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Museum und Oschatzer Waagen öffnen ihre Türen für Neugierige

Industriekultur Museum und Oschatzer Waagen öffnen ihre Türen für Neugierige

Der Auftakt für die Tage der Industriekultur gestern in Oschatz war nur verhalten. Dabei geben das Oschatzer Waagenmuseum und die Oschatzer Waagen GmbH interessante Einblicke in den Waagenbau von damals und heute. Heute und am Wochenende gibt es weitere Besichtigungsmöglichkeiten für Interessierte.

Bei den Oschatzer Waagen wird einen Spezialanfertigung den Besuchern präsentiert.

Quelle: Hagen Rösner

Oschatz. Gestern starteten in der Region Leipzig die Tage der Industriekultur. Neben Weißenfels, Wurzen und Zeitz ist auch wieder Oschatz bei dem Projekt dabei. Hier beteiligen sich das Oschatzer Stadt- und Waagenmuseum sowie die Oschatzer Waagen GmbH an der Öffentlichkeitsaktion. „Die Tage der Industriekultur bilden einen fundamentalen Beitrag zur regionalen Identitätsbildung in einer globalisierten Welt und bilden den Nährboden für künftige Innovationen“, sagt Prof. Jörg Krabbes, der Vorstandsvorsitzende des Leipziger Vereins für Industriekultur zum Selbstverständnis. In Oschatz liegt in diesem Jahr der Fokus erneut auf dem Waagenbau.

Und so treffen in der Stadt am Collm in dieser Veranstaltungsreihe alte und neue Idustriekultur aufeinander. Dana Bach, die Leiterin des Oschatzer Stadt- und Waagenmuseums, kann in der Ausstellung ihres Hauses auf 130 verschiedene Waagen verweisen. Dazu kommen noch Gewichte und spezielle Waagenutensilien. Von der filigranen Goldwaage aus dem 15. Jahrhundert über die monströse Schandauer Salzwaage bis hin zu modernen elektronischen Waagen reicht die Palette.

Allerdings starten die Tage der Industriekultur im Museum nur zaghaft. „Wir haben bis jetzt vier Besucher gehabt. Aber wir haben ja noch bis Sonntag geöffnet und ich rechne damit, dass die Zahl noch gut steigen wird“, so Dana Bach.

In der Abteilung für die Großwaagen präsentiert sie eine Großviehwaage sowie eine Fischwaage. „Die Fischwaagen wurden in Oschatz für die Hochseefischfangflotte der DDR gebaut. Damit konnte auch bei bewegter See zuverlässig der Fang vor der Verarbeitung gewogen werden“, sagt Dana Bach.

Jörg Ulmitz, Geschäftsführer der Oschatzer Waagen GmbH, schmunzelt, als er von den Fischwaagen hört. „Wir haben erst im vergangenen Jahr von einem Kunden die Anfrage bekommen, ob wir für diese Art Waagen noch Ersatzteile haben“, meint er. Jörg Ulmitz präsentiert die moderne Seite der Oschatzer Industriekultur beim Waagenbau. Zum Produktportfolio gehören vor allem elektromechanische Schüttwagen für Getreide, Malz, Salz oder die verschiedensten Granulate. Diese Waagen werden unter anderem in der Industrie und der Landwirtschaft nachgefragt. Zum Sortiment gehören Absackanlagen für Saatgut und Futtermittel oder Big-Bag-Anlagen.

Für die Tage der Industriekultur hat er sich bereit erklärt, Interessierte durch die Werkhallen der Firma an der Bahnhofstraße zu führen. „Im Moment gibt es eine Anmeldung“, sagt Ulmitz. Im vergangenen Jahr führte er eine größere Besuchergruppe durch das Unternehmen. „In erster Linie sind es Leute die früher in Oschatz in einem der vielen Waagenbaufirmen gearbeit haben und sich noch heute für die Technik interessieren“, merkt der Geschäftführer an. Wer Interesse hat, der kann heute noch von 7 bis 17 Uhr die Räume und Technik der Oschatzer Waagen GmbH besichtigen. Das Oschatzer Waagenmuseum ist von heute bis Sonntag in der Zeit von 13.30 bis 17 Uhr für interessierte Freunde der Industriekultur geöffnet.

Von Hagen Rösner

Oschatz 51.3006128 13.1059825
Oschatz
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