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Oschatz Nach Unfall bei Oschatz: Bahn muss auch bei höherer Gewalt entschädigen
Region Oschatz Nach Unfall bei Oschatz: Bahn muss auch bei höherer Gewalt entschädigen
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12:13 06.09.2017
Anne-Katrin Wiesemann Quelle: Foto: VZ Sachsen
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Oschatz


Welche Art von Entschädigung steht den Reisenden zu?

Grundlage für eine Entschädigung ist die EU-Fahrgastrechteverordnung. Demnach ist der Fahrpreis durch das Bahnunternehmen vollständig zu erstatten, wenn es vor Fahrtantritt zu einem Zugausfall kommt oder der Zug zu diesem Zeitpunkt bereits eine Verspätung mit der Folge einer erwarteten Ankunftsverzögerung von mehr als 60 Minuten hat. Ab 120 Minuten Verspätung – wie im Fall des bei Oschatz havarierten ICE – besteht ein Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Kartenpreises. Generell sieht die EU-Verordnung in diesem Fall keine Übernahme der Taxikosten durch das Bahnunternehmen vor, da – wenn auch mit großer zeitlicher Verzögerung – den Kunden ein Ersatzzug zur Verfügung gestellt wurde. Im Einzelfall könnte es durchaus aussichtsreich sein, diese Forderung zu stellen, wenn Dresden oder Riesa nicht das Reiseziel war und durch die späte Ankunftszeit dort kein Anschluss mehr bestand.

Welche Nachweise müssen die Passagiere erbringen und wo können sie ihre Ansprüche geltend machen?

Die Fahrkarte oder eine Kopie davon. Der Entschädigungsantrag ist schriftlich zu stellen. Am besten man verwendet das dafür vorgesehene Formular und lässt sich die Verspätung vom Zugbegleiter bestätigen. Auch die Mitarbeiter der DB Informationen und in den DB Reisezentren bestätigen eine Verspätung, wenn sie diese anhand vorliegender Daten überprüfen können. Eine formlose Antragstellung ist auch möglich. Benötigt werden dazu die Anschrift, das Datum der Reise, eine Darstellung der Zugverbindung, Angaben zum tatsächlichen Reiseverlauf und gegebenenfalls eine Kontoverbindung sowie eine Unterschrift

Oft ist bei solchen Vorkommnissen von höherer Gewalt die Rede. Spielt das bei den Fahrgastrechten im Fernverkehr eine Rolle und wenn ja, was fällt unter dieses Ausschlusskriterium?

Diese Entschädigungsregelung ist nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes vom 26. September 2013 auch bei höherer Gewalt anzuwenden, wenn also um Beispiel ein Orkan, ein Streik oder ein Unfall die Verspätung verursacht hat – also auch für den bei Oschatz havarierten ICE.

Interview: Axel Kaminski

Von Axel Kaminski

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