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Oschatz Naundorf: Absagen und fehlende Unterlagen – Zweifel, ob das schnelle Netz kommt
Region Oschatz Naundorf: Absagen und fehlende Unterlagen – Zweifel, ob das schnelle Netz kommt
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05:06 07.12.2018
Mittlerweile mehren sich die Zweifel daran, ob das schnelle Netz tatsächlich bei allen ankommt, die gern einen Glasfaseranschluss hätten. Quelle: imago/Ralph Peters
Naundorf

Eigentlich sollen, so hat es die große Politik verkündet, auch im ländlichen Raum bald die Zeiten digitaler Glückseligkeit beginnen. Leben, Arbeiten und Hausaufgabenmachen werden dann beispielsweise in Haage oder Gastewitz dank schnellem Internet genauso komfortabel sein wie in den Metropolen des Landes. So weit der Plan.

An der Umsetzung bestehen inzwischen gewisse Zweifel. Erstens kommt schnelles Netz in der genannten Größenordnung nur dorthin, wo es jetzt ganz erheblich lahmt – in die so genannten Ausbaugebiete. Wer schon jetzt 30 Mbit pro Sekunde nutzen kann, wird nicht noch weiter beschleunigt.

Korb von der Telekom

Doch selbst wer im Ausbaugebiet liegt und willens ist, sich ans Glasfaserkabel anschließen zu lassen, kann noch Überraschungen erleben. Rocco Eigenwillig, der für die Freie Wählergemeinschaft Naundorf im Gemeinderat sitzt und in der Gastewitzer Bergstraße wohnt, bekam von der Telekom einen Korb. Obwohl der Ortsteil im Ausbaugebiet liegt, erfuhr er mit Schreiben vom 21. November vom Unternehmen: „Heute haben wir allerdings keine guten Neuigkeiten für Sie. Bei der Durchsicht ist uns aufgefallen, dass Ihr Grundstück leider nicht in unserem Ausbaugebiet liegt. Wir können daher an Ihrer Immobilie das Glasfasernetz zur Zeit leider nicht zur Verfügung stellen“. Dazu gibt freundliche Grüße und der Verweis auf eine kostenfreie Service-Rufnummer. Über die Wartezeiten dort sagt das Antwortschreiben natürlich nichts aus.

Sein Nachbar habe ihm schon ein paar Tage früher davon erzählt, dass in der Straße einige Anträge beziehungsweise Einverständniserklärungen abgelehnt worden seien, obwohl Casabra insgesamt zum Ausbaugebiet gehöre. „Ich interessiere mich schon länger für einen leistungsfähigeren Anschluss“, erklärt Rocco Eigenwilllig der OAZ. Bisher sei er über LTE versorgt. Da stürze der Warenkorb der Frau beim Online-Einkauf schonmal ab.

Unterlagen nicht bekommen

Etwas anders sehen die Sorgen mit dem Netzausbau aus, die Dr. Hartwig Kübler hat. „Wir haben noch gar keine Unterlagen bekommen“, stellt er klar. Man könne denken, die Telekom kenne den Landweg in Raitzen gar nicht. Was wiederum gar nicht gehe, denn schon jetzt zahle er monatlich rund 500 Euro an das Unternehmen. „Wir haben jetzt LTE, was aber zu langsam ist“, erläutert der Landwirt. Man funktioniere quasi am Rande des Zusammenbruches, wolle sich aber weiterentwickeln. „Wir haben uns darauf verlassen, dass es besser wird“, schildert Dr. Hartwig Kübler seine Hoffnungen in den Netzausbau. Sein Unternehmen sei nach außen hin stark vernetzt. Er wisse, dass die Gemeinde bei der Telekom interveniert habe, weil Bewohner des Ausbaugebietes keine Unterlagen bekommen hätten. Aber es passiere von Seiten der Telekom einfach nichts.

Bürgermeister ist pessimistisch

Bürgermeister Michael Reinhardt (parteilos) zeigte sich in der Ratssitzung pessimistisch: „Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels“. Probleme seien ihm auch aus den Ortsteilen Reppen und Haage bekannt. Teilweise hätten Nachbarn von der Telekom verschiedene Bescheide dazu erhalten, ob sie im Ausbaugebiet liegen würden oder nicht. Bei einer Beratung im Landratsamt habe die Telekom Ende November einräumen müssen, dass ihr Daten verloren gegangen seien. Es hake auch bei der Nacherfassung zunächst nicht berücksichtigter Gebiete.

Von Axel Kaminski

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