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Oschatz Nach BASF-Rückruf: Kein krebserregender Stoff in Oschatzer Matratzen
Region Oschatz Nach BASF-Rückruf: Kein krebserregender Stoff in Oschatzer Matratzen
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00:21 22.10.2017
Im Oschatzer Frankenstolz-Werk hergestellte Matratzen bergen nach Angaben des Herstellers keine Gesundheitsgefahren. Quelle: Foto: dpa
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Oschatz/Ludwigshafen

Der Chemiekonzern BASF hat über einen Monat hinweg ein belastetes Schaumstoffgrundprodukt für Möbel, Autositze und Matratzen ausgeliefert – auch an den Oschatzer Matratzenhersteller Frankenstolz.

Zulieferer informierten Unternehmen

Von den hergestellten Schaumstoffen, die mit Dichlorbenzol verunreinigt wurden, geht nach Einschätzung von BASF aber keine Gesundheitsgefahr aus. Das ergaben erste Untersuchungen an den verunreinigten Schäumen, erklärt BASF-Pressesprecher Michael Wadle. Der Stoff kann Haut, Atemwege und Augen reizen und im schlimmsten Fall krebserregend sein.

BASF hatte in Ludwigshafen zwischen dem 25. August und dem 29. September 7500 Tonnen des Kunststoffgrundprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) hergestellt, die nach Unternehmensangaben eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol aufwiesen. Aufmerksam sei BASF durch eine Kundenreklamation am 29. September geworden. Nach Ermittlung der Kunden und Produkte, die überhaupt von dem Produktionsfehler betroffen sein konnten, seien etwa 50 Kunden über den Produktionsfehler sofort informiert worden. Darunter wohl auch ein Zulieferer des Maratzenherstellers Frankenstolz, der das Oschatzer Unternehmen mit Hauptsitz in Mainaschaff nahe Aschaffenburg daraufhin informierte.

Erste Befürchtung bestätigte sich nicht

Frankenstolz-Geschäftsführer Andreas Eule erklärt auf OAZ-Nachfrage: „Die Untersuchungen der Branche und eigene Untersuchungen von Frankenstolz zeigen, dass sich der Verdacht nicht bestätigen lässt, dass es aufgrund erhöhter Dichlorbenzol-Konzentrationen im Schaumrohstoff TDI, geliefert von BASF, ein Gesundheitsrisiko bei mit diesen Schaumstoffen hergestellten Matratzen gibt.“ Bei Frankenstolz seien zwar Schaumstoffe mit dem unter Verdacht stehenden BASF-Produkt angekommen, doch seien diese nach Überprüfung bei verschiedenen akkreditierten Prüfinstituten ohne Gesundheitsrisiko einsetzbar, sagt Andreas Eule weiter. Der Stoff Dichlorbenzol sei nur in seiner Reinsubstanz bei hohen Konzentrationen gesundheitsgefährdend, verflüchtige sich jedoch schnell während den Weiterverarbeitungsschritten. Ehe die Matratze beim Endverbraucher ankommt, sei der Restgehalt dieser Chemikalie längst nicht mehr schädlich. Der BASF-Fehler habe sich nur in der Form auf das Oschatzer Matratzenwerk ausgewirkt, dass erhöhte Kontrollen stattfanden, erklärt Eule. Produkte mussten aber nicht an das Ludwigshafener Chemieunternehmen zurückgeschickt werden.

„Sicherlich war die Kommunikation von BASF nicht sehr professionell und hat zu einer völlig unnötigen Verunsicherung der Verbraucher geführt, die jederzeit gefahrlos auf ihrer Matratze schlafen konnten und können“, sagt der Frankenstolz-Geschäftsführer abschließend.

Für weitere Fragen hat BASF eine Hotline für Kunden und Verbraucher eingerichtet. Diese ist zwischen 8 und 18 Uhr zu erreichen unter 0621 60 21919.

Von Mathias Schönknecht

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