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Naundorfer wünschen sich Schülerverkehr

Standortnachteil Naundorfer wünschen sich Schülerverkehr

Eltern, die ihre Kinder an die Evangelische Werkschule Naundorf schicken, müssen die Fahrt zum Unterricht selber übernehmen. Für viele Familien ist diese organisatorische Hürde nicht zu schaffen. Das weiß man in der Naundorfer Schule, und das möchten die Akteure dort gerne ändern.

Busunternehmen bringen die Kinder zu den kommunalen Schulen oder Einrichtungen des Kreises. Für die Werkschule in Naundorf gibt es bislang keinen Schülerverkehr.

Quelle: Dirk Hunger

Naundorf. Der neu angetretene Geschäftsführer Tobias Leißner sieht in der mangelnden Schülerbeförderung einen Standortnachteil. Zwar wüssten die Familien von Anfang an, dass der Transport in der eigenen Hand liege und würden viele engagierte Eltern Fahrgemeinschaften bilden und so dafür sorgen, dass ihre Kinder Tag für Tag pünktlich zur Schule kommen, dennoch wolle er das Thema anpacken. "Wir haben in nächster Nähe gleich zwei Landkreisgrenzen - Richtung Mittelsachsen und Richtung Meißen - das begrenzt auch den Busfahrplan und ist eine echte Hürde für die Schülerbeförderung", beschreibt Leißner.

Der Geschäftsführer der Werkschule will das Gespräch in Kommunen und bei Entscheidungsträgern suchen und dafür werben, Landkreis übergreifende Busverbindungen auszubauen. Das komme letztlich nicht nur den Naundorfer Werkschülern, sondern auch den Einwohnern der Umgebung zugute, ist er überzeugt. "Es ist einfach ärgerlich, dass mitunter Schüler nur einen Steinwurf weit entfernt wohnen, es aber keine Möglichkeit gibt, die Strecke per Bus zurückzulegen. Als Geschäftsführer gebe ich mich damit nicht zufrieden", so Tobias Leißner nachdrücklich.

Tatsächlich würden Eltern, die sich über die Einrichtung informieren, immer wieder nach der Schülerbeförderung fragen, bestätigt Heike Bollmann von der Leitung der evangelischen Werkschule. "Bisher organisieren und finanzieren die Familien den Transport komplett selbst", fügt sie hinzu. Wolle man den ländlichen Raum stärken und die hier lebenden Menschen entlasten, gehörten gute Busverbindungen und ein Schülerverkehr, der Eltern die Wahl lasse, dazu, findet Tobias Leißner.

Für die Werkschule - eine anerkannte Oberschule - ist Erreichbarkeit ein wichtiges Thema, schließlich soll die Einrichtung weiter wachsen. Derzeit besuchen 60 Mädchen und Jungen die 5. bis 10. Klassen in Naundorf, doch dort ist Platz für mehr. "15 bis 20 Schüler pro Klasse wären ideal", nennt der Geschäftsführer eine Größe. Selbst damit würde die Einrichtung ihren familiären Charakter behalten.

Jana Brechlin

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