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Nach Ausbau der B 169 bei Salbitz sechs Minuten schneller zur Autobahn

Verkehrsplanung Nach Ausbau der B 169 bei Salbitz sechs Minuten schneller zur Autobahn

Für den dritten Bauabschnitt der B 169 von Seerhausen bis Salbitz wurden die Pläne öffentlich ausgelegt. Dazu äußert sich Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Ziel des Ausbaus ist es, dass die Kraftfahrer schneller zur Autobahn gelangen und die Anwohner entlastet werden.

Die Vorzugstrasse für den Abschnitt der B 169 zwischen Seerhausen und Salbitz führt dicht an Raitzen vorbei. Umfangreiche Maßnahmen zum Lärmschutz sind vorgesehen.

Quelle: sb

Naundorf/Dresden. Nachdem die Unterlagen zur Planfeststellung für den Bauabschnitt der B 169 von Seerhausen bis Salbitz öffentlich ausgelegt wurden, äußert sich dazu Isabel Siebert, Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat am 25. April die geänderten Unterlagen für den nächsten Bauabschnitt der B 169 zur öffentlichen Stellungnahme vorgelegt. Welche Änderungen gibt es gegenüber der ursprünglichen Planung?

Die Ausbaustrecke war bislang mit vier Fahrspuren geplant, in der neuen Planung sind nun drei Fahrspuren vorgesehen. So verringern wir den Flächenverbrauch und die Kosten, schaffen aber gleichzeitig eine leistungsfähige Trasse mit regelmäßigen Überholmöglichkeiten. Damit kommen Pkw und Lkw auch in Hauptverkehrszeiten zügig und sicher ohne riskante Überholmanöver von A nach B. Im Bereich Salbitz war bislang eine zweispurige Trasse vorgesehen, hier sollen nun aber im Interesse der Verkehrssicherheit die Dreistreifigkeit fortgeführt werden. Zusätzlich ist aus Naturschutzgründen eine Trassenverschiebung im Bereich der europäischen Natura 2000-Schutzgebiete „Jahnaniederung“ und „Linkselbische Bachtäler“ erforderlich geworden. So ein Planfeststellungsverfahren stellt zunehmend hohe Ansprüche an unsere Planer. Wir müssen alle Aspekte bestmöglich absichern: verkehrliche Ziele, Umweltschutz, Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Am Ende ist das immer ein großes Paket aus vielen kleinen Kompromissen.

Welche Kriterien sprechen für die Vorzugsvariante? Einige Kritiker dieser Variante sähen lieber, wenn die B 169 von Seerhausen aus weiter über die B 6 in Richtung Oschatz geführt und kurz vor der Stadt auf die S 30 abschwenken würde. Was spricht aus Sicht des Amtes gegen diese Trasse?

Wir haben uns für die Variante entschieden, die alle Planungsziele erreicht und in Summe der Bewertung aller Kriterien von Raumordnung und Verkehr über Umweltaspekte bis zur Wirtschaftlichkeit alle berechtigten Interessen von vorn herein am besten abdeckt. Denn letztlich wollen wir mit realistischen Erfolgschancen antreten, um zügig Baurecht zu bekommen.

In der neuen Variante wird der Hahnefelder Speicher nicht mehr von der Trasse berührt, aber ein benachbartes Schutzgebiet. Welche Gutachten und Untersuchungen sind nötig, um ein Antasten dieser Flächen zu begründen?

Der Hahnefelder Speicher selbst war noch nie von Trassenvarianten berührt. Auch die damalige Trassenvariante lag nördlich des Speicherbeckens. Allerdings verläuft zwischen dem Hahnefelder Speicher und Raitzen ein kleiner Teil der europäischen Natura-2000-Schutzgebiete „Jahnaniederung“ und „Linkselbische Bachtäler“. Mit der Querung waren sowohl die damalige Trasse als auch die jetzige Planfeststellungstrasse betroffen. Die neue Trasse hat aber den Vorteil, dass damit keine erheblichen Beeinträchtigungen in diesen Schutzgebieten verbunden sind. Die Trasse quert diese Schutzgebiete nun an der schmalsten Stelle. Auch was die Merkmale für einzelne Lebensräume und Arten angeht, sind wir hier auf einem guten Weg.

In Raitzen kommt die neue Trasse der Bundesstraße dicht an die Wohnbebauung heran. Welche Schutzmaßnahmen sind für die Anwohner vorgesehen?

Angebliche Fledermausschutzwände in Raitzen durch Wohngrundstücke und Gebäude sind jedenfalls nie vorgesehen gewesen, solche Legenden hört man ja gelegentlich. Die multifunktionale Wand im Bereich Raitzen, die dem Lärmschutz der Anwohner und dem Artenschutz gleichermaßen dient, verläuft sinnvollerweise an der Böschungsoberkante am Bankett der neuen B 169. Die Trasse hat keinerlei Gebäudeabrisse und Eingriffe in eingefriedete Wohngrundstücke zur Folge. Das äußerste Wohngebäude in Trassennähe der Ortslage Raitzen, die sich von der B 169 nach Norden und damit weg vom Trassenverlauf erstreckt, wird noch im Abstand von rund 40 Metern tangiert. Die geltenden, gesetzlichen Lärmvorsorgegrenzwerte werden mit den getroffenen Schutzmaßnahmen nachweislich eingehalten. Nicht zuletzt, weil wir die bereits erwähnte Schutzwand mit einer Gesamtlänge von über 560 Metern und einer Höhe von bis zu vier Metern errichten.

Wie viele Anwohner entlang der alten Trasse werden von Verkehrslärm vor der Haustür entlastet, wenn die B 169 auf der neuen Straße gebaut ist?

Alle Anwohner im Bereich der bisherigen Ortsdurchfahrten. Durch die neue Trasse der B 169 im dritten Bauabschnitt erzielen wir gegenüber dem bisherigen Verlauf der B 169 durch die vielen Ortslagen sowie durch die so erzeugten verkehrlichen Bündelungseffekte eine erhebliche Entlastung vom überregionalen Durchgangs- und Schwerverkehr von mehr als 71 Prozent in den Ortslagen für die ausgewiesene Vorzugsvariante. Das ist gegenüber allen anderen Varianten die höchste Entlastungswirkung im gesamten Untersuchungsbereich.

In Riesa und vielen anderen Orten entlang der B 169 wünscht man sich vor allem eine zügigere Anbindung an die Autobahn A 14. Wie hoch würde mit der Vorzugsvariante die Zeitersparnis ausfallen?

Mit der vollständigen Realisierung der B 169 bis zur A 14-Anschlussstelle Döbeln-Nord werden sich Zeitersparnisse von rund sechs Minuten gegenüber der Fahrzeit im Bestand ergeben. Das klingt erstmal nicht viel, für den Berufsverkehr kann man das zweimal täglich auf fünf Tage pro Woche rechnen – dann sieht das schon ganz anders aus. Aber die Zeitersparnis ist ja nicht das allein entscheidende Kriterium für das Projekt. Vielmehr geht es um mehr Verkehrssicherheit, mehr Kapazitäten auf der Strecke und vor allem auch um die Entlastung der Ortslagen vom Durchgangsverkehr.

Welche Schritte sind nach der Auslegung zu erledigen, bis der erste Spatenstich für den dritten Bauabschnitt erfolgen kann?

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens müssen wir nach der Auslegung die eingehenden Hinweise und Stellungnahmen abwägen, gegebenenfalls in die Planung einarbeiten und schriftlich dazu Stellung nehmen. Danach fällt die Landesdirektion eine Entscheidung zur Durchführung des Erörterungstermins, bei dem Einwender und Betroffene ihre Standpunkte vortragen können und diese zusammen mit uns erörtert werden. Anschließend entscheidet die Landesdirektion dann über die Einwendungen und kann einen Planfeststellungsbeschluss erlassen. Erst wenn der Beschluss Bestandskraft erlangt hat und nicht beklagt wird, können die nächsten planerischen Schritte erfolgen. Wenn wir Baurecht haben, geht es mit der immer sehr aufwendigen EU-weiten Vergabe der Ausführungsplanung weiter. Wenn wir die dann detailliert geprüft haben, und der Grunderwerb mit Bauerlaubnisvereinbarungen parallel abgearbeitet wird, können im nächsten Schritt dann die europaweite Ausschreibung und losweise Vergabe der Bauleistungen erfolgen. Der Weg bis zum ersten Spatenstich hat für uns noch einige große Etappen, aber wir konzentrieren unsere Kräfte auf das Projekt B 169, weil es für uns alle Priorität hat.

Fragen: Axel Kaminski

Von Axel Kaminski

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