Als Lehrerin für Französisch und Englisch tut sich hier für mich ein Feld auf, meine Fähigkeiten einzubringen", erklärte Ines Marx. Viele in der Runde wie Andreas Lobe, Christoph Nollau oder Stefanie Schwaiger, sind selbst Kinder oder Enkel von Flüchtlingen, deren Eltern nach dem 2. Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten. "Es ist mir deshalb wichtig, mich hier zu engagieren", betonte Christoph Nollau.

Aus den Bekenntnissen wurden an diesem Abend gleich konkrete Vorhaben. So wird sich das Bündnis am 17. Juni um 19.30 Uhr wieder im Ratssaal treffen. Dann soll auch das "Willkommensfest" für die in der Stadt lebenden Asylsuchenden organisiert werden. Der Termin dafür steht mit dem 30. Juni schon fest. Zu beiden Veranstaltungen sind weitere Mitstreiter und auch Unterstützer willkommen.

Bärbel Schumann

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