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Oschatz Neuer Favorit für Standort des Denkmals für Bornitzer Eisenbahnunglück
Region Oschatz Neuer Favorit für Standort des Denkmals für Bornitzer Eisenbahnunglück
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20:03 14.03.2019
Diese Stelle war bisher als Standort einer Erinnerungsstätte an das Bornitzer Zugunglück 1956 im Gespräch. Nun ist ein neuer Vorschlag auf dem Tisch Quelle: Axel Kaminski
LIebschützberg

Nach einer von außen herangetragenen Anregung ist man sich im Gemeinderat schon seit Monaten darüber einig, dass in Bornitz ein Ort des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer des Zugunglückes von 1956 sowie die dort tätigen Helfer und Einsatzkräfte geschaffen werden soll. Der Bildhauer Joachim Zehme, der in der Oschatzer Allgemeinen davon gelesen hatte, bot sich der Kommune an, dieses Denkmal zu schaffen. Am Dienstagabend bekam er im Verwaltungsausschuss die Gelegenheit, seine Ideen zu präsentieren.

Künstler Zehme bringt andere Standorte ins Gespräch

In seiner Präsentation ging Joachim Zehme mögliche Standorte durch. Er hält den Bahnhof und dessen Vorplatz für ungeeignet. Stattdessen schlägt er vor, das Denkmal an der Straße nach Riesa-Canitz, am Abzweig nach Ganzig zu errichten. „Wegen dieses Standortes müsste man sich nicht schämen“, betont der Bildhauer. Den von Bürgermeister David Schmidt (parteilos) vorgebrachten Einwand, dass an der Kreuzung von Staats- und Kreisstraße einige Behörden verkehrsrechtliche Einschränkungen geltend machen könnten, wischte Zehme vom Tisch. Er wolle schließlich nicht höher als 2,50 Meter bauen.

Nachteil dieses Standortes bleibt, dass es weder der Gemeinde noch der Deutschen Bahn gehört. Die Bahn hatte dem Bürgermeister zugesichert, einer Nutzung ihrer Fläche für ein Denkmal nicht im Wege stehen zu wollen – wenn keine betrieblichen Belange berührt seien.

Eine solche Fläche ist zum Beispiel jene der ehemaligen Güterabfertigung, die im Sommer 2015 abgerissen wurde. Das mit Steinen begrenzte Areal bezeichnete Joachim Zehme als „Geröllwiese“ Mit ihr könne er sich allerdings auch anfreunden.

Eine weitere Idee des Künstlers war, in ein zugemauertes Fenster des Bahnhofsgebäudes eine Gedenktafel einzusetzen und dabei die Sandsteingewände denkmalschutzgerecht aufzuarbeiten. Außerdem könne man die Einhausungen des Fußgängertunnels mit Schriften und historischen Fotos bekleben. Die Begeisterung der Ausschussmitglieder und des Bürgermeisters, an fremdem Eigentum zu investieren, hielt sich in Grenzen. Immerhin wechselte das Gebäude in den vergangenen Jahren mehrmals den Besitzer, ohne das deutlich spürbare Verbesserungen der Bausubstanz eingetreten wären.

Künstler will mit Bahn kooperieren

Joachim Zehme betonte, dass er dieses Kunstwerk nicht an der Deutschen Bahn vorbei errichten wolle. Nachdem der Bürgermeister vom Konzern die Auskunft erhielt, dass man sich vorstellen könne, Flächen zur Verfügung zu stellen, aber keineswegs Geld, sah man ihm seine Verblüffung darüber an, dass Joachim Zehme bei seinem Kontakt mit dem gleichen Ansprechpartner andere Auskünfte erhalten haben will.

Möglicherweise spielt dabei eine Rolle, dass Joachim Zehme die Kinder- und Jugendbauhütte und die Kinder-Uni ins Spiel brachte. Mit der Bauhütte möchte er möglichst schnell ein sichtbares Zeichen für das Denkmal setzen, das er am liebsten noch in diesem Jahr realisieren will.

Gemeinde möchte Zeitpunkt für Denkmal vorgeben

David Schmidt machte dem Künstler klar, dass die Gemeinde den Zeitpunkt vorgeben werde und Entscheidungen zum Haushalt sowie zur Gestalt des Denkmals sicher durch den im Mai neu zu wählenden Gemeinderat getroffen würden. Joachim Zehme gestand ein, dass es keine Eile für ein Werk geben müsse, dass 200 Jahre stehen solle. Er schlug vor, bis zum Baubeginn ein Provisorium, zum Beispiel eine Holzskulptur, zu errichten.

Stand des Verfahrens ist, dass die Gemeinde den Auftrag für das Denkmal noch nicht vergeben hat, der Haushalt für 2019 bisher nicht beschlossen ist und in dessen Entwurf das Denkmal keine Rolle spielt. Dagegen versicherte Joachim Zehme: „Sie brauchen keine Angst zu haben, dass es zu finanziellen Belastungen kommt“. Zur Form des Kunstwerks, dass er gemeinsam mit Schülern erarbeiten will, äußerte sich der Bildhauer nicht.

Von Axel Kaminski

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