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Oschatz Nach Rückkehrertag zieht es 13 frühere Oschatzer zurück in die Heimat
Region Oschatz Nach Rückkehrertag zieht es 13 frühere Oschatzer zurück in die Heimat
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00:34 13.04.2018
Der Leiter der KFZ-Ausbildung im BMW-Werk in Leipzig, Karsten Prinz (M), erklärt in der Lehrwerkstatt den KFZ-Mechatroniker- und Fertigungsmechaniker-Lehrlingen Maximilian Schaaf, Marcel Götze, Denise Kraus und Juliane Köhler (r-l) die Montage und Demontage an einem 1,8 Liter Benzinmotor (Foto vom 14.11.2007). Die Jugendlichen gehören zu gegenwärtig 111 Auszubildenden im Leipziger Werk, die hier unter anderem die Berufe Fertigungsmechaniker/-in, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in und Elektroniker/-in für Betriebstechnik erlernen. Juliane Köhler (l, 18 Jahre) und Maximilian Schaaf (r, 20 Jahre) werden im Februar 2008 ihre Ausbildung vorzeitig abschließen und sich dann für drei Jahre bei Rolls-Royce im britischen Standort Goodwood von BMW Group weiterbilden. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: picture-alliance/ dpa
Oschatz

Beim Rückkehrertag am 27. Dezember in Oschatz präsentierten 18 hier ansässige Unternehmen 45 Stellenangebote. Das sind 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die OAZ sprach mit Uta Schladitz, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Landwirtschaft des Landkreises Nordsachsen.

Wie viele Besucher nutzten das Angebot des Rückkehrertages?

80 interessierte Rückkehrwillige – das sind 25 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr – nutzten die Gelegenheit, mit kompetenten Ansprechpartnern aus Nordsachsen ins Gespräch zu kommen und sich aus erster Hand über attraktive Jobangebote und die Rahmenbedingungen in der Region informieren zu lassen. Viele Besucher nutzten den Rundgang auch, um an dem Stand der Agentur für Arbeit Oschatz mit den Mitarbeitern der Agentur ins Gespräch zu kommen und weitere Angebote regionaler Stellen in Augenschein zu nehmen. Komplettiert wurde das Angebot durch vielfältige Informationen der Stadt Oschatz zu Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel den Möglichkeiten der Kinderbetreuung und zur aktuellen Wohnraumsituation.

Wie ist das Fazit zum Rückkehrertag 2017?

Als Schlussfolgerung, gestützt auf Aussagen der Unternehmen, der Besucher und der Partner, kann der dritte Nordsächsische Rückkehrertag als Erfolg bewertet werden. Das Angebot einer Plattform für nordsächsische Unternehmen, die nach Fachkräften suchen, einerseits und rückkehrwilligen Nordsachsen andererseits wurde angenommen. Es gab bei einigen der Stellenangebote vielversprechende Kontakte zwischen Unternehmen und Rückkehrwilligen.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Es ist geplant, das Format „Nordsächsischer Rückkehrertag“ auch 2018 fortzuführen, dabei aber unbedingt die vielfältigen Anregungen von Unternehmen und Besuchern einfließen zu lassen. So ist zum Beispiel im Vorfeld des Rückkehrertages 2018 eine Vorstellung der teilnehmenden Unternehmen im Internet angedacht. Die Veranstaltung könnte auch durch verschiedene Highlights – wie zum Beispiel Kurzvorträge – noch anziehender und informativer für die Besucher gestaltet werden.

Wie soll auf den Tag aufmerksam gemacht werden?

Bei der Werbung sind neben einer noch höheren ganzjährigen Medienpräsenz neue Ansätze hinsichtlich des Einsatzes von Radiowerbung oder spezieller internetbasierender Werkzeuge, wie zum Beispiel Google-Adwords geplant. Es gibt auch erste Ansätze der Zusammenarbeit mit Akteuren anderer Landkreise. In den letzten beiden Jahren hat sich in Mitteldeutschland ein wahrer Boom von Veranstaltungen für Rückkehrwillige und nach Fachkräften suchenden Unternehmen entwickelt, übrigens nicht unwesentlich von den ersten Aktivitäten Nordsachsens im Jahr 2015 beeinflusst. Die schon jetzt vorliegenden Zusagen für eine Teilnahme am vierten Nordsächsischen Rückkehrertag und die vielen konstruktiven Hinweise der Unternehmen und der Besucher zur Optimierung des Formats zeigen, dass diese Plattform als ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Nordsachsen angenommen ist.

Welche Tätigkeitsbereiche konnten den Interessenten angeboten werden?

Es wurde ein breites Spektrum von verschiedenen Tätigkeitsbereichen angeboten: Anlagenmechaniker, Baumaschinist, Berufskraftfahrer, Betriebsschlosser, Chemikant, CNC-Fachkraft, Einzelhandelskaufmann, Elektriker, Elektroniker, Mechatroniker, Entwicklungsingenieur Elektrotechnik, Ingenieur Heizung/Klima/Sanitär, Gabelstaplerfahrer, Kfz-Mechatroniker, Maurer, Metallbearbeiter, Pflegefachkräfte, Qualitätsbeauftragter, Schlosser, Tiefbauer und Vorrichter.

Was gab es für eine Resonanzen von den Unternehmen? Konnten einige Stellen bereits vergeben werden?

Die Auswertung der Befragung der Unternehmen war sehr zufriedenstellend. Der größte Teil der Unternehmen wurde durch persönliche Ansprache zur Teilnahme angeregt. Verbesserungsvorschläge liegen hauptsächlich im Bereich Zeitrahmen, die Veranstaltung sollte verlängert werden. Alle Vorschläge zeigen deutlich das Interesse der Firmen. Bis auf ein Unternehmen würden beim nächsten Mal wieder alle mitmachen. In Oschatz gab es aktuell zehn Bewerbungen sowie drei Vorstellungsgespräche. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Einstellungen nicht oder noch nicht zu Stande gekommen sind. So zum Beispiel, dass sich die Bewerber erst einmal nur informieren wollen, die Qualifikation nicht ausreichend ist oder das Aufgabengebiet nicht gepasst hat.

Welche Ergebnisse ergab die Auswertung des Rückkehrertages noch?

Das Durchschnittsalter der Besucher betrug 39 Jahre, die durchschnittlich seit 2001 aus Nordsachsen weg sind. Bei den meisten besteht der Rückkehrgedanke seit zwei Jahren, die bisher wegen einen fehlenden passenden Jobs nicht zurück gekommen sind. Die Bereitschaft eine gewisse Strecke zu fahren, liegt im Durchschnitt bei 30 Kilometern.

Die Auswertung mit den teilnehmenden Unternehmen und den Besuchern hat Vorteile, aber auch einige Nachteile der bisherigen Durchführungsform in mehreren Städten des Landkreises Nordsachsen aufgezeigt. Für des Jahr 2018 ist eine Durchführung wie bisher an mehreren Standorten geplant. Eventuell kommt noch ein fünfter Standort dazu.

Von Kristin Engel

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