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Nach Unfall in Neusornzig: Polizist Carsten Richter will Mauer bauen

Gefährliche Kurve Nach Unfall in Neusornzig: Polizist Carsten Richter will Mauer bauen

Nach einem spektakulären Unfall auf der S 31 im November bat Carsten Richter, Hauptgeschädigter des Unfalls, beim Landesamt um den Bau von Leitplanken vor seinem Haus. Dem hat die Behörde nun eine Absage erteilt, weshalb Richter nun selbst Hand anlegen wird.

Seit November macht ein großes, rotes Schild Autofahrer in Neusornzig auf die Unfallgefahr in der Kurve vor Carsten Richters Haus hin. Bald steht hier eine Mauer.

Quelle: Christian Neffe

Neusornzig. Es war ein Unfall, der landesweit für Schlagzeilen sorgte und den unrühmlichen Ruf der Staatsstraße 31 als Unfallschwerpunkt weiter befeuerte: Am 8. November wurde eine 33-jährige Autofahrerin, die von der Autobahn 14 in Richtung Mügeln unterwegs war, in Neusornzig aus der Kurve getragen, flog in hohem Bogen über den Gartenzaun der Familie Richter, rammte dort zwei Autos und krachte schlussendliche gegen den Hausgiebel.

Glücklicherweise wurde die Fahrerin nur leicht verletzt. Nun gibt es aber ernüchternde Neuigkeiten für den Hausbesitzer Carsten Richter: Das Landesamt hat seiner Anfrage zum Bau einer schützenden Leitplanke in der Straßenbiegung vor seinem Haus eine Absage erteilt.

Ernüchternd ist das deshalb, weil das Ehepaar Richter seit jenem Tag in ständiger Sorge vor weiteren, ähnlich schweren Unfällen lebt, bei denen jemand ernsthaft zu Schaden kommen können. Richter, der in Oschatz als Polizist arbeitet, gibt vor allem dem Bau der S 31 die Schuld an der erhöhten Unfallgefahr: „Vor dem Ausbau war die Straße ebenerdig. Jetzt haben wir hier einen Straßengraben mit einem großen einbetonierten Loch für den Regenwasserabfluss. Außerdem ist die Kurve viel schärfer ausgebaut worden, als sie es vorher war.“ Nach dem Unfall wandte er sich deshalb an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), bat darum, eine schützende Leitplanke in der Kurve zu installierten. Ein Gesuch, das nun abgelehnt wurde.

Am 8

Am 8. November 2017 krachte eine Autofahrerin gegen die Fassade von Carsten Richters Haus.

Quelle: Sven Bartsch

Die Begründung: Hinsichtlich der Unfallursache sei „von einem grob verkehrswidrigen Verhalten der Unfallverursacherin auszugehen“. Der Wassereinlauf, den Richter in seinem Antrag als Ausgangspunkt des Unfalls bezeichnete, sei „für selbigen jedenfalls nicht ursächlich“, schreibt das Lasuv. Und weiter: „Grundsätzlich ist es völlig unmöglich, eine absolut gefahrlose Straße herzustellen. Die Anordnung von Schutzplanken beispielsweise bewahrt ein von der Fahrbahn abkommendes Fahrzeug zwar davor, auf Nachbargrundstücke abzuirren, birgt aber die Gefahr, dass ein solches Fahrzeug von der Schutzeinrichtung abprallt und in die Gegenfahrbahn und den dort fließenden Verkehr geschleudert wird.“ Zudem sei es nach den Richtlinien des Sächsischen Straßengesetzes nicht möglich, innerorts und bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde Schutzplanken zu installieren.

Richter kündigte bereits im November 2017 an: Solle bis Jahresende nichts für die Sicherheit vor seinem Haus getan werden, wolle er selbst aktiv werden. Vorerst hatte er ein großes, rotes Plakat an seinem Grundstück aufgestellt, das Autofahrer seitdem auf die gefährliche Kurve aufmerksam macht. Es steht bis heute. Immerhin: Gegen eine Schutzmaßnahme aus Eigeninitiative hat das Lasuv keine Einwände.

Zunächst plante Richter, große Steine als Schutz aufzustapeln, fragte deshalb bereits bei einem nahegelegenen Steinbruch an. Der Kostenvorschlag wurde jedoch mit 4000 Euro beziffert, da die Steine zehn Meter von der Straße aus abgeladen werden müssten. Richter will sich im Frühjahr – bei angenehmerer Witterung also – deshalb einer kostengünstigeren Variante zuwenden und selbst eine rund 30 Zentimeter dicke Steinmauer errichten. Ein entsprechender Drahtkäfig soll mit Bruchsteinen gefüllt werden. Trotzdem fühlen sich die Richters im Stich gelassen: „Von der zuständigen Stelle hat sich niemand bei uns zwecks einer Besichtigung der Unfallstelle gemeldet“, moniert Richters Ehefrau Karla. Stattdessen werde die Frage der Sicherheits-Frage nun den Anwohnern überlassen. Ebenso wenig versteht das Ehepaar nicht, warum das Tempo im gesamten Ort nicht auf 30 begrenzt wird.

Inzwischen hat sich auch die Versicherung zur Schadensregulierung gemeldet. Standen kurz nach dem Unfall noch Schätzungen in Höhe von 40 000 Euro im Raum, ist diese Summe nun um mehr als die Hälfte geschrumpft: 4820 Euro werden die Arbeiten an Fassade, Garage und Garten beanspruchen, hinzu kommen 11 500 und nochmals 1500 Euro für die Schäden an den Autos der Richters, die bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die zwei Meter hohe Windmühle – ein Andenken an seinen Bruder – wird Carsten Richter jedoch nicht zurück bekommen: Die wurde so stark beschädigt, dass sie entsorgt werden musste.

Von Christian Neffe

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