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Neue Dachbalken retten Dahlener Pfarrscheune vor dem Einsturz

Neue Dachbalken retten Dahlener Pfarrscheune vor dem Einsturz

Erstmals nach drei Jahren nutzte die Kirchgemeinde Dahlen die Pfarrscheune am Sonntag wieder für eine Veranstaltung. Zum Gemeindefest konnte Pfarrer Andreas Sehn - drei Jahre nachdem das Gebäude gesperrt worden war - dort wieder guten Gewissens eine Andacht halten.

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Franz Fritzsche, Korina Hanke und Karen Sehn (v.l.) stellen in der sanierten Pfarrscheune aus.

Quelle: ak

Dahlen. Von Axel Kaminski

 

Später führte das Puppenbühne Funke aus Coswig an dieser Stelle vor rund 50 jüngeren und älteren Zuschauern "Rumpelstilzchen" auf.

 

"Bevor die Scheune 2012 gesperrt wurde, waren wir auch nur mit Bauchschmerzen hinein gegangen", betont Andreas Sehn. Aber die Scheune wurde, da es der Gemeinde an Garagen oder anderen Unterstellmöglichkeiten mangelt, zu diesen Zwecken tatsächlich dringend gebraucht. Ausschlaggebend für die Sanierung sei jedoch ihre Bedeutung als Denkmal.

 

"Als ich 2009 hierher kam, sah man von außen, dass einer der Dachbalken verfault war. Da wir einige Holzspezialisten in unserer Gemeinde hatten, glaubten wir, den Schaden mit einem Arbeitseinsatz beheben zu können", erzählt der Pfarrer. Als sich ein Architekt das Problem genau angeschaut hatte, habe er geschätzt, dass man rund 150 000 Euro für die Reparatur aufwenden müsse.

 

Wie Andreas Sehn erläutert, steckte die Kirchgemeinde in dem Dilemma, dass die Stadtkernsanierung in Dahlen zu diesen Zeitpunkt bereits abgeschlossen war, die Stadt andererseits nicht vom europäischen Programm für integrierte ländliche Entwicklung (Ile) profitieren konnte. Mit Hilfe von Mitteln aus dem Denkmalschutz habe die Gemeinde eine Notsicherung in Angriff genommen. Dabei seien zahlreiche Dachbalken ausgetauscht oder angeschuht worden. Die Scheune habe ein neues Schiebetor erhalten. Außerdem habe ein Giebel komplett neu aufgemauert werden müssen.

 

"Ein Problem konnten wir aber noch gar nicht angehen - die Dacheindeckung", unterstreicht der Pfarrer. Die ohnehin schweren Betonziegel würden bei Regen auch noch Wasser aufnehmen und mit ihrem Gewicht die Wände nach außen drücken. Für eine neue Eindeckung sei mit Kosten von 40 000 Euro zu rechnen - wenn man dabei keine Überraschungen erlebt. Von der Landeskirche, dem Denkmalschutz und Ile erwartet Andreas Sehn keine Förderung. Also müsse man das Geld über Sponsoren und den Erlös aus Veranstaltungen zusammenbekommen.

 

Dazu könnten -neben dem Puppentheater und der Eröffnung der Ausstellung des Kunstclubs Luppa am Sonntag - nach Sehns Vorstellungen auch Liederabende oder Filmvorführungen gehören. Zum Weihnachtskonzert am 6. Dezember soll die Pfarrscheune zum Beispiel Schauplatz eines kleinen Nikolausmarktes werden. Dieses Thema wolle man bescheiden angehen und nicht gleich an den "lebendigen Adventskalender" früherer Tage anknüpfen, so der Pfarrer.

Axel Kaminski

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