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Nach zehn Jahren rollt erstmals wieder Zug von Nebitzschen nach Kemmlitz

Wilder Robert Nach zehn Jahren rollt erstmals wieder Zug von Nebitzschen nach Kemmlitz

Als Folge von Hochwasser und starken Niederschlägen musste vor zehn Jahren der Zugverkehr ach Kemmlitz eingestellt werden. Dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung, die diese Schmalspurstrecke als Kulturdenkmal sieht und deshalb deren Wiederaufbau förderte, war das nur eine Pause und kein Ende.

Kay Engelbrecht sperrt die Straße in Nebitzschen, um dem Zug den Vorrang zu sichern. An diese Vorfahrtsregel müssen sich die Autofahrer erst wieder gewöhnen.

Quelle: Axel Kaminski

Nebitzschen. Es sind lediglich acht Minuten Fahrspaß, die die Fahrgäste der Döllnitzbahn ab Sonnabend wieder erleben können. Dennoch sprach Geschäftsführer Ingo Neidhardt von einem Meilenstein. Immerhin wurde eine zehn Jahre nicht mehr nutzbare Strecke wieder in Betrieb genommen. Das gelang nicht nur mit dem ehrenamtlichen Engagement des Fördervereines „Wilder Robert“, sondern auch durch eine breite Unterstützung, zum Beispiel durch die Sparkassenstiftung.

Jens Köhler, Mitglied des Stiftungsrates, unterstrich, dass bei diesem Projekt die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund stand, sondern Kultur und Geschichte. Diese müsste oft hinter der Frage, ob sich etwas rechnet, zurückstehen. „Wenn wir diesen Anblick heute genießen, dann deshalb, weil es Menschen gibt, die sich mit Herz der Bahn verschrieben haben“, sagte er in seinem Grußwort.

Ingo Neidhardt sprach bei dem Festakt im Glossener Vereinshaus aus, dass es Zeiten gab, in denen es für die Döllnitzbahn als Ganzes wenige Minuten vor 12 war. Er sei dankbar dafür, was die kommunale Familie mit Hilfe der Staatsregierung hier geleistet habe. „Als Museumsbahn hätten wir nicht überlebt“, betonte Ingo Neidhardt. Es sei nicht überall und zu jeder Zeit selbstverständlich, dass man solche Hilfe erhalte.

„Der Förderverein Wilder Robert hat Grandioses geleistet“, sagte Klaus Huth, Leiter des Verkehrsamtes des Landratsamtes Nordsachsen, in seinem Grußwort. Es sei für den Landkreis positiv, wenn so ein Zeichen für die Entwicklung der Region und für den Tourismus gesetzt werde.

Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) erinnerte daran, dass Glossen 2006 wieder ans Netz der Döllnitzbahn ging. Man könne, von der Regelspur kommend, den ganzen Tag hier Bahn fahren. Ab 2018 werde den Besuchern außerdem das Geoportal im Mügelner Bahnhof zur Verfügung stehen. Johannes Ecke ging auch auf die Pläne der Erweiterung nach Wermsdorf ein. „Mit gutem Willen ist alles möglich“, betonte er. Dann würde man nicht über Jahrzehnte, sondern über einen Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren sprechen.

Bevor die Festgäste in Glossen eintrafen und dort die Taufe des Panaoramawagens auf den Namen „Collmblick“ miterlebten, waren sie zunächst von Mügeln nach Nebitzschen gefahren – die meisten in diesem offenen Wagen. An der Station, in der sich die Strecke gabelt, hatten Vertreter des Fördervereines, der Anliegerkommunen, des Landratsamtes sowie der Sparkassenstiftung symbolisch ein grünes Band zerschnitten. Daraufhin fuhr der aus Mügelner Diesellok, dem neuen Panoramawagen und dem aus Zittau geliehenen Triebwagen bestehende Zug zur ersten Fahrt nach Kemmlitz aus dem Bahnhof Nebitzschen aus.

Zu denen, die diese ungewöhnliche Fahrzeugkombination dort winkend begrüßten, gehörten die neunjährige Ella aus Mügeln sowie die Zwillinge Ronja und Sophie, die gleich neben der aktuellen Endhaltestelle Kemmlitz Ort wohnen. Während Ella zuhause jeden Tag Züge sehen kann, war das für die beiden Kemmlitzer Mädchen ein völlig neues Erlebnis.

Von Axel kaminski

Kemmlitz 51.2298473 12.9941858
Kemmlitz
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