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Oschatz Mulde-Elbe-Radroute wird doppelt geplant
Region Oschatz Mulde-Elbe-Radroute wird doppelt geplant
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11:44 13.03.2018
Die Mulde-Elbe-Radroute soll im kommenden Jahr neue, sachsenweit einheitliche Wegweiser erhalten. Quelle: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Im September 2014 unterzeichneten sechs Kommunen aus drei Landkreisen eine Vereinbarung, mit der sie eine Analyse der Schwachstellen der erstmals im Jahr 2000 ausgeschilderten Mulde-Elbe-Radroute zwischen Trebsen und Strehla in Auftrag gaben. Ziel war, die Schwachstellen zu beseitigen und eine attraktive Verbindung zwischen den Fernradwegen an der Elbe und der Mulde zu schaffen. Die Ergebnisse wurden im Juni 2015 vorgestellt.

Konzept für Radweg ist fertig

„Meiner Ansicht nach ist die Konzeption für den Radweg damit fertig“, sagte Matthias Müller (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Wermsdorf, die die Aktivitäten der Kommunen für diesen Radweg bündelt. Es solle ein qualitativ hochwertiger Weg werden. Ziel müsse es sein, mit dem Weg sowohl den Ansprüchen der Einwohner der Gemeinden als auch jenen der Radtouristen zu genügen.

Was Müller stört, ist, dass offensichtlich parallel das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) am Netz der sächsischen Fernradwege – und damit auch an der Mulde-Elbe-Radroute – plant und damit weiter Zeit ins Land gehe, ohne dass Schilder errichtet oder gar Radwege gebaut würden.

Aus dem Lasuv hatte Müller erfahren, dass 2015 im Auftrag des Amtes und unter Einbeziehung der Landkreise eine Bestandserfassung der Routen des „SachsenNetz Rad“ in der Region Leipzig erfolgte. Auf dieser Grundlage sei geplant, diese Routen voraussichtlich Anfang nächsten Jahres mit „richtlinienkonformer Wegweisung“ auszustatten. Dazu gibt es – inklusive der Anlagen – 56 Seiten umfassende „Richtlinien zur Fahrradwegweisung im Freistaat Sachsen“. Sie regeln Maße der Schilder ebenso detailliert wie deren Material. Der Aufbau der Wegweiser soll durch den Freistaat Sachsen finanziert werden.

Zweifel am Sinn der Befahrungen

„Herr Schilke und sein Büro Planet haben viel Kraft in die Untersuchungen gesteckt. Ich weiß nicht, warum da noch einmal Befahrungen erforderlich sind“, betont der Bürgermeister. Allein von der neuen Beschilderung hätte man noch keinen ordentlich ausgebauten Radweg.

In der jetzigen Planungsphase, so erfuhr er, seien eine Vielzahl von Anpassungen unterschiedlicher Routen des „SachsenNetz Rad“ auszuwerten und zu berücksichtigen. Diese Abstimmungen würden durch das vom Lasuv beauftragte Büro Isup koordiniert.

Die Bestandserhebung im Raum Leipzig diene dazu, „die auszuweisenden Ziele und konkreten Wegweisungsstandorte“ zu planen, teilt die Pressestelle des Lasuv mit. Dabei solle das Radwegkonzept für die Mulde-Elbe-Radroute Eingang finden. Dass die von Planet erstellte Schwachstellenkonzeption, die unter anderem eine Auflistung der erforderlichen Wegweiser enthält, schon seit über einem Jahr vorliegt, wird nicht erwähnt.

Nutzbare Route wird ausgeschildert

Das Errichten der Wegweiser erfolge unabhängig von Baumaßnahmen am Radweg. Ausgeschildert werde die nutzbare Route, teilt das Lasuv mit. Für den Oschatzer Raum sieht Matthias Müller darin kein Problem. Dort, wo in den Bereichen Grimma und Trebsen jedoch noch Konflikte zwischen einem attraktiven Radweg und dem Naturschutz bestehen, könnte neues Chaos erwachsen.

„Unser Plan steht“, betont David Schmidt (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Leibschützberg. Die Kommune habe das Geld für die Baumaßnahmen in ihren Haushalt eingestellt. Beginnen wolle man mit der Umsetzung gemeinsam mit den Nachbarn Oschatz und Strehla. „Einen im Feld bei Zaußwitz endenden Radweg würde niemand akzeptieren. Der Anschluss zur Elbe sollte schon gegeben sein“, sagt Schmidt. Er gehe davon aus, dass die Untersuchungen des Lasuv nicht mit den Bemühungen der Gemeinde kollidieren.

Die Strehlaer Bauamtsleiterin Elke Schulze erläutert, dass im Haushalt der Stadt die Mittel für die Planung eingestellt sind. Das Geld für den Bau soll 2017 bereitgestellt werden.

„Wir haben das Geld für die Planung im Haushalt“, unterstreicht der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos). Grundsätzlich finde er gut, wenn der Freistaat über das Lasuv die Ausschilderung der Rad-Fernwanderwege einheitlich plane und finanziere. Im Falle der Elbe-Mulde-Radroute sei es jedoch bedauerlich, wenn hier zweimal geplant und analysiert worden wäre.

Von Axel Kaminski

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