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Oschatz Naundorfer Werkschüler überzeugen mit selbst geschriebenem Weihnachtsstück
Region Oschatz Naundorfer Werkschüler überzeugen mit selbst geschriebenem Weihnachtsstück
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15:53 01.12.2016
Die Nachwuchstalente der Werkschule Naundorf sprühen vor Spielfreude. Am diesjährigen Weihnachtstheater haben sie selbst mitgeschrieben. Quelle: christian kunze
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Naundorf

Kein klassisches Märchen in der Turnhalle: Die Jungen und Mädchen der Werkschule haben gemeinsam mit Schulleiterin Heike Bollmann und Theaterpädagogin Jacqueline Ziegeler-Jentzsch aus Auterwitz ein eigenes Stück verfasst. Das Ergebnis heißt „Prinzessin gesucht... das Geheimnis des goldenen Thrones“ und bringt Erfahrungen aus dem Lebensalltag der jungen Akteure mit ins Spiel – ein alternativer Ansatz, der nicht nur das Schauspieltalent fordert.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn es ist eine gelungene Mischung aus traditionellen Märchenelementen und modernen Momenten geworden. Durch das gesamte Stück zieht sich der „andere Weg“, den das Schulkonzept in Naundorf verfolgt: Beschrieben wird das Schicksal von fünf Waisenkindern, die – bis auf die kleine Liese – allesamt mit besonderen Talenten ausgestattet sind. Diese Talente helfen ihnen im Leben weiter. Einer malt, einer liest und erzählt besonders gut, eine andere kann ausgezeichnet mit Geld umgehen. Nur eben Liese weiß nicht so recht und möchte bei den anderen in die Lehre gehen. Die Tatsache, dass sie überall abgelehnt wird, macht sie zur Außenseiterin. Und das würde auch so bleiben, wäre da nicht der König, der Verstärkung für seinen Hofstaat und eine Prinzessin sucht. Wie sich die Wege dieser beiden Welten kreuzen, zeigt das diesjährige Weihnachtstheater auf amüsante Weise.

Die Botschaft, die trotz aller Wirren und Witze am Ende steht, entpuppt sich szenenweise. So erleben die Zuschauer einen König, der nicht abgehoben ist, sondern sich verkleidet als Kaufmann unter sein Volk mischt, um ihm aufs Maul zu schauen. Parallelen zu aktuellen Diskussionen in der Gesellschaft sind offensichtlich. Entgegen seiner Berater vertritt der Herrscher im Stück die Meinung, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankommt, wenn man einen Menschen bewertet. Jedoch sind die Szenen, in denen die Darsteller der beiden Helfer im Theaterpublikum nach geeigneten Hofstaat-Kandidaten suchen, die lebendigsten im Stück. Da wird aussortiert nach Frisur, Schuhen oder Taschen. Fündig werden die Akteure nicht etwa ganz vorne. Nein, auch wer in Naundorf in der letzen Reihe sitzt, darf damit rechnen, vorne ganz groß mitspielen zu dürfen.

Die Inszenierung traut sich etwas – das Spiel auf mehreren Bühnen, ein Bruch mitten in der Handlung, als die versammelte Besetzung plötzlich zu moderner Musik ausgelassen tanzt – die Regisseurin geht ein Wagnis ein, experimentiert mit der Form – ohne jedoch die erzählte Geschichte aus den Augen zu verlieren.

Dass Klein Lieschen am Ende auf dem goldenen Königsthron Platz nimmt, ist wenigstens für die erwachsenen Besucher keine große Überraschung. Dass Jacqueline Ziegeler-Jentzsch die Zuschauer am Ende dazu einlädt, Fragen zu stellen, dagegen schon. Auch das ist neu, anders, schön und gut so.

Von Christian Kunze

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