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Oschatz Mügelns alter Polizeiposten wird zur Arztpraxis umgestaltet
Region Oschatz Mügelns alter Polizeiposten wird zur Arztpraxis umgestaltet
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In den ehemaligen Polizeiposten an der Mügelner Rosa-Luxemburg-Straße soll eine Arztpraxis einziehen. Quelle: dpa
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Mügeln

Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt unter Regie der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens (KVS) in der Region Mügeln. "Die intensiv geführten Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung in unserer Stadt im vergangenen Jahr hat endlich Früchte getragen. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsens (KVS) wird eine Eigeneinrichtung bei uns eröffnen", freut sich Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler). Die Stadt half bei der Suche nach geeigneten Räumen. Auf der Internetseite der Stadt suchte die KVS bereits nach Mitarbeitern für die Praxis.

Aktuell liegt die Absicherung der medizinischen Grundversorgung in der Region Mügeln bei 56 Prozent. Nach Einschätzung der KVS droht hier eine medizinische Unterversorgung der Bevölkerung. Einer der in der Stadt praktizierenden Allgemeinmediziner nimmt derzeit keine neuen Patienten auf. Für eine zweite Praxis wird in den nächsten Jahren ein Nachfolger gesucht.

Der Pressesprecher der KVS, Dr. Ingo Mohn, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung die geplante Praxiseröffnung: "Die KV Sachsen arbeitet lösungsorientiert an der Verbesserung der wohnortnahen medizinischen Versorgung. Wenn alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen in Mügeln geschaffen sein werden, informieren wir zur Eröffnung." Derzeit werde die Eröffnung für Anfang Januar geplant, ein konkreter Termin sei derzeit noch nicht abschließend gesichert, so Mohn. Den Namen des Arztes in der künftigen Praxis wollte Mohn auf Nachfrage noch nicht nennen.

Das Besondere an dieser Praxis wird sein, dass sie als eine sogenannte Eigeneinrichtung der KVS betrieben wird. Bei dieser Form der Praxis, so der Pressesprecher des Sächsischen Verbandes der Ersatzkassen Dirk Bunzel, handelt es sich um eine Einrichtung, die der Träger wie etwa die Kassenärztliche Vereinigung zur Verfügung stellt und zudem die wirtschaftliche Verantwortung für den Betrieb übernimmt. Der angestellte Mediziner lerne rundum abgesichert, eine ärztliche Niederlassung zu führen. Nach zwei, drei Jahren könne der Arzt dann überlegen, ob er die Praxis in Eigenregie übernimmt oder weiter bei der KVS angestellt bleibt.

Im Freistaat Sachsen nahmen bisher erst zwei Praxen der KVS als Eigeneinrichtungen ihre Arbeit auf. Die erste befand sich in Arzberg nahe Torgau und wurde von der dortigen Ärztin inzwischen übernommen. In Görlitz öffnete am 2. November eine rheumatologische Praxis als Eigeneinrichtung.

Für die neue Mügelner Praxis hatte es nach OAZ-Informationen mehrere Bewerber gegeben. Im Auswahlverfahren entschied sich die KVS für einen jungen Mediziner, der bereits in Mügeln seinen Wohnsitz hat.

Von Bärbel Schumann

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