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Oschatz Berliner kaufen insolvente Oschatzer Wohnungsgenossenschaft
Region Oschatz Berliner kaufen insolvente Oschatzer Wohnungsgenossenschaft
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00:18 09.10.2018
Der in Oschatz aufgewachsene Paul Weißbach (l.) ist in der Richert-Group tätig. Zu jener gehört die Unser schönes Oschatz GmbH (USO) , die den Bestand der insolventen GWG übernommen hat. USO-Geschäftsführer ist Sven Spielvogel (r.) Quelle: Fotos: Privat (2)/ Axel Kaminski
Oschatz

„Für die Bewirtschaftung der erworbenen Oschatzer Immobilien haben wir die ’Unser schönes Oschatz GmbH’ gegründet“ erläutert Geschäftsführer Sven Spielvogel. Die Richert Group ist bisher vor allem in den Metropolen Berlin, Leipzig und Dresden aktiv, entwickelt dort Immobilien und handelt mit ihnen. Unternehmen dieser Gruppe halten eigene Wohnungsbestände und vermieten ihn. Das geschieht durchaus auch in kleineren Städten wie Aue und Radeberg.

Kennzahlen sprechen für Investment in Oschatz

„Auf den Bestand in Oschatz hat uns unser von dort stammender Mitarbeiter Paul Weißbach aufmerksam gemacht“, erläutert Sven Spielvogel. Nach diesem Tipp habe man sich intensiv mit dem Standort beschäftigt und die Kennzahlen für gut befunden. „Die Einwohnerzahl hat sich stabilisiert. Von Oschatz aus ist Leipzig sehr gut erreichbar“, fasst er zusammen. Es sei also durchaus attraktiv, in Oschatz zu leben und in Leipzig zu arbeiten. Dazu kämen die Vorteile, die viele Kleinstädte böten: kurze Wege zu Schulen und Kitas, ein relativ preiswertes Leben und eine vergleichsweise geringe Kriminalität. All das habe dafür gesprochen, sich tatsächlich in Oschatz zu engagieren.

Sanierung von innen nach außen geplant

„Unsere Schätzungen gehen davon aus, dass wir hier in den nächsten Jahren Millionenbeträge investieren müssen“, betont Sven Spielvogel. Das solle Schritt für Schritt erfolgen. Dabei gehe es nicht um Nobelsanierungen am Markt vorbei. Grundsatz des Unternehmens sei es, den Bestand von innen nach außen zu sanieren, sprich zuerst die Wohnungen auf Vordermann zu bringen. Nur so sei es möglich, den hohen Leerstand, den die GWG dadurch aufgefahren hatte, dass sie wenig in den Bestand investiert habe, wieder zu senken.

Solide Grundsubstanz

„Die Grundsubstanz der 332 Wohnungen, die wir übernehmen, ist solide“, unterstreicht Sven Spielvogel. Nicht in jedem Fall sei die Ausstattung zeitgemäß, aber das werde man ändern. „Wir sind an einem Wandel des Images interessiert“, betont Sven Spielvogel. Herzstück des Bestandes sei eben nicht der vielzitierte so genannte Millionenbau. Als Kernstück sehe er viel eher den Bestand in Lazer- und Gelbrichtstraße. „In der Lazerstraße 2 können wir einige schöne, neu hergerichtete Wohnungen anbieten. Diese sehe ich als Aushängeschild für unsere Gesellschaft“, erklärt Sven Spielvogel.

Veräußerung von Häusern an der Merkwitzer Straße geplant

Nicht alles erworbene Eigentum wolle „Unser schönes Oschatz“ (USO) dauerhaft behalten. „Die Grundstücke Am Wachhübel im Ortsteil Zschöllau sollen verkauft werden. Hier können perspektivisch neue Eigenheime entstehen“, erläutert Paul Weißbach. Bei den Häusern an der Merkwitzer Straße wolle USO den Mietern die Gelegenheit gegeben werden, das Objekt zu erwerben. „Wo dies nicht der Fall sein wird, sind eben jene ebenfalls ideale Grundstücke für neue Eigenheime“, wird Paul Weißbach konkreter.

Mietverhältnisse bestehen ohne Veränderung fort

Diese neue Gesellschaft ist im Gegensatz zur GWG keine Genossenschaft, sondern eine GmbH. Unabhängig von der Eigentumsform behalten die Mietverträge ihre Gültigkeit. Sven Spielvogel stellt in Aussicht, dass für die Sanierung des Bestandes neben dem Einnahmen aus der Bewirtschaftung auch „eigenes Geld“ aus der Richert Group nach Oschatz fließt. „Für die von der Übernahme betroffenen Mieter der Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Oschatz eG gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen: Ihr Mietverhältnis wird von der USO – Unser schönes Oschatz GmbH – fortgeführt“, teilt HWW mit. Kein Mieter müsse um sein Mietverhältnis besorgt sein, dieses werde durch die Übertragung nicht berührt, sondern bleibe unverändert bestehen. „Der neue Eigentümer übernimmt alle Rechte und Pflichten des Vermieters. Hierüber werden alle Mieter auch noch einmal gesondert detailliert informiert“, erläutert Rüdiger Wienberg. Apropos Rechte: Im Kaufpreis, den die Gesellschaft zahlt, sind auch die Forderungen, sprich Mietschulden der GWG enthalten. Diese wolle man auch beitreiben.

Dieser Kaufpreis wird in Branchendiensten als mittlerer einstelliger Millionenbetrag bezeichnet. Als die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Oschatz bekannt geworden waren, hatte Sven Petzold, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Oschatz/ Mügeln, Interesse daran bekundet, eine genossenschaftliche Lösung für die Objekte und die Mieter zu finden. „Der im Bieterverfahren aufgerufenen Mindestpreis hat uns davon abgehalten, dieses Ziel weiter zu verfolgen“, sagte er der Oschatzer Allgemeinen.

Noch keine Auszahlungen an die Gläubiger

Ganz abgeschlossen ist das Verfahren noch nicht. Wie es aus der Kanzlei HWW heißt, seien noch keine Auszahlungen an die Gläubiger und auf die Anteile der Genossenschaftsmitglieder erfolgt. „Dies wird Gegenstand des weiteren Verfahrens sein, wobei die gesetzlich vorgeschriebene Rangfolge einzuhalten ist“, teilte die Kanzlei auf Anfrage der Oschatzer Allgemeinen mit.

Von Axel Kaminski

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