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Nach Zuschauer-Angriff: Merkwitzer Fußball-Trainer auf dem Weg der Besserung

Sportgericht entscheidet Nach Zuschauer-Angriff: Merkwitzer Fußball-Trainer auf dem Weg der Besserung

Fußballer und ihre Fans sind entsetzt, Merkwitzer enttäuscht. Die Süptitzer haben eine völlig andere Sicht auf das Geschehen beim Fußballspiel der D-Jugend am 21. November in Süptitz. Zum Beispiel sei es kein Schlag gewesen, sondern eine "Art Klaps", den der 28-jährige Trainer Marco Leigsring aus Merkwitz von einem Zuschauer abbekommen habe.

Der Merkwitzer Trainer Marco Leigsring im Gespräch mit seinen D-Jugend-Spielern. (Archivfoto)

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Außerdem habe sich der Merkwitzer gegenüber den Süptitzern auch nicht gerade fair verhalten. Nichtsdestotrotz muss sich nun das nordsächsische Fußball-Gericht mit dem Fall auseinander setzen. Immerhin musste das Spiel in der 53. Minute bei einem Stand von 5:3 für Süptitz unterbrochen und der Merkwitzer Trainer ins Krankenhaus gebracht werden. Und wegen des Vorwurfes Körperverletzung beschäftigen sich nun auch die Kriminalisten mit dem "Klaps".

"Im sächsischen Fußballverband gilt die Rechts- und Verfahrensordnung, an die wir uns halten müssen", so Reinhard Gronau vom nordsächsischen Sportgericht. Zu diesem Gremium gehören fünf Personen. Sie müssten jährlich bis zu 180 Entscheidungen fällen. Gronau begleite dieses Amt seit 25 Jahren, "aber so etwas, einen Schlag ins Gesicht, habe ich noch nicht gehabt". Das sei das erste Mal. Eine Entscheidung werde es noch vor Weihnachten geben, kündigte Gronau an. Ob das Spiel nachgeholt werden muss, werden drei der fünf Sportgerichtsmitglieder entscheiden, sagte er. Vergleichbar sei diese Attacke eines Zuschauers mit der im Spiel RB Leipzig gegen Osnabrück im August. Schiedsrichter Martin Petersen war von einem aus dem Zuschauerblock geworfenen Feuerzeug am Kopf getroffen worden.

Der Vorfall in Süptitz hat hohe Wellen geschlagen. Dazu sagt der Merkwitzer Thomas Grundmann: "Es gehören immer zwei dazu, bevor es so ausartet. Da nützt es auch nichts, im Nachhinein auf die Tränendrüse zu drücken. Wer zuerst schlägt, hat aber bekanntlich rechtlich meist schon fast verloren."

Und Bernd Schmidt, Vereinsvorsitzender SV Fortschritt Oschatz sagt: "Ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie sich solche Ausschreitungen in einem Fußballspiel auf Kreisniveau abspielen können."

Stellvertretend für Marco Leigsring gab der Abteilungsleiter Fußball beim SV Merkwitz Falk Zschäbitz Auskunft: "Es gab einen Schlag am Kopf, und dieser hat leider richtig gesessen." Grundlos sei der Trainer nicht im Krankenhaus gelandet. Jetzt sei er auf dem Weg der Besserung. Auf die Frage, ob der Merkwitzer Trainer doch verbal entgleist sein könnte, sagte Zschäbitz, dass "sich Marco noch nie zu Beleidigungen hat hinreißen lassen. Mir hat Marco auch erzählt, es habe sich niemand bei ihm entschuldigt."

In einem Brief der Süptitzer an die Oschatzer Allgemeine hieß es jedoch, dass sich der Mann gleich nach dem Schlag entschuldigt habe. Es könne auch sein, dass Marco das gar nicht bewusst mitbekommen hat, weil er kurz weggetreten war, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte.

"Schön wäre es sicher gewesen, wenn man uns nach den Presseartikeln als Verein kontaktiert hätte, was aber bislang auch nicht passiert ist." Wenn man einen Fehler gemacht habe, sollte man sich bei dem Geschädigten in würdiger Form entschuldigen.

Der Süptitzer Trainer Mike Feja: "Wir bedauern den Vorfall. Obwohl der noch nicht endgültig geklärt ist, meine ich, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Bisher hatte es bei unseren Spielen nie Tätlichkeiten gegeben. Ich habe die Situation so erlebt: Als ein Süptitzer Spieler zum wiederholten Male grob gefoult wurde, kam es zu dieser Auseinandersetzung. Der Süptitzer Zuschauer verlangte lautstark die Einhaltung des Fair Play im Spiel und forderte den Gästetrainer auf, dies auch seinen Spielern mitzuteilen. Anschließend ging der Zuschauer. Als der Merkwitzer Trainer ihm hinterher lief und nochmals die Konfrontation suchte, diesmal beleidigend wurde, ließ sich der Zuschauer zu der nicht korrekten Aktion hinreißen. Die Merkwitzer Spieler verließen danach auf Anordnung derer Eltern den Platz, und der Schiedsrichter hat die Partie regelkonform abgebrochen. Abschließend ist aber festzustellen, dass vor und nach der unschönen Aktion beide Seiten - Eltern, Betreuer und Spieler - jederzeit fair und sportlich miteinander umgegangen sind."

Von Gabi Liebegall

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