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Oschatz Neubau für minderjährige Flüchtlinge in Lampersdorf öffnet Türen
Region Oschatz Neubau für minderjährige Flüchtlinge in Lampersdorf öffnet Türen
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06:00 09.10.2017
Beim Tag der offenen Tür in Lampersdorf wurde nicht nur der Neubau, sondern auch die Kochkunst der Bewohner präsentiert. Quelle: christian kunze
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Lampersdorf

Besuch aus dem Nachbardorf: Den Tag der offenen Tür im neuen Holzhaus auf dem Gelände des Schullandheims Lampersdorf nutzten vor allem Einwohner von Collm. Der Rohbau steht, heute beginnen die Innenarbeiten.

Das Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) hat hier in den vergangenen Monaten ein neues Holzhaus errichtet, in dem bereits hier lebende und mögliche neue unbegleitete minderjährige Ausländer (Umas) untergebracht werden sollen. Ein nahezu baugleiches Objekt unterhält der Träger bereits in Olganitz. Dort hatte es Verzögerungen gegeben, doch in Lampersdorf läuft alles nach Plan, soll noch vor Weihnachten alles fertig sein. Bis dahin können sich Interessierte Ergebnisse mehrere Kunstprojekte ansehen, an denen die Umas teilgenommen haben.

Einrichtungsleiter Thomas Dittmann informierte darüber, dass man beim Konzept des neuen Hauses auf die Erfahrungen aus Olganitz bauen konnte. So gibt es beispielsweise in keinem der Zimmer mehr separate Fernseher. „Wir beschränken uns auf ein Gerät im Gruppen- und Gemeinschaftsraum, das genügt vollkommen.“ Ansatz des Vereins ist es, dass die Bewohner so früh wie möglich selbstständig sind. Deshalb gibt es auch zwei Küchen in denen gemeinsam oder in kleiner Gruppe gekocht werden kann.

Untergebracht werden können im Haus bis zu 15 Personen, die Tag und Nacht von sechs Mitarbeitern beaufsichtigt werden. Der Träger geht davon aus, dass vor allem männliche Jugendliche neu zur Gruppe hinzustoßen werden. Welche Nationalitäten sie haben, darüber könne man derzeit noch keine Auskunft geben, so Thomas Dittmann. Investiert werden vom Verein, der mit der Gemeinde Wermsdorf einen Erbaupachtvertrag abgeschlossen hat, rund 480 000 Euro – analog zum Olganitzer Objekt übernimmt dieses Kosten der Landkreis, welcher dafür wiederum Geld des Freistaates weiterreicht. „Inklusive der Neben- und Außenanlagen haben wir in Olganitz 560 000 Euro benötigt. Ich gehe davon aus, dass dies hier nicht so viel sein wird“, sagt Thomas Dittmann. So habe man kleine, aber wirkungsvolle Details verändert. Beispielsweise verfügt jedes Zimmer über einen eigenen, separaten Ausgang. Das schmälert immens die notwendigen Investitionen in den Brandschutz.

Dem Leiter der Einrichtung schwebt zudem vor, das neue Haus mit dem Altbau zu verbinden.“Eine Verbindung zum Speiseraum wäre ideal“, meint er und betont gleich darauf, dass der Neubau nicht ausschließlich für geflohene Jugendliche aus anderen Ländern errichtet wurde. „Wenn die Bewohner volljährig sind, werden sie in Gemeinschaftsunterkünften weiter betreut oder beziehen eigene Wohnungen. Dann steht hier alles wieder für einheimische Kinder und Jugendliche zur Verfügung, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei ihren Eltern bleiben können.“

Von Christian Kunze

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