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Oschatz Mühlenpreis 2018 geht an vier engagierte Nordsachsen
Region Oschatz Mühlenpreis 2018 geht an vier engagierte Nordsachsen
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20:01 06.04.2018
Diese Keramikuhr bekommen die Sieger. Quelle: Foto: Manfred Lüttich
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Nordsachsen

Die 20 ist geschafft – der Mühlenpreis 2018 ist vergeben. Am Freitagabend haben der Landkreis Nordsachsen, die Sparkasse Leipzig und die Leipziger Volkszeitung Ehrenamtler in vier Kategorien ausgezeichnet. Den vier Vorjahressiegern war es als Laudatoren vergönnt, die neuen Preisträger zu verkünden, die eine Jury zuvor per Punkte-Vergabe ermittelt hatte: Andreas Brauer (Sport), Monika Neumann-Wächtler (Soziales), Elke Fromm (Kultur-Landschaft) und Nadine Fritzsche (Frischer Wind) – stellvertretend für sie war Ilka Sylvester da. Sie erhielten die in der Behindertenwerkstatt Eilenburg geschaffenen Keramik-Uhren plus 500 Euro.

Erstmals in der Geschichte des Mühlenpreises haben damit die Frauen die Nase vorn. Dieses Jahr eingerechnet haben sich 81 Frauen und Männer in die Siegerlisten eingetragen. Die ungerade Zahl kommt zustande, weil 2011 mit den Dölzigern Irma und Winfried Lehmann erstmals ein Ehepaar ausgezeichnet wurde. Zu den Besonderheiten gehört außerdem, dass 2013 zwei Kramers gewannen, dass der Preis im gleichen Jahr erstmals in der Geschichte an einen Gewinner ging, der außerhalb der Grenzen des Altkreises Delitzsch lebt. Das Gros der Sieger kam bisher aus der Eilenburger und Delitzscher Region. 2014 schaffte mit Gerhard Wolf ein Mann die Ehrung, die seiner Frau Waltraude sechs Jahre zuvor zuteil wurde.

Kategorie Sport – Andreas Brauer, Delitzsch (55): Seit 1969 ist er aktiv als Judoka bei Dynamo Delitzsch, später PSV und Sportfüchse Delitzsch und seit den 1980er-Jahren als Trainer in verschiedenen Altersklassen ehrenamtlich tätig. Zahlreiche Sportler konnten mit seiner Unterstützung hervorragende Leistungen erzielen, so die spätere Europameisterin Lisa Schneider. Durch sein Engagement fanden etliche Sportler den Weg zu Sportschulen.

Andreas Brauer. Quelle: Michael Strohmeyer

Darüber hinaus zeichnet er für sämtliche sportliche Aktivitäten verantwortlich, für Organisation des Trainings, Absicherung von Wettkämpfen bis zur Durchführung von Trainingslagern und weiteren Aktivitäten. Am Kauf einer eigenen Halle von der Stadt und deren Umbau war er maßgeblich beteiligt und stellte sich an die Spitze bei der Umsetzung. Unter seiner Leitung konnten die Mitgliederzahlen nicht nur stabilisiert, sondern noch ausgebaut werden. Derzeit trainieren 102 Kinder und Jugendliche im Verein.

Kategorie KulturLandschaft – Elke Fromm, Wölkau (74): Sie unterstützt engagiert den Verein Patronatskirche Kunst und Kultur Wölkau, sei es durch Programmvorbereitungen beim Gellertabend oder vor allem bei der Vorbereitung der traditionsreichen Veranstaltung Rock & Lyrik – hier organisiert sie vollständig allein den gesamten Programmablauf. Mit unglaublich viel Kreativität, Fleiß und Einsatzbereitschaft widmet sie ihre Freizeit der Patronatskirche und dem Verein. Vor allem die Geschichte um die Familie Vitzthum von Eckstädt – die vormaligen Eigentümer vom Barockschloss und Patronatskirche – hier weiß niemand so gut Bescheid wie sie. Ob Sturm oder Regen oder umgestürzte Tafeln – sie ist zur Stelle und bringt alles wieder in Ordnung. Man kann sich hundertprozentig verlassen.

*Elke Fromm Quelle: Christine Jacob

Mit einer ganz besonderen Veranstaltung bringt sie jeder sofort in Verbindung – „Rock & Lyrik“ – das in diesem Jahr zum 20. Mal Nachwuchsbands, Linedance, Gedichte und Geschichten präsentiert. Hervorzuheben ist außerdem ihr schriftstellerisches Wirken, so gab es eine Zeitungsserie zu Christian Fürchtegott Gellert in Vorbereitung auf seinen 300. Geburtstag oder die Erstellung der Festschrift zum 300. Geburtstag Gellerts. Ihr aktuelles Filmprojekt beschäftigt sich ebenfalls mit Gellert und der Familie Vitzthum.

Kategorie Soziales – Monika Neumann-Wächtler, Eilenburg (75): Sie betreut seit vielen Jahren eine kleine Gruppe von Alkoholkranken und Menschen, die das Leben allein nicht mehr meistern können oder schwer krank sind und alleinstehend. Sie hilft bei der Wohnungssuche und bei alltäglichen Dingen und kümmert sich um anliegende Probleme und hat auch schon Heimplätze organisiert.

Monika Neumann-Wächtler. Quelle: Heike Liesaus

Sie gestaltet Heiligabend für Behinderte, Arme und Alleinstehende mit kostenloser Bewirtung, ihre Türen stehen gerade an diesem Abend immer offen. Unterstützung bekommt sie nicht viel, fast alles zahlt sie aus eigener Tasche. Dabei dachte sie schon ans Aufhören, will aber immer noch weitermachen. Einige zu Betreuende sind nun verstorben, Monika Neumann-Wächtler hat sich hier um eine ordentliche Beerdigung mit gekümmert.

Kategorie Frischer Wind – Nadine Fritzsche, Eilenburg (34): Schon seit 2003 ist Nadine Fritzsche Mitglied im Laientheater Eilenburg. Zunächst choreographierte sie kleine Tänze, die die Theatermärchen fortan bereichert haben, seit 2008 ist sie fest in die Regiearbeit und Probenarbeit integriert. Als der Verein den Generationswechsel an der Spitze zu bewältigen hatte, stand sie bereit und übernahm 2013 die Aufgaben als Vereinsvorsitzende. Dabei galt es, die mehr als 50 Jahre währende Tradition eines Weihnachtsmärchens für die Kinder der Region zu erhalten und den theaterbegeisterten Schauspielern ihr Hobby weiter zu ermöglichen.

Nadine Fritzsche. Quelle: Heike Liesaus

Nadine Fritzsche hat sich mit voller Kraft in die geschäftsführerischen Aufgaben des Vereins gekniet. Die Werbung und der Internetauftritt für den Verein bekamen ein frisches Gesicht und das Maskottchen, die Theater-Eule, erhielt einen Namen. Dies alles hat dazu beigetragen, dass der Verein noch weiter bekannt geworden ist.

Von Kathrin Kabelitz

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