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Neue S-Bahn mit neuen Buslinien

Neue S-Bahn mit neuen Buslinien

Mit der S-Bahn von Oschatz und Dahlen unter Leipzigs Innenstadt hindurch und dann weiter bis nach Halle oder Zwickau: Der City-Tunnel eröffnet im Dezember neue Schnellbahn-Welten.

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So sieht ab Dezember das mitteldeutsche S-Bahn-Netz aus. Die Linie S1 reicht von Leipzig Miltitzer Allee/Leipzig Messe über Leipzig Hauptbahnhof, City-Tunnel und Wurzen bis nach Oschatz. Grafik: MDV

Quelle: unbekannt

Region Oschatz. Doch das bahnferne Land profitiert davon nur, wenn Busse für eine prompte Anbindung sorgen. In der Region Oschatz sollen zwei Linien in das neue Regionalnetz Bus integriert werden. Die Dahlener und Wermsdorfer profitieren davon.

 

Klaus Huth dämpft die Euphorie in Bezug auf die S-Bahnstationen Oschatz und Dahlen etwas. "Die S-Bahn fährt als Verstärkung, zu den Zeiten, in denen es Lücken beim Regionalexpress 50 gibt", sagt der Leiter des Straßenverkehrsamtes Nordsachsen. Die S 1 werde im Spätverkehr nach 22 Uhr in den Wochenendnächten von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag sowie am Sonntagvormittag bis Oschatz rollen. Ansonsten halte hier weiterhin der Regionalexpress 50. Aufrüsten will der Landkreis die Busverbindung 781 Torgau-Oschatz über Dahlen. Wochentags werde es zwischen 13 und 15, sonnabends sechs und sonntags vier schnelle Hin- und Rückfahrten geben, so Huth.

 

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) nennt die geplanten schnellen Busverbindungen Regionalnetz Bus. "Wir wollen die Wirkung des neuen S-Bahn-Systems in die Fläche tragen", sagt MDV-Sprecher Matthias Neumann. Insgesamt 26 Linien für Premiumbusse sind geplant. Mehr als 300000 Buskilometer im Jahr sollen auf diesen Linien zusätzlich gefahren werden. Zwei der 26 Schnellverbindungen betreffen die Region Oschatz - die bereits erwähnte Linie Torgau-Oschatz über Dahlen (mit Zwischenstopp in Schildau) und die Linie Grimma-Wermsdorf (mit Zwischenstopp in Mutzschen).

 

Die Vorteile der Premiumbusse liegen laut MDV klar auf der Hand: Es soll ein lückenloses Verkehrsangebot über den ganzen Tageslauf gewährleistet werden. Die Abfahrtzeiten sollen sich die Fahrgäste leicht merken können, da sich die Fahrpläne an Schul- und Ferientagen nicht unterscheiden. Und das Regionalnetz soll ein besseres Angebot in den frühen Morgen- und späten Abendstunden sowie am Wochenende mit sich bringen.

 

Doch nicht nur die Premiumbusse, sondern auch die ganz normalen Linienbusse, müssen an die Anschlusszeiten der S-Bahn-Linie 1 mit Halten in Dahlen und Oschatz angepasst werden. Die konkreten Zeiten der S-Bahnen liegen jetzt vor. Nun sind die Busunternehmen wie zum Beispiel die Omnibusverkehrsgesesellschaft Heideland (OVH) am Zug, die entsprechenden Fahrpläne zu erarbeiten.

 

Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der den Verkehr auf der Schiene bestellt, legte Anfang März seinen Jahresfahrplan 2013/14 vor und sieht seine Hausaufgaben gemacht. "Der Verband hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz im Dezember an den Start gehen kann", sagt ZVNL-Geschäftsführer Oliver Mietzsch. Jetzt sei es am Freistaat Sachsen, die Finanzierung im nächsten Jahr und in den kommenden Jahren sicherzustellen. Dazu befinde man sich seit 2012 im dauernden Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium, "um Möglichkeiten zur Entlastung unseres Haushaltes auszuloten". Denn die von der sächsischen Landesregierung beschlossene Finanzierungsverordnung für den öffentlichen Nahverkehr bis 2020 sehe "nur prozentuale Zuweisungen an die Zweckverbände zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs vor". Im Gebiet des ZVNL, der die Landkreise Leipzig und Nordsachsen und die Stadt Leipzig betreut, sind täglich 50000 Passagiere auf der Schiene unterwegs. Erbracht werden jährlich 9,5 Millionen Zugkilometer. Das Budget des Verbandes liegt bei etwas mehr als 100 Millionen Euro im Jahr.

Frank Hörügel

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