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Neue Computer-Tomograf für die Oschatzer Collm-Klinik

Medizin Neue Computer-Tomograf für die Oschatzer Collm-Klinik

Die Oschatzer Collm-Klinik investiert in neue Technik. Mit der Installation eines Computer-Tomografen sollen sich die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Die Patienten können innerhalb von 15 Sekunden von Kopf bis Fuß gescannt werden. Gleichzeitig sinkt dadurch auch die Strahlenbelastung.

Die Radiologieassistenten Grit Hennig und Bernd Morstein bei der Vorbereitung des neuen Computer-Tomografen auf den Praxiseinsatz.

Quelle: Hagen Rösner

Oschatz. Die Collm-Klinik hat in neue Diagnose-Technik investiert. Seit Anfang November ist in der Radiologie ein neuer Computer-Tomograf der Firma General Electric im Einsatz. Das Gerät soll effektiv das bereits bestehende Spektrum diagnostischer Möglichkeiten ergänzen. „Wir sind jetzt zum Beispiel in der Lage, für Patienten eine noch genauere Beschreibung krankhafter Prozesse beziehungsweise Veränderungen zu liefern oder die Kollegen im Haus mit Informationen zu versorgen, um Operationen bestmöglich zu planen“, sagt der Chef der Oschatzer Radiologie Prof. Dr. Henrik Ullrich.

Verstärkter Einsatz in der Gefäßdiagnostik

Da sich die Collm-Klinik auch auf orthopädische Operationen im Bereich der Endoprothetik spezialisiert hat, wird hier wie auch in der Gefäßdiagnostik die Technik verstärkt zum Einsatz kommen. „Wir können sehr gut überprüfen, wie sich eine Endoprothese verhält. Die neue Technik macht es sogar möglich, dass wir Randbereiche zur Prothese sehen können, die sonst von Metall überstrahlt werden“, so Ullrich. Eine weitere Anwendung ist die Diagnose von Schlaganfällen. Dabei können das Gefäßsystem und mögliche Verengungen oder das Verstopfen von Blutgefäßen festgestellt werden. „Damit ist eine wesentlich schnellere Versorgung von Schlaganfallpatienten gewährleistet. Bei dieser Diagnose können Sekunden und Minuten entscheidend sein“, betont Ullrich. Schädeluntersuchnungen, Gefäßdarstellungen, die Diagnostik von Baucherkrankungen, Lungen- oder Leberdarstellungen auch Darmuntersuchungen, ohne mit dem Schlauch in das Organ einzudringen, sind möglich.

Bei der Diagnostik von Lungenerkrankungen bietet das bietet der Gerät ein Programm an, welches dem Arzt bei der Diagnose der Lunge auf verdächtige Stellen oder Regionen hinweist. „Es gibt ja zahlreiche Erkrankungen, die Metastasen setzen. Solche Bereiche werden dem Betrachter verdeutlicht. Das Gerät soll zwar nicht meine Arbeit erledigen, aber es kann mich auf Stellen hinweisen, die uns vielleicht entgangen wären“, so Ullrich.

Bedeutend für das Team um Ullrich ist die Tatsache, dass die neue Technik verschiedene Schnittebenen durch den Körper ermöglicht. „Dadurch kommen wir schon fast in den Bereich eines MRT (Magnetresonanztomografen). Wir können uns also bestimmte Stellen im Körper aus unterschiedlichen Perspektiven anschauen und somit genau planen, welche Therapie angewendet wird oder wie eine Operation zu führen ist“, so Ullrich.

Endoprothesen können besser beurteilt werden

Die Rechentechnik des Tomografen ermöglicht unterschiedliche Darstellungsformen. Für die Orthopädie versprechen sich die Mediziner zum Beispiel sehr viel, weil sie eingebrachte Endoprothesen viel besser beurteilen können.

Die neue Technik wurde innerhalb von zwei Wochen installiert. „Wir haben uns für eine Variante entschieden, bei der möglichst wenig Bauaufwand zu betreiben war. Ich denke, wir haben die sportliche Herausforderung gut gemeistert“, so Ullrich. Das Gerät wird rund um die Uhr einsatzfähig gehalten. Aus dem regulären Betrieb der Collm-Klinik werden pro Tag zwischen fünf bis 15 Personen mit der neuen Technik untersucht.

„Vor allem die Nachberechnungen mit den verschiedenen Betrachtungsmöglichkeiten sind ein großer qualitativer Sprung, den wir mit diesem neuen System jetzt machen“, schätzt der Chef der Radiologie ein. Beeindruckend ist auch die Schnelligkeit. Innerhalb von 15 Sekunden ist ein Patient von Kopf bis Fuß gescannt. Auch bei der Verringerung der Belastung mit Röntgenstrahlung hat es Fortschritte gegeben. So gibt es jetzt Zusatzprogramme, welche die Strahlenbelastung deutlich reduzieren, teilweise bis zu 40 Prozent gegenüber den früheren Technologien bei einer CT-Untersuchung.

Von Hagen Rösner

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