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Naundorfer Werkschule startet trotz allgemeinen Lehrermangels mit voller Besetzung

Bildung Naundorfer Werkschule startet trotz allgemeinen Lehrermangels mit voller Besetzung

Die Evangelische Werkschule Naundorf öffnet zum Schuljahresbeginn bereits zum zehnten Mal die Pforten. Besuchten anfangs neun Mädchen und Jungen die Bildungseinrichtung, sind es aktuell 65 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10. Sie werden von zehn Festangestellten und sieben Honorarkräften unterrichtet.

Schulleiterin Heike Bollmann und Vereinsgeschäftsführer Tobias Leißner sprechen hier die Planung des Unterrichtes ab.

Quelle: Heinz Großnick

Naundorf. Das neue Schuljahr beginnt für die Evangelische Werkschule das zehnte Mal in Folge. 2007 wurde sie ins Leben gerufen, nachdem die Mittelschule 2005 mangels Schülerzahl geschlossen werden musste. „Gestartet sind wir damals mit neun Schülern einer fünften Klasse sowie zwei fest angestellten Lehrern und vier Honorarkräften“, erinnert sich Schulleiterin Heike Bollmann, die von Anfang an dabei ist.

Wenn sich am 7. August wieder die Schultür öffnet, strömen 65 Mädchen und Jungen der Klassenstufen 5 bis 10 in ihre Unterrichtsräume. Inzwischen werden sie von zehn fest angestellten Lehrern und sieben Honorarkräften unterrichtet. Damit ist das Team komplett, trotz allgemeinen Lehrermangels in Sachsen, sagt Tobias Leißner. Er ist seit September 2015 hauptamtlicher Geschäftsführer des Evangelischen Schulvereins Naundorf. Vier Verwaltungsmitarbeiter sorgen außerdem für den reibungslosen Betrieb.

Schule stand 2013 plötzlich vor dem Aus

Zu Beginn vom Förderverein in ehrenamtlicher Arbeit und in Trägerschaft der Evangelischen gemeinnützigen Gesellschaft für Bildungs- und Sozialprojekte in Grimma geleitet, stand der Fortbestand der Bildungsstätte 2013 plötzlich vor dem Aus. „Der Träger hatte am 10. April angekündigt, zum Schuljahresende auszusteigen“, erinnert Leißner. Große Verunsicherung machte sich breit. Doch der Verein und Eltern wollten sich nicht damit abfinden, dass die Schule aus der Bildungslandschaft verschwindet und setzten alle Hebel in Bewegung, um den Fortbestand zu sichern. „Wir haben uns mit anderen Schulen in Verbindung gesetzt, um uns zu informieren, wie es weiter gehen kann“, so die 49-jährige Schulleiterin.

Schließlich gab das Schulamt Mitte Juli 2013 grünes Licht. „Dieser Schritt war möglich, weil der Freistaat die Ausgabensätze für freie Schulen erhöht hat und die Evangelische Kirche Deutschland die beantragten Fördermittel in Höhe von 30 000 Euro gewährte“, so Leißner. Missglückte 2010 zunächst das Konzept, dass die Schüler selbstständig arbeiten und entscheiden, was sie lernen möchten, gibt es seit 2013 klare Strukturen.

Gleiche Abschlüsse wie an staatlichen Schulen

„Alles läuft unter der Maßgabe des sächsischen Lehrplanes. Unsere Schüler legen die gleichen Prüfungen ab und erhalten ihre Abschlüsse wie an staatlichen Schulen. Wir versuchen aber besser zu sein, Brücken zu schlagen zwischen Schulabschluss und beruflicher Perspektive, damit die Kinder in der Region bleiben“, nennt Leißner das Erfolgsrezept. Das beweisen nach Angaben des 41-Jährigen auch die Abschlüsse, die sich alle zwischen einem Notendurchschnitt von 1,8 bis 2,2 bewegen. Und kein Schüler hing nach Schulabschluss in der Luft. „Unsere Schülerzahlen wachsen nach wie vor leicht. Wir möchten den Ansprüchen von Eltern und Schülern gerecht werden, nehmen uns viel Zeit für Elterngespräche, um das Beste für die Schüler zu erreichen.“

Die Schule hat ein großes Einzugsgebiet. Schüler kommen aus Naundorf und Mügeln, aus Wermsdorf, Dahlen, der Region Döbeln, Leisnig, Oschatz, Riesa, Lommatzsch und Roßwein. Kleinere Klassen mit einer Höchstgrenze von 20 Schülern ermöglichen laut Leißner einen größeren Gestaltungsraum. Die Schulleiterin ergänzt: „Wir haben gute Rahmenbedingungen und ein gutes Team. Unser Ziel besteht darin, ein herzliches, menschliches Arbeitsumfeld zu schaffen. Das färbt schließlich auch auf die Schüler ab.“

Bei der Anmeldung ist Eile geboten

Wer sich noch an der Werkschule anmelden möchte, sollte sich sputen. Leißner: „Wir müssen den Eltern sagen, wenn sie die Absicht haben, ihre Kinder bei uns einzuschulen, sollten sie nicht zögern und sich rechtzeitig anmelden.“ Jede Klassenstufe habe feste Räume, wobei die Schüler diese individuell gestalten können. Das trage dazu bei, dass mit dem Inventar pfleglich umgegangen werde. Grünanlagen statt eines betonierten Schulhofes sorgen für Wohlfühlatmosphäre.

Der Schulgarten wird im Rahmen der Ganztagsangebote von den Schülern unterhalten. Dort wachsen Tomaten, Kürbis, Zucchini. Das Gemüse werde dann zu Kochtagen von den Schülern frisch verarbeitet. Doch auch die Kinder- und Jugendbauhütte sorgen für kreative Betätigungsmöglichkeiten. Seit dem ersten Jahr des Bestehens der Schule gebe es ein Theaterprojekt, wobei alles wie Bühnenaufbau, Technik und Werbung von den Schülern realisiert werde. Höhepunkt ist die Aufführung in der Weihnachtszeit vor Eltern und Einwohnern. Nicht unerwähnt möchten der Geschäftsführer und die Schulleiterin die Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung Naundorf lassen, denn das Schulgebäude sei gemietet. Nach und nach werde das Gebäude und das Umfeld auf Vordermann gebracht. 2014 wurde zum Beispiel die Fluchttreppe am Neubau angebracht. Im Herbst ist die Sanierung der 30 Jahre alten Gasheizung vorgesehen. Das soll auch helfen, die Energieeffizienz zu verbessern und Kosten zu sparen.

Von Heinz Großnick

Naundorf 51.2568083 13.1087681
Naundorf
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