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Oschatz Neue Schloss-Herren von Leuben und Verein stehen zusammen
Region Oschatz Neue Schloss-Herren von Leuben und Verein stehen zusammen
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00:25 13.03.2018
Erinnerungsfoto vor der Schlossbaustelle: Titus, Andreas Kramer (Verein), Kathleen Frind (Verein), Sibylle Schubert (Verein), Leo von Sahr, Thomas Schubert (Verein), Marek Schurig (Verein), Phillipp von Sahr, Marion von Sahr und klein Diego (v.l.). Quelle: Foto: Colin Schubert
Leuben

Der Verkauf des Leubener Schlosses im Vorjahr hat in der Region die verschiedensten Reaktionen hervor gerufen. „Ich wurde sehr oft gefragt, ob sich der Verein nun auflöst und warum wir uns soviel Arbeit gemacht haben und dann einfach hinschmeißen“, sagt Marek Schurig, der Vorsitzende des Schlossvereins Leuben. Er kann aber die Reaktionen auch verstehen und ein wenig ist es für den Verein ein indirektes Lob, denn das Schloss Leuben ist in aller Munde. Jahrelanges Trommeln für den Erhalt des Denkmals und der Gewinn von 200 000 Euro bei der MDR-Spielshow „Mach dich ran“ haben das Schloss Leuben bekannt gemacht.

„Ich betone immer wieder am Ende meiner Führungen, dass alles zum Wohle des Schlosses geschieht“, so Schurig. Und aus diesem Grund hat sich der Verein auch für das Angebot der Familie Sahrer von Sahr- Schönberg entschieden.

Auflösung Verein kommt nicht in Frage

Natürlich wurde darüber im Verein diskutiert, denn eine Auflösung des Schlossvereins kam nicht in Frage und eine Zusammenarbeit zwischen den neuen Besitzern und den Vereinsmitgliedern sollte in Zukunft das Geschehen in Leuben prägen. Doch bevor man das angehen konnte, stand das Kennenlernen der beiden Parteien auf dem Plan. „Die Vereinsmitglieder waren schon aufgeregt. Man stellt sich Adlige ja immer als vornehme Herrschaften vor, die in Saus und Braus leben“, erinnert sich Schurig.

Um das Eis zu brechen, wurde bei einem gemeinsamen, gemütlichen Abend das Eis gebrochen und Pläne geschmiedet. Die Befürchtungen zerschlugen sich sofort. Der Funke zwischen Familie Sahrer von Sahr-Schönberg und den Leubenern sprang über.

Ins Schloss soll wieder Leben einziehen

Die Pläne der Familie fanden sofort Anklang. Gemeinsam mit ihrem Sohn und der 93-jährigen Großmutter soll in Leuben wieder Leben ins Schloss einziehen. Kurioser Weise ist die Großmutter sogar in Leuben geboren – allerdings in Leuben bei Lommatzsch. Das sollte ein gutes Omen sein. „Wir stellen uns eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein vor. Wir werden unsere privaten Räume haben und einige Teile des Schlosses für den Verein bereit stellen“, so der neue Hausherr Leo Sahrer von Sahr-Schönberg. Das Drei-Generationen-Wohnmodell hat sich für die Familie bewährt und sie planen, Weihnachten 2019 in Leuben gemeinsam um den Weihnachtsbaum zu sitzen. Aktuell laufen Planung und Ausschreibung für die verschiedenen Gewerke. Ab Jahresmitte 2018 soll es dann konkreter werden.

Für Führungen offizielle Termine

Die Hallen oben und unten, das Treppenhaus und auch der Garten sollen weiter für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Natürlich wird es dafür dann offizielle Termine geben. Dann haben die Besucher die Chance alles anzusehen und Fragen zu stellen.“

Der Verein tritt nach Übernahme des Schlosses in die zweite Reihe, bezieht Vereinsräume auf dem Gelände und organisiert wie gewohnt Veranstaltungen und Führungen. „Es ist für uns sehr wichtig, der Familie ihre Privatsphäre zu gönnen und unseren eigenen Bereich zu haben“, erklärt Schurig. Neben der Sanierung der Räume und den Veränderungen auf dem Schlossgelände zieht mit der Familie Sahrer von Sahr-Schönberg auch die Kunst in Leuben ein. „Schon in unserem jetzigen Zuhause haben wir viel Raum für Kunst aus der Region geschaffen und werden das auch in Leuben fortsetzen. Die Zusammenarbeit mit der Leipziger Malerschule hat sich für uns bewährt, aber auch lokale Künstler werden im Schloss sicher einen Platz finden.“ So soll das Leubener Schloss noch attraktiver für Besucher werden.

Um die Neugier der Leubener und Einwohner der Region zu befriedigen, soll es auch während der Umbauarbeiten immer wieder Termine für Führungen geben.

Die Zukunft des Schlosses und des Vereins bewerten sowohl die neuen Eigentümer als auch die Vereinsmitglieder positiv. Von einer feindlichen Übernahme und Vereinsauflösung keine Spur. „Es gab keine einzige Gegenstimme zum Verkauf. Für uns alle stand von Anfang an das Wohl des Schlosses im Vordergrund – und das sehen wir mit der Familie Sahrer von Sahr-Schönberg als gesichert an“, fasst Marek Schurig die aktuelle Situation zusammen.

Von Janett Rohnstock

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