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Oschatz Narren der Collm-Region erobern sich die Schlüssel für die Rathäuser
Region Oschatz Narren der Collm-Region erobern sich die Schlüssel für die Rathäuser
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21:19 24.02.2018
Oberbürgermeister Andreas Kretschmar beugte sich am 11.11. dem Willen der Oschatzer Narren und rückte den Schlüssel für das Rathaus raus. Quelle: Axel Kaminski
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Oschatz/Dahlen

Trotz Kälte und Regen kamen am Sonnabend rund 200 Faschingsfreunde auf den Neumarkt und läuteten gemeinsam mit dem Oschatzer Carenval Club (OCC) die fünfte Jahreszeit ein. „Ich bin begeistert, mit so viel Publikum habe ich gar nicht gerechnet“, freute sich die neue Präsidentin des Vereins, Sindy Schneider.

Kurz zuvor hatte sie, gemeinsam mit einer Delegation der Funkengarde, Oberbürgermeister Andreas Kretschmar aus dem Rathaus geholt und ihm den Schlüssel abgenommen. Kretschmar ergab sich – und kündigte an, den Karnevalisten bis Februar die Herrschaft zu überlassen. Unterstützt wurden die Funkentänzer, Zeremonienmeister Günter Staffe und das Prinzenpaar Tina und Jens Graul vom Musikverein Lampertswalde. Dessen Mitglieder marschierten bereits vor dem offiziellen Auftakt um 11.11 Uhr durch die Innenstadt und lockten damit zahlreiche Zaungäste an. Zwar waren nur die wenigsten Besucher kostümiert, jedoch zeigten sie sich hoch zufrieden damit, dass nach mehr als einem halben Jahrzehnt Pause wieder so Karnevalsauftakt in Oschatz gefeiert wird, wie es sich gehört. Der Weg dorthin war mit intensiven Vorbereitungen verbunden. Und als Jens Graul die Vereinsfahne auf dem Marktplatz hisste, war auch dem letzten klar – es ist nun geschafft, es ist wieder Faschingszeit – Oschatz Helau!

Christof Beeger war als einer von zwei Stadträten – neben Ria Gärtner – mit dabei. „Ich bewundere den Überlebenswillen des OCC. Es war lange Ruhe. Doch die jungen Leute haben Elan und wollen, dass es weiter geht. Wenn ich sehe, mit welcher Begeisterung schon die kleinsten Tänzerinnen dabei sind, dann ist mir für diesen Generationswechsel gar nicht bange“, sagte er. Ebenfalls nicht entgehen lassen wollten sich den Saisonauftakt Elvira und Uwe Sachse. Das Ehepaar ist froh, dass der OCC zur Tradition auf den Neumarkt zurückgekehrt ist. „Hier ist Platz, hier gehört der Fasching hin. Wir freuen uns mit dem OCC und jammern nicht übers Wetter“, sagt Uwe Sachse.

Wer geht an einem Sonnabend, gegen 10.45 Uhr auf Arbeit, obwohl er weder in Schichten, noch in der Pflege oder Gastronomie arbeitet? Der Dahlener Bürgermeister, wenn der 11.11. auf einen Sonnabend fällt. Ob Matthias Löwe noch schnell einen Blick in die Akten oder in den Computer geworfen hat oder nur auf die Abordnung des Dahlener Carneval Clubs gewartet hat, wird sein Geheimnis bleiben. Auf jeden Fall hatte ihn Zeremonienmeisterin Steffi Arnold gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar Marlene I. und Hannes I. sowie zwei weiteren Fünkchen rechtzeitig aus der Amtsstube auf den Markt geführt, damit er dort den Rathausschlüssel an die Narren übergeben konnte. Auf diesem hatte sich ein recht ansehnliches Publikum versammelt. Dass Dahlener Narren sich von frischen Temperaturen nicht besonders beeindrucken lassen, ist bekannt. In diesem Jahr bewiesen sie auch, dass mal nachlassender und dann wieder stärker werdender Regen sie nicht in die Flucht schlägt.

Für Elferrat, Aktive und viele Narren war der 11.11. anno 2017 ein langer „Arbeitstag“: Auf die Saisoneröffnung am späten Vormittag folgte die erste Abendveranstaltung im Vereinsdomizil an der Bahnhofstraße. Dazu, ob man zwischendurch noch einmal aus Uniform oder Kostüm herauskommen würde, gab es ganz unterschiedliche Antworten. DCC-Präsident Jörg Petzold hatte angesichts des geringen Regenschutzes, den die Narrenkappe bietet, noch ein heißes Bad vor Augen. Er dankte allen Besuchern der Eröffnung für ihr Stehvermögen trotzt miserablen Wetters und prophezeite – oder wünschte sich – für den kommenden Sonnabend Sonnenschein und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Dann mache der Heideumzug der Karnevalisten Spaß und die Kasse am Glühweinstand klingele auch ordentlich. Vom befreundeten Rietberger Karnevalsverein erwarten die Dahlener Narren eine rund 60-köpfige Delegation – einschließlich Spielmannszug. Außerdem seien auf jeden Fall die Oschatzer, Mannschatzer und Beilroder Narren mit von der Partie, sowie viele Vereine und Privatpersonen aus der Region.

Von Christian Kunze und Axel Kaminski

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