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Neuer Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Fachkrankenhaus Hubertusburg

Gesundheit Neuer Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Fachkrankenhaus Hubertusburg

Professor Dr. Michael Borte ist seit Jahresbeginn Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Fachkrankenhaus Hubertusburg. Über sein neues Aufgabengebiet gab er im OAZ-Gespräch Auskunft.

Chefarzt Kinderklinik Schloss Hubertusburg Michael Borte

Quelle: Axel Kaminski

Wermsdorf. Professor Dr. Michael Borte ist seit Jahresbeginn Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Fachkrankenhaus Hubertusburg. Über sein neues Aufgabengebiet gab er im OAZ-Gespräch Auskunft.

Herr Professor Borte, Sie leiten neben der Wermsdorfer Kinder- und Jugendklinik noch weitere Einrichtungen. Wie oft sind Sie tatsächlich am Fachkrankenhaus Hubertusburg?

Prof. M. Borte: Ich kenne das Fachkrankenhaus Hubertusburg mittlerweile ganz gut, weil ich hier seit zehn Jahren eine Spezialsprechstunde für pädiatrische Rheumatologie, Immunologie und Infektiologie abhalte. Sie hat guten Zuspruch bei den Patienten und auch die Kinderärzte und Allgemeinmediziner der Region nutzen die Chance, ihre jungen Patienten mit Krankheitsbildern dieser Art hier in der Region weiterbehandeln zu lassen. Ich werde deshalb auch weiterhin mittwochs ganztags hier im Hause sein – mindestens.

Sie tanzen auf sprichwörtlich mehreren Hochzeiten. Bietet solch eine Struktur Vorteile für Patienten oder Mitarbeiter?

Neben der Wemsdorfer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin leite ich auch die entsprechenden Einrichtungen an den ebenfalls zum Klinikum St. Georg gehörenden Standorten Eutritzsch und Leipzig-Grünau. Insbesondere sehe ich darin einen Vorteil für unsere Assistenzärzte in Weiterbildung. Sie können durch diese Struktur wirklich alles kennen lernen, was auf diesem Gebiet der Medizin aktueller Stand ist. Die Patienten an allen drei Standorten haben den Vorteil, von allen Möglichkeiten zur Diagnose und Analyse profitieren, die es am Klinikum St. Georg gibt.

Was würden Sie als die Spezialgebiete der Wermsdorfer Kinder- und Jugendklinik bezeichnen?

In unserer Einrichtung werden prinzipiell alle akuten Erkrankungen des Kinder- und Jugendalters diagnostiziert und therapiert. Schwerpunkt sind daneben psychosomatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, bei denen wir insbesondere für Patienten mit chronischen Schmerzzuständen, Schulvermeidung, ADS/ ADHS, FADS (fetale Alkoholerkrankung) oder Epilepsie Diagnostik – und Therapieprogramme anbieten.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, neue Angebote am Fachkrankenhaus Hubertusburg zu etablieren?

Ich hatte bereits meine Spezialsprechstunde erwähnt. Ich denke, solche spezialisierten Angebote auch anderer Teilbereiche der Kinderheilkunde werden wir hier fortführen und weitere etablieren. Ich halte das für einen guten Weg, Patienten aus unserem Einzugbereich hier zu behandeln, ohne dass sie dafür eine Fahrt in eine der sächsischen Großstädte auf sich nehmen müssen. Es liegt mir auch sehr am Herzen, die guten Kooperationen mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum am Standort Eutritzsch des Klinikums St. Georg zu vertiefen, denn es gibt hier in Wermsdorf exzellente Bedingungen für eine stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychosomatischen Erkrankungen, die immer häufiger auftreten.

Wie weit reicht dieses Einzugsgebiet?

Für die speziellen Themen geht das weit über den Altkreis Oschatz hinaus. Da kommen durchaus auch Patienten aus Riesa, Torgau, Wurzen, Grimma und Leisnig hierher. Ich sehe ohnehin ein großes Potenzial der Kinderklinik am Standort Wermsdorf. Zumindest lässt die Zahl von mehr als 4000 ambulanten Konsultation hier aus meiner Sicht keinen Zweifel daran aufkommen, dass diese Abteilung ihre Existenzberechtigung hat.

Herr Prof. Borte, was war Ihr Beweggrund, sich der Kinderheilkunde zuzuwenden?

Das war von Anfang an mein Wunsch. Als ich dann während des Studiums als Hilfspfleger in dieser Disziplin gearbeitet habe, hat sich dieser Wunsch bestärkt. Kinder sind ganz ehrliche Patienten und sagen schon einmal, dass sie es nicht gut finden, wenn der Doktor zum Beispiel bei einer Blutentnahme einmal die Vene nicht getroffen hat. Das begeistert mich.

Sie sind bereits seit 1984 Facharzt. Andere Menschen würden da inzwischen an den Ruhestand denken…

In der Tat werde ich in diesem Jahr 65. Ich werde aber auf jeden Fall dem Klinikum bis Ende September 2019 zur Verfügung stehen. Mein Ziel ist es, die Kinderklinik in Wermsdorf zu stabilisieren. Ich werde erst dann an den Ruhestand denken, wenn die fachärztliche Betreuung in der Kinder- und Jugendklinik umfassend gesichert ist.

Von Axel Kaminski

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