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Oschatz Neue Hoffnung für alte Filzfabrik in Oschatz
Region Oschatz Neue Hoffnung für alte Filzfabrik in Oschatz
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16:58 09.02.2012

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Von Frank Hörügel

"Das war ganz schön spannend", erinnert sich David Pfennig an den 28. November des Vorjahres. An diesem Tag war am Amtsgericht Leipzig der dritte Termin für die Zwangsversteigerung der ehemaligen Filzfabrik in Oschatz angesetzt. Als einziger Bieter bekam die Firma Alte Filzfabrik Oschatz GmbH & Co. KG den Zuschlag. Geschäftsführer sind der Bauunternehmer David Pfennig und der gelernte Bankkaufmann Jens Hönisch. Im Hintergrund gibt es noch mehrere Geldgeber. Zum Kaufpreis wollen die beiden Geschäftsführer keine Angaben machen. Nur so viel: Das Projekt werde privat finanziert, da keine Bank das Risiko tragen wolle. Beim ersten Zwangsversteigerungstermin am 4. November 2010 wurde der Verkehrswert für das Fabrikgrundstück an der Döllnitz mit 690 000 Euro angegeben (wir berichteten). Diesen Preis wollte damals niemand bezahlen.

Als der Unternehmer Ambrosius Marthaus im Jahr 1913 seine Filz- und Filzwarenfabrik an der Lichtstraße in Betrieb nahm (siehe Kasten), war das ein hochmodernes Unternehmen. Auf einem vier Hektar großen Grundstück an der Döllnitz reihen sich noch heute lichtdurchflutete Produktionshallen - mit roten Klinkerwänden - aneinander. Es gibt etwa 16 000 Quadratmeter überdachte Fläche. Unter den Hallendächern würden locker zwei große Fußballfelder Platz finden. Die Hallen sind zwischen 1000 und 2700 Quadratmeter groß. "Die Bausubstanz ist noch gut", schätzt Fachmann David Pfennig ein. Lediglich an den Dächern gebe es undichte Stellen. Bei einer Vermietung an Handwerker oder Gewerbetreibende wollen die Eigentümer zuerst die Dächer sanieren. "Wir wollen die Hallen größtenteils vermieten, würden aber auch größere Einheiten verkaufen", sagt Geschäftsführer Jens Hönisch. David Pfennig nutzt bereits eine kleinere Halle für sein Bauunternehmen. Außerdem gibt es nach seinen Angaben noch vier weitere gewerbliche Mieter, die aber ebenfalls nur kleine Flächen beanspruchen. Einer der Geldgeber der neuen Eigentümergesellschaft wolle Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern errichten.

Für den Anfang haben sich die jungen Unternehmer ein bescheidenes Ziel gesteckt. "Wir wollen erst einmal erreichen, dass die Nebenkosten durch die Mieteinnahmen gedeckt werden", sagt Hönisch. Seit dem Kauf der Fabrik im November hat das Unternehmen die Hallen größtenteils beräumt und das Gelände gesichert. Drei Mal pro Nacht patroulliert ein Wachschutz.

Sowohl die Stadt Oschatz als auch der Landkreis Nordsachsen stehen dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. "Die Stadt Oschatz begrüßt das Projekt außerordentlich", sagt Bauamtsleiter Michael Voigt. Und Sabine Müller von der Wirtschaftsförderung des Landkreises sagt: "Wir werden die alte Filzfabrik auf unserer Homepage in die Immobilienbörse mit aufnehmen."

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