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Oschatz Naundorfer Festumzug zieht viele Gäste an
Region Oschatz Naundorfer Festumzug zieht viele Gäste an
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14:22 12.06.2018
Die Kinder mit ihren Puppenwagen gehören zu den Stars beim knapp einstündigen Festumzug zur 775-Jahr-Feier in Naundorf Quelle: Axel Kaminski
Naundorf

Rund eine Stunde bekamen die Zuschauer am Sonntag ein buntes Bild der 775-jährigen Geschichte von Naundorf geboten. Weder zur Zahl der Zuschauer noch jener der Darsteller ließ sich Genaues sagen. „Offiziell hatten wir um die 40 Bilder geplant“, erzählt Volker Buschmann, einer der Organisatoren der Festwoche. Aber es habe immer wieder jemand angefragt, der auch mitmachen wollte – und warum sollte man Leute mit Eigeninitiative ausbremsen?

Kein Hitzeschock trotz schwarzer Kleidung

Zu diesen Nachbarn, die die Naundorfer unterstützten, gehörte die Firma Höhne aus Mügeln. David Dommer, ganz in Schwarz, mit Ruß im Gesicht und auf einem historischen „Dienstfahrrad“, wollte sich nicht festlegen, ob er in 1500 oder 2000 Zuschauer am Straßenrand gesehen hatte. Verpasst habe er mitten im Zug jedenfalls nichts. Beim Aufstellen und Loslaufen im Gelände der Agrargenossenschaft habe er alle Bilder gesehen. Seinem „Lehrling“ Jason (4) im Korb über dem Vorderrad sei es manchmal zu langsam gegangen. „Nein, trotz schwarzer Sachen war mir nicht zu warm “, versichert dieser.

Für Sonne und Regen gerüstete Zuschauer

Trotz Nieselregens kurz vor Beginn war die Hitze die Herausforderung des Nachmittags. Gut, wenn es von dem einen oder anderen Wagen eine Erfrischung gab und fast egal, ob in Form eines kühlen Getränkes oder einer kalten Dusche. Die meisten Besucher waren mit Sonnenhut, -brille oder Basecap für den Sonnenschein gut präpariert. Und mancher Schirm, der am Sonntag Schatten spendete,war für den Fall der Fälle, also die Wiederholung des Landregens vom Sonnabend, mitgebracht worden.

Die Naundorfer und ihre Gäste mussten am Sonnabend keinen Programmpunkt ihres Festes auslassen. Die Technikschau war ohnehin nur bis 16 Uhr geplant und der Tanz sollte von Anfang an in der Turnhalle stattfinden.

Publikumsliebling Kindergarten

Zu den Zuschauern beim Festumzug gehörten viele Ex-Naundorfer. Angela Daate lebte hier, bis sie in die 10. Klasse ging und ist nun in Calbitz zuhause. „Ich war leider nur heute hier“, sagte sie. Sie habe im Festumzug viele Bekannte gesehen, auch wenn ihr nicht alle Namen dazu einfielen. Am besten habe ihr das Bild des Kindergartens gefallen, bei dem die Kinder mit Puppenwagen unterwegs waren.

Jürgen Ochocki aus Mügeln war in der Festwoche mehrmals im Nachbarort, in dem er zehn Jahre zur Schule gegangen ist. „Jubelkonfirmation, Besuch in der Werkschule, historischer Vortrag am Mittwoch in der Kirche“, zählt er auf. Und natürlich beim Festumzug.

Jüngste Teilnehmerin drei Monate alt

Zwar ist die Anzahl der Teilnehmer am Umzug unbekannt, wer von ihnen der älteste war, ließ sich nicht feststellen, aber wer die Jüngste war, ist klar. Milli, drei Monate alt, war im letzten Bild „Naundorf hat Zukunft“ mit dabei. Den mutmaßlich heißesten Auftritt hatten nicht die Mädels vom Heimatverein, sondern Peter Pedrich von der Naundorfer Feuerwehr. Zumindest behaupteten andere Kameraden, dass er im ABC-Schutzanzug steckte und die ganze Strecke bis zur Turnhalle durchhielt.

Vor der Halle spielte die Schalmeienzunft Strehla, die den Festumzug angeführt hatte, anschließend ein Platzkonzert. Drinnen gab es Kaffee und Kuchen. Tische für rund 300 Kaffeegäste hatten die Organisatoren gestellt und lagen mit dieser Vermutung ganz gut.

Seit dem 1. Juni wurde in Naundorf gefeiert: Sensenmeisterschaft, Kinderfest, Klassentreffen, Oldtimerschau und und und. Einer der letzten Höhepunkte war am Sonntag der Festumzug mit über 40 Bildern. Fast eine Stunde gab bekamen die Zuschauer Geschichte und Vereinsleben des Ortes lebendig dargeboten.
Dank der Hilfe zahlreicher Kameraden aus der Nachbarschaft konnte die Naundorfer Feuerwehr beim Festumzug interessante Einblicke in Historie und Gegenwart des Löschwesens geben. Als wichtiger Erwerbszweig im Ort fuhr die Landwirtschaft aktuelles Großgerät auf. Die aktuelle Technik von vor 70 Jahren wirkte dagegen fast wie Spielzeug.
Nach dem einstündigen Festumzug am Sonntag waren die Naundorfer Feiertage nicht abrupt zu Ende. Die meisten Zuschauer folgten den Darstellern der über 40 Bilder zur turnhalle, wo aus draußen Musik, kühle Getränke und Heißes vom Grillrost und drinnen viele Fotos sowie Kaffee und Kuchen gab.

Von Axel Kaminski

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