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Naundorfer Gemeinderäte sehen keinen Anlass für Fusionsdebatten

Naundorfer Gemeinderäte sehen keinen Anlass für Fusionsdebatten

Bürgermeister Michael Reinhardt betonte jüngst im OAZ-Interview, weiter an der Eigenständigkeit seiner Gemeinde festzuhalten.

Naundorf. Von Christian Kunze

 

 

 

Michael Reinhardts Stellvertreter Dr. Hartwig Kübler aus Raitzen verweist auf die geringe Pro-Kopf-Verschuldung (wir berichteten) und die aus seiner Sicht effiziente Verwaltungsarbeit Naundorfs. "Eine Fusion käme nur mit einem Partner in Frage, der gleiche Bedingungen vorweisen kann. Und einen solchen sehe ich im Moment nicht." Nachteil im Falle eines Zusammenschlusses wäre das Aufnehmen und Mittragen der Schulden einer potenziellen "Braut". Und das stelle nur eine Belastung für die Bürger dar, so Kübler. Eine Ausdehnung der bisherigen kommunalen Zusammenarbeit mit Nachbarn wie etwa der Stadt Oschatz steht Kübler jedoch offen gegenüber.

Eckhard Aust aus Naundorf verbindet mit einer Fusion in erster Linie längere Wege für die Bürger. "Vor allem für unsere älteren Einwohner ist das dann von Nachteil, bezieht man die schon jetzt nicht immer optimalen Bedingungen beim öffentlichen Personenverkehr mit ein." Aust, der aus Limbach zugezogen ist, bestreitet nicht, dass einzelne ländlich geprägte Ortsteile im Falle einer freiwilligen Fusion von der "Hochzeitsprämie" des Freistaats profitieren könnten. Was jedoch in einer größeren Kommune nicht mehr gewährleistet werden könne, sei die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, wie er sie bisher in Naundorf erleben konnte. "Sich als Vertreter eines kleinen Ortes im großen Stadtrat Gehör zu verschaffen, ist sehr schwierig", schätzt er ein.

Hartmut Sander aus Salbitz sieht ebenfalls keine Notwendigkeit, derzeit über Fusion zu debattieren. "So lange kein Gesetz auf dem Tisch liegt, das uns Fristen setzt, sollten wir auch keine voreiligen Entscheidungen treffen." Die Frage nach einem Wunschkandidaten im Falle einer Zwangszusammenschließung ließ er unbeantwortet.

Reiner Gründling aus Zeicha erklärt, dass das Thema in den Ausschusssitzungen und auch im Gemeinderat hin und wieder öffentlich diskutiert wurde und wird. "Es ist im Interesse der Bürger selbst, sich einzubringen, sollten sie Gesprächsbedarf bezüglich dieses Themas haben", regt er an. Aus seiner Sicht sei jedoch kein Anlass gegeben, über Gemeindezusammenschlüsse zu orakeln. "Wir führen solide unseren Haushalt und werden auch in den kommenden Jahren mit Hilfe von Fördermitteln einiges auf den Weg bringen", gibt er sich zuversichtlich.

Die rund 250 000 Euro Fusionsprämie des Freistaates habe Naundorf nicht nötig, erklärt Andrea Reinhardt aus Nasenberg. Dies ist ein Zuschuss, der bei freiwilligen Fusionen nur noch in diesem Jahr gezahlt wird. Er beläuft sich derzeit auf 100 Euro pro Einwohner. "Entscheidend ist in Zukunft nicht allein die finanzielle Frage, sondern auch die Bürgernähe der Verwaltung", so die Landwirtin. Und diesbezüglich müsse sich Naundorf nicht verstecken. Überhaupt müsse sie durch ihren Beruf schon jetzt über die Grenzen der Kommune hinaus denken. Nachholbedarf bestünde hierbei jedoch bei etlichen Behörden. "Solange beispielsweise das Finanzamt in seinen Unterlagen noch von den Strukturen vor der letzten Gemeindegebietsreform ausgeht, werde ich mich nicht dazu hinreißen lassen, gegen die Eigenständigkeit Naundorfs zu stimmen", betont sie.

 

 

 

Leckwitz (red). Die Feuerwehr Leckwitz und der SV Leckwitz laden am kommenden Sonnabend zu einen Skatturnier auf die Kegelbahn Leckwitz ein. Beginn ist 14 Uhr. Es ist das erste Wertungsturnier des Jahres 2012 um den Wanderpokal. Es werden zweimal 48 Spiele absolviert.

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