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Oschatz Nach Schrottlaster-Vorfall an B6: Unfallstelle immer noch ein Trümmerfeld
Region Oschatz Nach Schrottlaster-Vorfall an B6: Unfallstelle immer noch ein Trümmerfeld
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00:34 14.04.2018
Anwohner ärgern sich darüber, dass sich an der Unfallstelle bisher nichts getan hat.. Quelle: Foto: Christian Neffe
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Oschatz

Es war ein Schock für alle Anwohner, als es am 29. August vergangenen Jahres kurz nach 18 Uhr an der Kreuzung Dresdener Straße und Eichstädt-Promenade krachte.

Ein mit Schrott be- und überladener Laster wurde aus der Kurve getragen, kippte um und kam auf dem Fußweg vor der ehemaligen Landwirtschaftsbank zum Liegen. Verletzt wurde – mit Ausnahme des 27-jährigen Fahrers, der eine Platzwunde und Rückenverletzungen davontrug – zum Glück niemand.

OAZ-Leser bezeichnet Stelle als „Schandfleck“

Doch die Unfallstelle zeugt heute noch immer von den Ereignissen im Spätsommer. Ein Grund für OAZ-Leser Manfred Bajewsky, sich in einer E-Mail an die Redaktion zu wenden, in der er fordert, „einen der größten Schandflecke von Oschatz“ nicht zu ignorieren. Bei dem Unfall seien Bäume, Sträucher und Zäune „mehr als nur stark beschädigt“ worden. „An der Beseitigung dieses Schandflecks tut sich aber rein gar nichts“, so Bajewsky.

Tatsächlich gleicht besagte Stelle einem kleinen Trümmerfeld: Umgeknicktes Gehölz, zerbrochene Ziegel und Mauerwerksstücke säumen das Stück zwischen Gehweg und dem renovierungsbedürftigen Gebäude: der ehemaligen Landwirtschaftsbank. Die letzten Überreste eines zerrissenen Polizeiabsperrbandes flattern im Wind.

Grundstück in Privatbesitz

Dass die Stadt hier nicht aktiv wird, liegt daran, dass sie keine Handhabe hat. Das Grundstück befinde sich in Privatbesitz und liegt deshalb nicht in der Verantwortung der Stadt, teilt Rathaussprecherin Anja Seidel auf Anfrage mit.

In der Verantwortung stehe stattdessen der Eigentümer – der aber war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ greift in diesem Falle ebenfalls nicht, da kein Sicherheitsrisiko für Passanten und Anwohner besteht.

Bewohner stammen vermutlich aus Osteuropa

Ganz nah am Geschehen war damals Dagmar Grundmann, die in direkter Nachbarschaft zum Grundstück wohnt. „Diesen Knall vergesse ich mein Leben lang nicht“, sagte sie kurz nach dem Unfall. Dass sich seitdem nichts getan hat, darüber ärgert auch sie sich: „Es ist wirklich kein toller Anblick, vor allem für die, die von außerhalb in unsere sonst so schöne Stadt kommen.“

Mit ihren Nachbarn, die im und hinter dem baufälligen Haus wohnen, kämen sie und ihr Mann aber gut aus. Es handelt sich um eine größere Familie, die mutmaßlich aus Osteuropa stammt. Manchmal seien nur einige wenige, manchmal bis zu 20 Personen anwesend. „Sie wissen über vieles hier einfach nicht Bescheid“, so Grundmann und nennt Mülltrennung und Holzschnitt als Beispiele. „Aber wenn sie sich mal daneben benehmen, erklären wir ihnen die Sache vernünftig und sie haben ein Einsehen.“

Und als sich die Grundmanns kürzlich daran machten, ihre Hecke zu stutzen, gab es von der anderen Seite des Zauns sogar Hilfe dabei. Das Grundstück, auf dem die ehemalige Landwirtschaftsbank steht, habe ein Mitglied der nun dort wohnenden Familie vor einigen Jahren erworben – anwesend sei er aber nie.

Bewohner deuten baldige Sanierung an

Auf den „Schandfleck“ angesprochen, reagieren die Bewohner des Grundstückes zurückhaltend. Man wisse um den unschönen Zustand der Fassade und es werde sich auch bald jemand darum kümmern – wie auch um das Gebäude selbst. Auf die Frage, wann das geschehen werde, antwortet eine junge Dame zögernd: „Vielleicht in einem Monat?“ Möglicherweise tut sich also bald etwas.

Von Christian Neffe

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