Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Neue Hoffnung für außer Dienst gestellte Lok

Neue Hoffnung für außer Dienst gestellte Lok

Ganz famos, der zweigleisige großräumige Lokschuppen. Doch trotz größeren Auslaufes war ich auch hier werksgefangen. Erstmals gelangte ich ab dem 14. Juli 1987 in Streckenfreiheit, als mich die Deutsche Reichsbahn für den Abbau der Strecke Wolkenstein-Jöhstadt als Arbeitszuglok benötigte.

Voriger Artikel
Erneute Pleite für den FSV Oschatz
Nächster Artikel
Geräusch beim Aufschlagen aufs Papier

Oschatz 2008. Mit mir kommt etwas Abwechslung in den Lokeinsatz bei der Schülerbeförderung per Schmalspurbahn.

Quelle: Privat

Mit dreiviertel Fahrzeugen am Zughaken half ich vom 11. August bis zum 18. September 1987 zwischen Bad Schmiedeberg und Großrückerswalde, 1,6 Kilometer Gleis zurückzubauen. Im Anschluss daran hat man mich in Großrückerswalde einfach freistehend im Stich gelassen, wodurch ich erhebliche Frostschäden erlitt.

 

Am 20. August 1989 wurde ich durch einen Ankauf der Reichsbahndirektion Dresden eine echte Reichsbahnlok und im Rahmen der Instandhaltungsstufe V 7 aufgearbeitet, in orange Farbgebung gebracht und unter der Betriebsnummer 199 008-4 dem Bahnbetriebswerk (Bw) Aue unterstellt. Das Bw Aue verfügte mich im Juni 1990 nach Wilischthal, wo ich auf einem 1,27 Kilometer langen verbliebenen Teil der Trasse Wilischthal-Thum den Anschluss zur Papierfabrik zu bedienen hatte. Die Arbeit teilte ich mir mit meiner gleichaltrigen Lokschwester 199 007-6, die bereits seit 1972 hier war. Ich war meist als Reservist eingeteilt. Imposant und nicht immer angstfrei war das Befahren der 72 Meter langen und reichlich sechs Meter hohen Zschopaubrücke. Es galt, bis zu 67 Tonnen schwere, meist mit Kohle oder Papier beladene, aufgebockte Regelspurwaggons zu befördern. Der mehrgleisige Fabrikanschluss besaß einen eingleisigen Lokschuppen, in welchem jedoch nur ein Fahrzeug Unterkunft fand. Als Lokreserve musste ich daher oft im Freien bleiben. Am 1. Januar 1992 bekam ich mit der Bezeichnung 399 702-0 eine neue Betriebsnummer.

 

Nachdem im August 1992 die letzten Kohletransporte zur Papierfabrik erfolgten, kam ich nach Oberwiesenthal, wo ich lediglich als Personalschulungsobjekt eingesetzt wurde. Ab 20. Dezember 1993 gelangte ich auf Anordnung nach Mügeln, wo ich in das Eigentum der nichtbundeseigenen Döllnitzbahn GmbH übernommen ward. Während hier anfangs eigene IV K-Lokomotiven und geliehene Malowa V 10c den Streckendienst betrieben, war ich in Oschatz und Mügeln wieder eine Art Rangierliesel oder Vorspanne. Erst nachdem ich in der Tharandter RTL GmbH eine grundlegende Aufarbeitung mit Drucklufteinrichtungen erhielt, war ich wieder für den Streckenbetrieb fit.

 

Durch eine erneute Änderung derBetriebsbezeichnung in 199-032-6 habe ich selbst unter Eisenbahnfreunden für Unstimmigkeiten gesorgt. Es blieb im Streckeneinsatz für Schüler- und Arbeitszüge mit vereinzelten Sonderleistungen, auch als Lokzug-Fahrten.

 

Nachdem bereits 2004 ein stärkerer Motor mir mehr Kraft verlieh, musste 2007 erneut ein solcher von 105 PS (77 kw) als starkes Antriebsherz eingebracht werden, der diesmal vollauf befriedigte. Zu jener Zeit wurde ich auch Eigentum des Fördervereines Wilder Robert. Doch der Jubel währte nicht lange, denn der amtliche Fristablauf, der am 14. Mai 2010 erfolgte, ließ mich nur noch als Vorschubgerät funktionieren. Am 30. November 2011 hieß es dann "Z" gestellt zu werden. Seitdem leiste ich im Mügelner Lokschuppen meinen beiden außer Dienst gestellten IV K-Dampfloks 99 561 und 99 584 Gesellschaft - stets in der Hoffnung, wieder betrieblich wirken zu können. Diese Hoffnung, so meine zweibeinigen Betreuer, sei durchaus gegeben.

Reiner Scheffler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
Oschatz in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 55,44km²

Einwohner: 14.734 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04758

Ortsvorwahlen: 03435

Ein Spaziergang durch die Region Oschatz
  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

20.01.2018 - 07:06 Uhr

Chemie Böhlen blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück und hofft jetzt auf den Klassenerhalt in der Kreisoberliga

mehr