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Oschatz Nach Reh-Riss in Treptitz: Holt der Wolf jetzt Schafe und Alpakas?
Region Oschatz Nach Reh-Riss in Treptitz: Holt der Wolf jetzt Schafe und Alpakas?
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15:00 12.11.2016
Horst Hanke Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Collm-Region

In Treptitz wurde ein Reh wahrscheinlich von einem Wolf gerissen. Dieser Vorfall lässt Halter im Altkreis Oschatz um die Sicherheit ihrer Weidetiere und der Menschen bangen.

Horst Hanke hält seit Jahrzehnten Schafe am Fuße des Liebschützbergs – als Zeitvertreib. Der Rentner aus Liebschütz fordert nach dem Riss eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Wolf. „Ich spreche auch im Sinn meiner Nachbarn“, betont er. Im Ort halten sechs Hobbyschäfer insgesamt 20 Tiere. Alle erhalten aufgrund der geringen Tierzahl keine Förderung für Schutzmaßnahmen. Mehr als nachtsüber einsperren kann Hanke seine Schafe nicht. „Ich bezweifele, dass Zäune oder Flatterbänder etwas nützen. Der Wolf ist unberechenbar, findet womöglich einen Weg, indem er Barrieren überwindet oder sich darunter durch gräbt“, so Hanke. Er möchte nicht als Wolfsfeind verschrien sein. „Ich warne nur davor, einseitig mit dem Neuankömmling umzugehen“, betont er und führt Vorträge des Naturfotografen Heiko Anders an. „Er nennt Wichtiges und Wissenswertes. Doch vermisse ich in der Darstellung ein Gleichgewicht. Neben dutzenden Bildern friedlicher Wölfe gibt es keines, das gerissene Tiere zeigt.“

Alpakazüchterin ergreift Vorsichtsmaßnahmen

Wesentlich größer wäre der Schaden, wenn ein Wolf statt Schafe Alpakas reißt – deshalb ergreift Andrea Reinhardt Vorsichtsmaßnahmen. Die Landwirtin hält die Exoten in Nasenberg – und ist sicher, dass sie auf dem Speiseplan des Wolfes stehen. „Alpakas sind von Natur aus neugierig. Damit ihnen das nicht zum Verhängnis wird, kommen sie in den Abend- und Nachtstunden nicht mehr ins Freie.“ Ebenso wie bei Damwild ist es bei Alpakas nicht möglich, Schutzmaßnahmen erstattet zu bekommen. Reinhardt hat kein Verständnis für blauäugige Befürworter der Wiederansiedlung. „Wer den Wolf unbedingt hier haben will, wohnt wohl sicher im dritten Stock einer Neubauwohnung“, sagt sie. Es gebe genügend unbewohnte Landstriche, wo Einzeltiere oder Rudel ungestört sind. „In der Zivilisation hat der Wolf jedoch nichts verloren. Ich höre schon das Geschrei, wenn der erste Autofahrer hier einen Wolf überfahren hat.“ Andrea Reinhardt befürchtet Fehlprägungen der Tiere und Unverhältnismäßigkeit gegenüber anderen Waldbewohnern. „In Niedersachsen streifen Wölfe einen Truppenübungsplatz, Soldaten fütterten sie. Das ist fatal.“ Widersprüchlich empfindet sie parallel laufende Bestrebungen, Feldhasen in Sachsen und Auerhähne in Thüringen wieder einen Lebensraum zu geben. Beide Arten wären die ersten, die der Wolf holt, meint sie.

Raubtier hat keine natürlichen Feinde

Uwe Joite hält in Thalheim Strauße. Er meint, für seine Tiere ginge vom Wolf keine Gefahr aus – weshalb er auch keine Sicherungs- oder Vorsichtsmaßnahmen ergreift. „Die ausgewachsene Vögel sind nachts im Stall, die Jungtiere in separaten Räumen – mehr geht nicht“. In der Umgebung von Thalheim seien keine Wälder groß genug, dass sich der Räuber wohl fühlen würde. Allerdings äußert sich Joite sehr eindeutig und radikal zur Rückkehr der Grauen. Verfechter der Devise „Willkommen Wolf“ nennt er gar „Idioten“. Deren Meinung ändere sich womöglich sehr schnell, wenn sie das erste Mal einem Wolf gegenüberstehen oder mit von ihm verursachten Schäden konfrontiert sind. Der Wolf sei nicht umsonst vom Menschen ausgerottet worden. Das Raubtier habe hier keine natürlichen Feinde. Deshalb sei Vorsicht geboten. „Ich fürchte, dass erst dann wieder darüber nachgedacht wird, etwas zu unternehmen, wenn das erste wehrlose Kind verletzt oder tot ist.“

Von Christian Kunze

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