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Oschatz Neue Bleibe für das Mügelner Heimatmuseum in der Mädchenschule
Region Oschatz Neue Bleibe für das Mügelner Heimatmuseum in der Mädchenschule
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06:00 25.10.2016
Dieser Werbebanner weist auf die Neugestaltung des Museums hin. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Mügeln

Die „Alte Mädchenschule“ am Schulplatz 2 in Mügeln soll in Zukunft das Stadtmuseum beherbergen, denn das derzeitige Gebäude Schulplatz 4 entspricht schon lange nicht mehr den Erfordernissen. Die Ausstellungsräume sind viel zu klein, am Haus nagt der Zahn der Zeit und es bedarf einer dringenden Sanierung (wir berichteten). Bereits jahrelang mühte sich Mügelns ehrenamtlicher Museumsleiter Andreas Lobe um einen Umzug, doch aufgrund fehlender finanzieller Mittel blieb das Vorhaben ein Wunschtraum. Inzwischen hat Lobe das bereits vorliegende Konzept überarbeitet. Das bisherige Gebäude soll nur noch als Depot dienen und das Seniorenstübl aber wie bisher weiter genutzt werden können. „Hier bietet sich an, zusammen mit der Goethe-Oberschule generationsübergreifende Projekte zu organisieren. Die Räume im Erdgeschoss könnten außerdem für öffentliche Versammlungen und Vorträge genutzt werden“, so Lobe. Übergangsmäßig sollen dort dann auch Sonderausstellungen stattfinden. Die rechte Seite könnte dann nach seinen Vorstellungen für Ausstellungszwecke oder als begehbares Archiv Verwendung finden.

Mit der zweiten Ausbauphase, deren Umsetzung aus derzeitiger Sicht bis 2021 dauert, soll dann im Obergeschoss 140 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen. „Thematisch aufgearbeitet, von der Ur- und Frühgeschichte, der deutschen Besiedlung auf dem Festenberg, der Reformation sowie der Schmalspurbahn“, nennt Lobe Beispiele. Aber auch das Wirken des bekannten Pathologen Professor Christian Georg Schmorl soll anschaulich dargestellt und das Familienarchiv ausgestellt werden.

Im Gebäude des bisherigen Heimatmuseums ist die Einrichtung einer Werkstatt der Arbeitsgruppe Bankenprojekt des Stadtmarketingvereins zur Aufbewahrung, Wartung und Pflege der Sitzmöbel vorgesehen. Außerdem bestehe dort die Möglichkeit, zum Beispiel Seminare über alte Handwerkstechniken anzubieten. Das wäre aus Lobes Sicht nicht zuletzt eine gute Gelegenheit, dass Schüler der Goetheschule die Räumlichkeiten im Rahmen von Ganztagsangeboten nutzen könnten.

Der Museumschef hofft bei der Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens auf Fördermittel der Landesstelle für Museumswesen in Chemnitz. Auch die Stadt Mügeln habe für die Jahre 2018 und 2019 eine gewisse Summe eingestellt, da sich beide Gebäude im Stadtsanierungsgebiet befinden. Doch auch die Vereinsfreunde wollen tatkräftig Unterstützung geben und haben mittlerweile bereits drei Arbeitseinsätze durchgeführt.

Für die Sanierung des denkmalgeschützten. Gebäudes „Alte Mädchenschule“ rechnet Lobe mit etwa 300000 Euro. Den erforderlichen Eigenanteil von etwa 10000 bis 12000 Euro für die Ausstattung des Museums will der Freundeskreis selbst aufbringen. „Einerseits durch Spenden und zum anderen durch die Übernahme von Patenschaften über bestimmte Ausstellungsstücke oder spezielle Veranstaltungen“, so Lobe. Gegenwärtig befinden sich rund 1500 Euro auf dem Spendenkonto. „Zusammengekommen durch Kleinspenden, Zuwendungen von Vereinen und Aktionen zum Altstadtfest, wie die ,Gänseaktion’ von ,Modetreff Pfeil’, die bisher 400 Euro einbrachte und noch weiter läuft.“

Lobe betrachtet das Projekt Museum aber auch als Chance, „dass es keine kleine Heimatstube bleibt“. Schließlich würde man bereits jahrelang davon reden, Besucher in das Stadtzentrum zu bekommen. Doch mit dem bevorstehenden Ausbau des Bahnhofes, der Döllnitzbahn und auch des Lutherweges habe Mügeln auf touristischem Gebiet dann etwas zu bieten. „Es muss etwas passieren. Wir können nicht mehr zurückrudern“, spricht Lobe Klartext und verspricht: „Wir wollen auch regelmäßig über unsere Aktionen öffentlich berichten, damit die Bürger auf dem Laufenden sind. Ein Banner an der Außenfassade des Gebäudes verweist bereits auf das ehrgeizige Vorhaben der Heimatfreunde.

Von Heinz Großnick

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