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Oschatz Naundorf-Niedergoseln: Landwirte klagen über Preisverfall
Region Oschatz Naundorf-Niedergoseln: Landwirte klagen über Preisverfall
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09:20 15.03.2016
Die Preise für Kuhmilch sinken immer tiefer. Quelle: LVZ
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Naundorf

Die Landwirte fühlen sich von der Politik im Stich gelassen – und haben keine Hoffnung auf Besserung. Sie klagen über akuten Preisverfall für ihre landwirtschaftlichen Produkte. „Das wird deutlich bei Schweinen, Milch und Getreide – und Aussichten auf Besserung der Situation sind nicht in Sicht“, klagt Roland Paul, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf/Niedergoseln.

Während die Berichterstattung in den Medien von Nachrichten zu Kriegen, über Flüchtlinge und Völkerwanderung geprägt sei, trete die Situation der Landwirtschaft in den Hintergrund, obwohl sie nicht minder problematisch sei. „Die Ursachen für die Niedrigpreise liegen in hoher Produktion, aber auch vielmehr im mangelnden Absatz. Infolge der wirtschaftlichen Entwicklung in Asien sowie des Wirtschaftsembargos gegen Russland, den Kriegen vom Nahen Osten bis nach Nordafrika sind die Märkte eingebrochen.

Ebenso führt die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels und die Mentalität ,Geiz ist geil’ zu Preisdruck auf die mit viel Mühe erzeugten Lebensmittel“, verdeutlicht Paul. Die Bauern stünden nicht nur gefühlt ganz weit unten in der Kette und würden nicht von der Wertschöpfung profitieren. Vielmehr seien sie Empfänger von „Restmilchgeld“, „Restfleischgeld“ sowie „Restgetreidegeld“, nachdem alle anderen ihre Kosten gedeckt hätten. „Das erfüllt uns in den Landwirtschaftsbetrieben mit Sorge“, spricht Paul Klartext und führt konkrete Beispiele auf.

23,75 Cent bekommen die Bauern für den Liter Milch. Quelle: Dirk Hunger

Lag der Grundpreis bei Milch pro Liter im Februar noch bei 25 Cent je Liter, erhalten die Milchproduzenten ab März nur noch 23,75 Cent. „Kostendeckend sind aber 35 Cent und es ist zu befürchten, dass der Milchpreis noch weiter abrutscht.“ Paul ist deshalb froh, dass die Agrargenossenschaft in eine moderne Melkanlage investierte und sie zum Jahreswechsel 2013/14 in Betrieb nehmen konnte. Das spare nicht nur Arbeitskräfte und Kosten, sondern sichere auch eine hohe Qualität der Milch. Die Agrargenossenschaft sei unterdessen weiter auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten mit dem Ziel, ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und Mitgliedern jederzeit gerecht zu werden.

Doch auch die Hilfe der Politik sei laut Vorstandsvorsitzendem dringend nötig, unter anderem mit der Aufhebung des Russlandembargos und den im Herbst von der Politik versprochenen Exportinitiativen, um neue Märkte zu erschließen. „Bis zum heutigen Zeitpunkt ist da allerdings scheinbar nichts passiert“, ist Paul über die leeren Versprechungen enttäuscht.

Sächsische Milchbauen hätten das Nachsehen

Und was die Milchpreise betrifft, nennt er noch weitere Fakten, weshalb die sächsischen Milchbauern das absolute Nachsehen haben. Nicht die Müllermilch-Lieferanten Sachsens hätten im letzten Zeitraum ihren Absatz erhöht. Ihre Produktionsmenge sei gleich geblieben. „Es ist aber in Europa zu beobachten, dass England, Irland und die Niederlande zwischen drei und sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr mehr Milch produzieren. Und das führt natürlich zur Belastung des europäischen Marktes“, sieht Paul die Konsequenz.

Unterdessen sei die Agrargenossenschaft gegenwärtig mit Hochdruck dabei, die Frühjahrsblüher in der Gärtnerei zum Absatz zu bringen, arbeitet an der Vorbereitung der Hopfenkultur, bringt mineralischen und organischen Dünger auf die Felder aus und arbeitet kontinuierlich in der Tierproduktion. „Von unseren Mitarbeitern wird viel abverlangt“, sagt Paul gegenüber der Oschatzer Allgemeinen.

Von Heinz Großnick

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