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Oschatz Neue Hoffnung für außer Dienst gestellte Lok
Region Oschatz Neue Hoffnung für außer Dienst gestellte Lok
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14:47 31.03.2014
Oschatz 2008. Mit mir kommt etwas Abwechslung in den Lokeinsatz bei der Schülerbeförderung per Schmalspurbahn. Quelle: Privat

Mit dreiviertel Fahrzeugen am Zughaken half ich vom 11. August bis zum 18. September 1987 zwischen Bad Schmiedeberg und Großrückerswalde, 1,6 Kilometer Gleis zurückzubauen. Im Anschluss daran hat man mich in Großrückerswalde einfach freistehend im Stich gelassen, wodurch ich erhebliche Frostschäden erlitt.

Am 20. August 1989 wurde ich durch einen Ankauf der Reichsbahndirektion Dresden eine echte Reichsbahnlok und im Rahmen der Instandhaltungsstufe V 7 aufgearbeitet, in orange Farbgebung gebracht und unter der Betriebsnummer 199 008-4 dem Bahnbetriebswerk (Bw) Aue unterstellt. Das Bw Aue verfügte mich im Juni 1990 nach Wilischthal, wo ich auf einem 1,27 Kilometer langen verbliebenen Teil der Trasse Wilischthal-Thum den Anschluss zur Papierfabrik zu bedienen hatte. Die Arbeit teilte ich mir mit meiner gleichaltrigen Lokschwester 199 007-6, die bereits seit 1972 hier war. Ich war meist als Reservist eingeteilt. Imposant und nicht immer angstfrei war das Befahren der 72 Meter langen und reichlich sechs Meter hohen Zschopaubrücke. Es galt, bis zu 67 Tonnen schwere, meist mit Kohle oder Papier beladene, aufgebockte Regelspurwaggons zu befördern. Der mehrgleisige Fabrikanschluss besaß einen eingleisigen Lokschuppen, in welchem jedoch nur ein Fahrzeug Unterkunft fand. Als Lokreserve musste ich daher oft im Freien bleiben. Am 1. Januar 1992 bekam ich mit der Bezeichnung 399 702-0 eine neue Betriebsnummer.

Nachdem im August 1992 die letzten Kohletransporte zur Papierfabrik erfolgten, kam ich nach Oberwiesenthal, wo ich lediglich als Personalschulungsobjekt eingesetzt wurde. Ab 20. Dezember 1993 gelangte ich auf Anordnung nach Mügeln, wo ich in das Eigentum der nichtbundeseigenen Döllnitzbahn GmbH übernommen ward. Während hier anfangs eigene IV K-Lokomotiven und geliehene Malowa V 10c den Streckendienst betrieben, war ich in Oschatz und Mügeln wieder eine Art Rangierliesel oder Vorspanne. Erst nachdem ich in der Tharandter RTL GmbH eine grundlegende Aufarbeitung mit Drucklufteinrichtungen erhielt, war ich wieder für den Streckenbetrieb fit.

Durch eine erneute Änderung derBetriebsbezeichnung in 199-032-6 habe ich selbst unter Eisenbahnfreunden für Unstimmigkeiten gesorgt. Es blieb im Streckeneinsatz für Schüler- und Arbeitszüge mit vereinzelten Sonderleistungen, auch als Lokzug-Fahrten.

Nachdem bereits 2004 ein stärkerer Motor mir mehr Kraft verlieh, musste 2007 erneut ein solcher von 105 PS (77 kw) als starkes Antriebsherz eingebracht werden, der diesmal vollauf befriedigte. Zu jener Zeit wurde ich auch Eigentum des Fördervereines Wilder Robert. Doch der Jubel währte nicht lange, denn der amtliche Fristablauf, der am 14. Mai 2010 erfolgte, ließ mich nur noch als Vorschubgerät funktionieren. Am 30. November 2011 hieß es dann "Z" gestellt zu werden. Seitdem leiste ich im Mügelner Lokschuppen meinen beiden außer Dienst gestellten IV K-Dampfloks 99 561 und 99 584 Gesellschaft - stets in der Hoffnung, wieder betrieblich wirken zu können. Diese Hoffnung, so meine zweibeinigen Betreuer, sei durchaus gegeben.

Reiner Scheffler

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